Studie zeigt: Schon eine Zigarette am Tag schadet

28.03.2018  - Regelmäßig werden Studien über die Schädlichkeit des Rauchens veröffentlicht. Einige davon schaffen es in die Berichterstattung größerer Medien. Aber nur ein Bruchteil der Studienergebnisse schlägt derartige Wellen wie kürzlich eine wissenschaftliche Untersuchung aus England. Sie beschäftigte sich damit, wie gesundheitsschädlich das tägliche Rauchen weniger Zigaretten ist.

Regelmäßig eine Zigarette pro Tag = dreifaches Risiko für Schlaganfall
Die Studienverantwortlichen kamen zu dem Schluss, dass schon eine Zigarette am Tag das Risiko eines Schlaganfalls verdreifacht. Die Wahrscheinlichkeit einer Herzkrankheit verdoppelt sich durch den täglichen Glimmstängel.

Nur eine Zigarette pro Tag erhöht also das Risiko für diese ernsthaften Erkrankungen um das drei- bzw. zweifache: Diese Nachricht traf einen Nerv. Davon zeugen nicht nur unzählige Presseschlagzeilen. Auch im wöchentlichen Chat auf dieser Website war die Studie ein viel diskutiertes Thema. Verständlich, denn einige Raucher und Raucherinnen beneiden immer noch eben jene Menschen, die es „schaffen“, mit wenigen Zigaretten am Tag auszukommen. Natürlich wusste man auch vorher, dass Tabakkonsum nicht gesund ist. Aber dass ein paar Glimmstängel so stark ins Gewicht fallen würden, wie die aktuelle Studie es belegt, hätten die meisten sicherlich nicht gedacht.

Tabakrauch verdrängt Sauerstoff im Blut
Dabei ist die Nachricht, dass es beim Rauchen keine unbedenklichen Mengen gibt, gar nicht neu. Immer wieder berichten wir auf dieser Seite über Studien, die auch in der Vergangenheit schon zu genau diesem Ergebnis gekommen sind. Auf welche Weise der Tabakkonsum das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Schlaganfall steigert, ist inzwischen ebenfalls gut untersucht: Durch das Rauchen nimmt der Anteil an Kohlenmonoxid im Blut zu, der Körper wird dadurch schlechter mit Sauerstoff versorgt. Es entstehen Ablagerungen in den Blutgefäßen, die sich in der Folge verengen – Fachleute sprechen von einer Arteriosklerose. Eine Arteriosklerose entsteht über einen längeren Zeitraum, erste Beschwerden treten meist erst später im Leben auf. Die Gefäßkrankheit begünstigt sowohl Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems als auch Schlaganfälle.

Mehr als 140 Studien
Auch wenn die Erkenntnis, dass ein bereits vergleichsweise geringer Tabakkonsum ganz klar gesundheitsschädlich ist, nicht neu ist – die Untersuchung aus England ist trotzdem beachtlich. Denn es handelt sich um eine sogenannte "Metaanalyse", eine wissenschaftliche Arbeit also, die alle vorliegenden Studien zu dem Thema gesichtet und ausgewertet hat. Über 140 Studien flossen in die Analyse ein und die zeigen in die oben beschriebene Richtung: Rauchen schadet schon in geringen Mengen.

Jetzt mit dem Rauchen aufhören
Ein konsequenter Rauchstopp verbessert dagegen die Gesundheit. In welchen Etappen sich die Auswirkungen des Nichtrauchens vollziehen, erfahren Sie auf dieser Seite. Und hier klären wir Fragen unserer Leserinnen und Leser in kurzen Audio-Clips, zum Beispiel auch die Frage „Stimmt es eigentlich, dass das Rauchen weniger Zigaretten am Tag nicht so schlimm ist?". Einfach mal reinhören!

Infos zum Rauchstopp gibt es unter Aufhören.

 

Quelle: Hackshaw Allan, Morris Joan K, Boniface Sadie, Tang Jin-Ling, Milenković Dušan. Low cigarette consumption and risk of coronary heart disease and stroke: meta-analysis of 141 cohort studies in 55 study reports BMJ 2018; 360 :j5855