Wenn nach dem Rauchstopp erst einmal alles blöd ist (Teil 1)

07.04.2021  - Manche erleben die ersten Tage und Wochen nach dem Rauchstopp als massive Verschlechterung ihrer Lebensqualität, etwa weil sie unter Entzugserscheinungen leiden. Und das sind gar nicht mal so wenige Menschen.

Stimmen von Menschen, die gerade mit dem Rauchen aufgehört haben:

„Ich habe viel mehr Energie.“
„Ich kann besser riechen und rieche auch für andere besser.“
„Ich nehme die Treppen bis zum vierten Stock und gerate dabei nicht außer Atem.“

Leicht vorstellbar, dass solch positive Rauchstopp-Erfahrungen zum Dranbleiben motivieren. Was aber ist mit all jenen Menschen, die zwar ebenfalls erfolgreich die allerletzte Zigarette ausgedrückt haben, danach dann aber keine Verbesserungen ihres Lebens verspüren? Manche von ihnen erleben die ersten Tage und Wochen nach dem Rauchstopp sogar als massive Verschlechterung ihrer Lebensqualität, etwa weil sie unter Entzugserscheinungen leiden. Und das sind gar nicht mal so wenige Menschen. Eine ganze Reihe von ihnen fängt aufgrund frustrierender Erfahrungen sogar wieder an zu rauchen. Am häufigsten kommt es übrigens in den ersten sieben Tagen nach dem Rauchstopp zu einem Rückfall.

Dabei sind „frische“ (oder auch nicht mehr ganz so frische) Nichtraucherinnen und Nichtraucher solchen negativen (bzw. ausbleibenden positiven) Erfahrungen nicht einfach ausgesetzt, sondern können (und sollten) möglichst aktiv mit ihnen umgehen.

Entzugserscheinungen in den Griff bekommen
Sie sind ständig müde und zwischendurch wird das Verlangen nach einer Zigarette so groß, dass es Sie zu überwältigen droht? Das sind ganz klassische und damit auch normale Begleiterscheinungen eines Rauchstopps. Kein Grund zur Aufregung: Inzwischen gibt es viele Tipps von Fachleuten sowie Erfahrungen ehemaliger Raucherinnen und Raucher, wie Sie Entzugssymptome bestmöglich in den Griff bekommen können. Gegen Müdigkeit und Abgespanntheit kann zum Beispiel helfen, sich eine Zeit lang etwas mehr Schlaf zu gönnen und zusätzlich kurze Bewegungseinheiten in den Alltag einzubauen. Und für den Fall, dass Sie beispielsweise immer abends nach dem Essen die Lust auf eine Zigarette verspüren, gibt es folgenden Trick: Putzen Sie sich direkt nach dem Abendessen die Zähne und verwenden Sie eventuell zusätzlich noch ein Mundwasser. Danach haben die allermeisten Menschen keine Lust mehr auf eine Zigarette.

Mehr Informationen zu Strategien gegen Entzugserscheinungen finden Sie hier (Hilfe bei Entzugserscheinungen). Tauschen Sie sich auch mit Gleichgesinnten im Forum und Chat aus und/oder rufen Sie bei der kostenfreien Telefonberatung an.

Wichtig ist, dass Sie die Initiative ergreifen. Eine etwas freche Ergänzung hierzu: Schließlich ist es auch Ihr Rauchstopp!

Machen Sie Ihren Erfolg sichtbar
Viele Verbesserungen nach einem Rauchstopp vollziehen sich im wahrsten Sinne „unmerklich“: Der oder die Betroffene merkt zum Beispiel nicht, dass weniger Schadstoffe seine oder ihre Lunge erreichen. Und wer kein Haushaltsbuch führt, bekommt oft nicht mit, dass mehr Geld für andere Ausgaben übrig ist. Unsere Empfehlung: Machen Sie diese Verbesserungen sichtbar und damit auch persönlich spürbar. Halten Sie fest, wie viel Geld Sie gespart haben, seitdem Sie nicht mehr rauchen – zum Beispiel in einer Tabelle oder in Ihrem Kalender oder über eine App. Außerdem interessant: Wie viele Zigaretten haben Sie bisher schon nicht mehr geraucht? Dafür multiplizieren Sie einfach die übliche Tagesmenge mit der Zahl Ihrer bisherigen rauchfreien Tage. Wer täglich eine Schachtel Zigaretten geraucht hat, kommt am Ende des ersten rauchfreien Monats auf rund 600 nicht gerauchte Zigaretten! Stellen Sie sich diese Anzahl an Zigaretten einmal ausgebreitet auf Ihrem Küchentisch vor und den Rauch, den diese erzeugt hätten, mit seinen giftigen und zum Teil krebserregenden Stoffen! Davon sind Sie verschont geblieben: Das ist erstens eine gewaltige Leistung von Ihnen und zweitens eine wichtige Verbesserung für Ihre Gesundheit.

Sie merken: Gegen den Eindruck, dass sich nach dem Rauchstopp sogar nichts verbessert, lässt sich aktiv etwas tun. Gleiches gilt für körperliche und psychische Entzugserscheinungen. Im zweiten Teil dieser News (in der nächsten Woche) erfahren Sie, warum es in gewisser Weise sogar „normal“ ist, wenn nach einem Rauchstopp (oder ganz allgemein zu Beginn eines Gesundheitsprojekts) erst einmal keine Verbesserungen zu merken sind.