Vorsätze zum Jahresbeginn: Zwei rauchfrei-Lotsen im Gespräch

06.12.2017  - Schlanker werden, weniger Alkohol trinken – und natürlich mit dem Rauchen aufhören: Das sind die Klassiker unter den Vorsätzen, die traditionell zum Jahresende gefasst werden. Was bringt so ein Vorhaben nach dem Motto „Neues Jahr, neues Glück“ – außer dass man sich das Datum des Neubeginns besonders gut merken kann?

Wir haben mit rauchfrei-Lotsin Lydia und rauchfrei-Lotse Christian über das Thema gesprochen.

1. Bald fassen wieder viele Menschen Vorsätze, was sie im nächsten Jahr alles anders machen wollen. Ein Klassiker darunter: der Rauchstopp. Was haltet ihr eigentlich von der Idee, den Rauchstopp-Tag auf den ersten Tag des neuen Jahres zu legen?

Lydia: Ich glaube, dass die Erfolgschancen, an diesem Tag rauchfrei zu werden, gut sind. Aber auch nicht besser als an anderen Tagen. Vielmehr kommt es darauf an, ob sich der Raucher oder die Raucherin auf den Rauchstopp vorbereitet und wie fest ihr Wunsch ist, rauchfrei zu werden. Klar, so ein Neuanfang zum Jahresanfang kann das Vorhaben beflügeln, aber ganz allgemein ist das konkrete Datum für mich kein besonderes „Erfolgsindiz“.

Christian: Ich sehe das genauso. Hinzu kommt, dass ein Vorsatz, den man in der Silvesternacht fällt, vom Freundes- und Bekanntenkreis oftmals nicht so ernst genommen wird. Und wenn man es dann doch nicht schaffen sollte, hört man schnell mal: „Haben wir uns gleich gedacht, dass das nicht klappt.“

2. Nach welchen Kriterien habt ihr damals entschieden, an welchem Tag euer erster Tag als Nichtraucherin bzw. Nichtraucher sein sollte?

Christian: Bei mir war es zunächst gar keine echte Entscheidung, rauchfrei zu werden. Ich hatte eine Grippe und bin dadurch quasi in die Rauchfreiheit „hineingeschlittert“. Im Nachhinein würde ich sagen, es war eher eine glückliche Fügung – über die ich mich immer noch sehr, sehr freue und für die ich dankbar bin.

Lydia: Ganz ehrlich? Ich habe ausgezählt, wie lange die Zigaretten noch reichen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich aber schon entschlossen, rauchfrei zu werden. Und dann habe ich überschlagen, wie lange ich mit den vorhandenen Zigaretten noch auskommen würde. Dieser Moment lag wenige Tage in der Zukunft – und genau diesen Termin habe ich als meinen Rauchstopp-Tag auserkoren. Am Vorabend dieses Tages habe ich die restlichen Zigaretten entsorgt.

3. Vorsätze fassen ist vergleichsweise leicht, sie durchhalten nicht unbedingt. Welche Tipps könnt ihr Menschen geben, die sich vornehmen, demnächst (zum Beispiel zum 1. Januar 2018) mit dem Rauchen aufzuhören?

Lydia: Freut Euch drauf! Überlegt Euch, was ihr alles gewinnen könnt, wenn ihr euren Vorsatz in die Tat umsetzt. Und holt euch diese Gewinne jedes Mal ins Gedächtnis zurück, wenn der Vorsatz ins Wanken gerät. Zweifelt dann nicht an eurer Stärke, denn es ist menschlich, dass ein Vorsatz auch mal wankt. Doch man kann ihn mit Blick auf die zu erwartenden Gewinne auch wieder festigen.

Christian: Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Man sollte sich auch überlegen, wie man mit möglichen Entzugserscheinungen umgeht. Außerdem finde ich es wichtig, nicht in „zu langen Zeitachsen“ zu denken. Getreu einem Motto aus dem Forum: Heute wird nicht geraucht. Um morgen kümmere ich mich, wenn es soweit ist – aber heute wird nicht geraucht. Auch wichtig: gut für sich sorgen und sich immer wieder belohnen. Etappenziele sollte man feiern, das ist auch im rauchfrei-Forum ein guter Brauch.

4. Rauchfrei seid ihr ja nun schon. Gibt es noch andere Dinge, die ihr euch in punkto Gesundheit vorgenommen habt?

Christian: Meine nächste Baustelle ist das Thema „Gewichtsreduktion“, mehr sag ich nicht.

Lydia: Für das kommende Jahr habe ich mir vorgenommen, wieder mehr Sport zu machen. Zum Beispiel interessiert mich Qi Gong. Ich wäre aber auch asiatischen Kampfsportarten nicht abgeneigt. Es heißt, dafür sei man nie zu alt oder zu unsportlich. Ob das wohl stimmt? Das würde ich gerne herausfinden.

Danke für das Gespräch und viel Erfolg bei der Umsetzung eurer Vorsätze.