Studie: Rauchen beschleunigt rheumatoide Arthritis

12.09.2018  - Die rheumatoide Arthritis ist eine chronische Entzündung der Gelenke, von der mehr Frauen als Männer betroffen sind. Und: mehr Raucherinnen und Raucher.

Rauchen erhöht nicht nur das Risiko für entzündliches Rheuma ...

Das Risiko, an entzündlichem Rheuma zu erkranken, steigt durch Zigarettenkonsum. Jetzt hat eine schwedische Studie herausgefunden, dass Rauchen nicht nur das Erkrankungsrisiko erhöht – sondern auch den Verlauf der Krankheit beschleunigt. Ganz konkret bedeutet dies, dass die Zerstörung der Gelenke bei Raucherinnen und Rauchern schneller fortschreitet als bei ebenfalls erkrankten, jedoch rauchfrei lebenden Menschen.

Für die Studie wurden insgesamt 233 Rheuma-Patientinnen und -Patienten über einen Zeitraum von fünf Jahren begleitet und regelmäßig untersucht. Alle waren in einem frühen Stadium ihrer Erkrankung und alle wurden medizinisch behandelt. Bei einigen Teilnehmenden kam es jedoch schneller zu einer Verschlechterung ihrer Krankheit als bei anderen – darunter waren viele Raucherinnen und Raucher. Das Fortschreiten der Erkrankung ließ sich auf Röntgenbildern ihrer Füße und Hände feststellen: der Gelenkspalt wurde schmaler, die Knochen erodierten stärker.

... sondern beeinflusst auch die Krankheitsschwere

Das Risiko, dass die Krankheit bei ihnen schneller fortschreitet, war bei Raucherinnen und Rauchern um das 3,6-fache erhöht. Bei Menschen, die früher einmal geraucht haben, betrug dieser Faktor immerhin noch 2,8. Das Risiko einer beschleunigten Krankheitsentwicklung geht nach einem Rauchstopp also zwar zurück, bleibt aber offenbar für längere Zeit erhöht – für wie lange, hat die Studie nicht untersucht.

Rauchstopp: am besten so früh wie möglich

Wie genau die Zusammenhänge zwischen Tabakkonsum und der entzündlichen Erkrankung zu erklären sind, war ebenfalls nicht Gegenstand der Studie. Fachleute gehen jedoch davon aus, dass die Inhaltsstoffe des Tabaks die Blutversorgung des Gelenkknorpels beeinträchtigen und die Bildung von Antikörpern verstärken. Bei entzündlichem Rheuma lösen diese Antikörper die Zerstörung des Knorpelgewebes aus.

Fazit: Wer sein Risiko gleich für eine ganze Vielzahl von Krankheiten – darunter auch Rheumatoide Arthritis – senken möchte, hört mit dem Rauchen auf (oder besser noch: fängt gar nicht erst damit an). Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie betont in einer Pressemeldung, dass gerade die ersten Monate und Jahre nach Beginn der Symptome entscheidend seien und eine frühzeitige Behandlung einen schwereren Krankheitsverlauf verhindern bzw. abmildern könne. Weil Rauchen diese Behandlung erschwere, raten auch die Rheuma-Expertinnen und -Experten zu einem möglichst baldigen Rauchstopp.

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Quellen:
Rydell E, Forslind K, Nilsson JÅ, Jacobsson LTH, Turesson C. Smoking, body mass index, disease activity, and the risk of rapid radiographic progression in patients with early rheumatoid arthritis. Arthritis Research & Therapy 2018; 20: doi.org/10.1186/s13075- 018-1575-2

https://dgrh.de/dam/jcr:8c8f151a-b188-4aaa-a072-c11af2da3222/pressemitteilung_4_2018.PDF

https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/skelett_und_weichteilkrankheiten/rheuma/article/965779/schwedische-studie-rauchen-foerdert-schaeden-gelenken.html