Studie: Rauchen greift die Blutgefäße an – und das bereits im Jugendalter

07.11.2018  - Vermutlich geht es Ihnen wie den meisten Menschen: Wenn Sie den Begriff „Arteriosklerose“ hören, denken Sie als erstes an ältere Personen. Das stimmt im Prinzip auch: Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko einer Arteriosklerose. Bei der Erkrankung entstehen Ablagerungen in den Blutgefäßen, die zudem mit der Zeit versteifen.

Jetzt hat eine englische Studie herausgefunden, dass solche Veränderungen an den Blutgefäßen auch schon im Jugendalter beobachtet werden können – unter ganz bestimmten Voraussetzungen: nämlich dann, wenn die Jugendlichen rauchen und/ oder viel Alkohol trinken.

Wir fassen den bisherigen Wissensstand und die Ergebnisse der Studie zusammen.

Was man bisher wusste:

  • Bei einer Arteriosklerose verengen und versteifen sich die Blutgefäße.

  • Dadurch steigt unter anderem das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall.

  • Rauchen gehört zu den Faktoren, die die Blutgefäße am stärksten angreifen und verändern.

  • Weitere Risikofaktoren: Übergewicht, zu wenig Bewegung, schlechte Ernährung, hoher Alkoholkonsum. Auch die Veranlagung spielt eine Rolle bei krankhaften Veränderungen der Blutgefäße.

  • Eine Arteriosklerose entsteht in der Regel über längere Zeiträume und schleichend. Das bedeutet: Der Zustand der Blutgefäße verschlechtert sich, meist ohne dass die Betroffenen davon etwas mitbekommen.


Die Ergebnisse der Studie:

  • Eine Versteifung der Blutgefäße konnte bereits bei 17-jährigen Jugendlichen beobachtet werden. Im Rahmen der Studie wurde die sogenannte „Pulswellengeschwindigkeit“ gemessen, die aus verschiedenen Blutdruckkurven berechnet wird. Wenn die Pulswellengeschwindigkeit steigt, ist dies ein Anzeichen für eine zunehmende Versteifung der Blutgefäße.
  • Eine solche beginnende Versteifung konnte insbesondere bei Jugendlichen festgestellt werden, die rauchen und/oder viel Alkohol (auf deutsche Verhältnisse umgerechnet ca. sechs bis sieben alkoholische Getränke am Tag) tranken.
  • Rauchen und hoher Alkoholkonsum entpuppten sich als zwei eigenständige Risikofaktoren für eine Versteifung der Blutgefäße. Das bedeutet: Wer ausschließlich rauchte oder ausschließlich viel trank, hatte bereits ein erhöhtes Risiko für eine Arterienversteifung. Dieses Risiko stieg noch einmal, wenn sowohl geraucht als auch viel getrunken wurde. Beim Tabakkonsum zeigte sich: Je früher die Jugendlichen angefangen hatten zu rauchen, desto eher waren ihre Blutgefäße geschädigt.
  • Auch wenn die Studie nicht als endgültiger Beweis dafür gelten kann, dass Rauchen die Blutgefäße bereits im jungen Alter versteifen kann – dafür sind weitere Untersuchungen notwendig – weisen die Untersuchungsergebnisse in diese Richtung.
  • Zuletzt noch eine gute Nachricht: Jugendliche, die im Alter von 17 Jahren das Rauchen bereits wieder aufgegeben hatten, wiesen vergleichbar gute Werte auf wie Gleichaltrige, die nie geraucht haben. Der Körper regeneriert also nach einem Rauchstopp wieder. Allerdings weiß man aus vielen anderen Untersuchungen, dass langjähriger Tabakkonsum auch bleibende Schäden an den Blutgefäßen verursachen kann. Deshalb lautet die Empfehlung an Raucherinnen und Raucher weiterhin: Möglichst bald den Rauchstopp angehen.

 

Quelle: www.aerzteblatt.de/nachrichten/97516/Rauchen-und-Alkohol-schaden-Blutgefaessen-von-Jugendlichen (Abruf am 1. Oktober 2018)