Tabakrauch „aus dritter Hand“

04.09.2013  - Immer wieder werden – insbesondere in den USA – Studien über die Gesundheitsschädlichkeit durch sogenannten „Thirdhand Smoke“ veröffentlicht.

Der Begriff „Thirdhand Smoke“ leitet sich von der Bezeichnung „Secondhand Smoke“ für passiv eingeatmeten Tabakrauch ab. Aus dem Tabakrauch „aus zweiter Hand“ wird „Thirdhand Smoke“, wenn sich die Bestandteile des Rauchs in Form von feinen Partikeln zum Beispiel im Gewebe von  Kleidungsstücken, Teppichen oder Vorhängen festsetzen. Die kleinen – für das menschliche Auge unsichtbaren – Rauchablagerungen können etwa durch Berührung der Materialien aufgewirbelt und von Umstehenden unfreiwillig eingeatmet werden.

Eine aktuelle amerikanische Untersuchung hat jetzt Hinweise dafür gefunden, dass durch das Einatmen der feinen Rauchpartikel möglicherweise Schäden an der DNA von menschlichen Zellen ausgelöst werden können. Die Autorinnen und Autoren der Studie berichten über sogenannte „tabakspezifische Nitrosamine“ – das sind Stoffe, die als krebserregend gelten und in den Rauchpartikeln nachgewiesen wurden.

Lara Gundel, Ko-Autorin der Studie, kommentiert dazu in einem Artikel, dass besonders Kinder gefährdet seien, wenn sie Nitrosamine einatmen, die zum Beispiel an den Oberflächen von Kleidung oder Teppichen anhaften. Eine nachvollziehbare Schlussfolgerung, denn Kinder fassen bekanntermaßen vieles an oder nehmen es in den Mund.

Je mehr Tabakrauch in einen Raum gelangt, desto mehr Ablagerungen können dort auch nachgewiesen werden. Die Gesundheitsschädlichkeit nimmt mit der Menge der gefundenen Rauchpartikel zu – auch das ergab die amerikanische Studie.

Fazit: Innenräume sollten konsequent rauchfrei bleiben, „Lüften“ oder „Am Fenster rauchen“ sind keine ausreichenden Vorsichtsmaßnahmen.

Wenn Sie zu einem rauchfreien Zuhause beitragen wollen, indem Sie selber der Zigarette Lebewohl sagen, kann Ihnen das rauchfrei-Ausstiegsprogramm der BZgA weiterhelfen. Einen Überblick über weitere Ausstiegsmethoden finden Sie hier .

Quellen:

DOE/Lawrence Berkeley National Laboratory (2013, June 20). Thirdhand smoke causes DNA damage. ScienceDaily. Retrieved July 31, 2013, from http://www.sciencedaily.com­ /releases/2013/06/130620132459.htm

Guadalupe Ortega, Cristina Castella, Carlos Martin-Cantera, Jose L Ballve, Estela Diaz, Marc Saez, Joan Lozano, Lourdes Rofes, Concepcio Morera, Antonia Barcelo, Carmen Cabezas, Jose A Pascual, Raul Perez, Esteve Salto, Araceli Valverde, Mireia Jane, Grupo Bibe. Passive smoking in babies: The BIBE Study (Brief Intervention in babies. Effectiveness). BMC Public Health, 2010; 10 (1): 772 DOI: 10.1186/1471-2458-10-772