Von wegen harmlos: Paffen

16.10.2019  - Es ist schon erstaunlich: Im Laufe eines „Raucherlebens“ werden etliche Zigaretten geraucht. Die meisten vergisst man wieder, an eine erinnert sich jedoch so gut wie jede Raucherin und jeder Raucher noch gut. Dabei liegt sie am längsten zurück. Die Rede ist natürlich von der allerersten Zigarette des Lebens. Die wurde meist gar nicht geraucht, sondern gepafft.

Erst Paffen, dann Rauchen
Mit dem sogenannten Paffen – der Rauch wird dabei in den Mund gezogen und wieder ausgepustet – fing es bei den meisten an. Das Inhalieren des Rauchs (bis in die Lunge) kam dann dazu. War das Rauchen anfänglich noch von Hustenanfällen begleitet, wurde es mit der Zeit „eingeübt“ und von da an „auf Lunge geraucht“.

Während große Einigkeit darüber herrscht, dass Rauchen ein großes Gesundheitsrisiko darstellt, hat das Paffen immer noch ein vergleichsweise „harmloses“ Image. Die Logik dahinter: Beim Paffen wird die Lunge umgangen – und schließlich geht Rauchen doch vor allem auf die Lunge, oder? Das ist nicht ganz richtig, wie unsere drei Fakten zum Thema Paffen zeigen:

Fakt 1:
Die Lunge ist durch das Rauchen tatsächlich besonders betroffen, man denke nur an COPD oder Lungenkrebs als häufige Krankheiten, die in der Mehrheit Raucherinnen und Raucher treffen. Aber Tabakkonsum schadet dem gesamten Körper, nicht ausschließlich der Lunge:

Fakt 2:
Die Schadstoffe des Tabakrauch greifen bereits die Mundschleimhäute und die Zähne an. Über den Mundraum werden zudem Schadstoffe aufgenommen, die in den Blutkreislauf gelangen und darüber an viele andere Stellen im Körper transportiert werden. Darunter sind auch krebserregende Substanzen und solche, die die Blutgefäße angreifen.

Beim Rauchen von Pfeifen, Zigarren oder Zigarillos ist es übrigens vergleichbar: Weil dabei der Tabakrauch relativ lange im Mund „bewegt“ wird, wirken die Giftstoffe im Rauch länger auf die Mundschleimhäute ein und schädigen sie stärker. Die Folge: ein höheres Risiko für Krebs im Mundraum.

Fakt 3:
Von der Zigarette, die man – auch beim Paffen – in der Hand hält, steigt Tabakqualm auf, der dann eingeatmet wird. Über diesen Weg gelangt dann doch Rauch in die Lunge. Mehr Infos dazu im Bereich Passivrauchen.

Fazit: Das Paffen von Zigaretten ist ganz und gar nicht unschädlich, ebenso wenig wie das Rauchen von Pfeifen oder Zigarren. Außerdem: Oftmals ist das Paffen ein Einstieg in einen jahre- oder jahrzehntelangen Tabakkonsum.

Quelle:
Deutsches Krebsforschungszentrum, Bundeszahnärztekammer (Hrsg.) 2010. Rauchen und Mundgesundheit. Erkrankungen des Zahn-, Mund und Kieferbereiches und Interventionsstrategien für Zahnärzte. Heidelberg.