Wenn nach dem Rauchstopp erst einmal alles blöd ist (Teil 2)

14.04.2021  - „Jetzt rauche ich schon seit drei Wochen nicht mehr und merke immer noch keine Verbesserung“: eine Erfahrung, die eine ganze Reihe von Menschen teilen, die mit dem Rauchen aufgehört haben.

Welche Möglichkeiten es gibt, sich unmerkliche Verbesserungen bewusst(er) zu machen und wie man mit Entzugserscheinungen umgehen kann, darum ging es in unserer News der vergangenen Woche. Heute wollen wir der Frage nachgehen, warum es ganz normal ist, wenn in den ersten Tagen und Wochen nach dem Rauchstopp keine Verbesserungen zu spüren sind. Gleiches gilt auch für andere Gesundheitsprojekte, wie zum Beispiel ein Sportprogramm oder eine Ernährungsumstellung.

(Mindestens) zwei Gründe können erklären, warum für eine ganze Reihe von Menschen nach einem Rauchstopp erst einmal keine Verbesserungen spürbar sind.

Grund 1: Wir müssen raus aus der Komfortzone
Wenn wir tief eingeschliffene und oft auch lieb gewonnene Gewohnheiten verändern, zum Beispiel um unser Leben gesünder auszurichten, ist das zunächst einmal: lästig. Wer sich beispielsweise mehr Bewegung „verschrieben“ hat, für den oder die werden die ersten Abende, an denen direkt nach Feierabend die Laufschuhe angezogen werden (statt sich auf die Couch zu legen) ungewohnt beginnen und eine Willensanstrengung erfordern. Nach dem Laufen fühlt man sich dann meist besser, in der Regel sogar richtig zufrieden. Beim nächsten Mal ist jedoch wieder (fast) der gleiche Angang, bis irgendwann aus dem Laufen eine Gewohnheit geworden ist, zu der Sie sich nicht mehr bewusst durchringen müssen, sondern die dann einfach „dran“ ist.

Wenn Sie Ihr Leben nach dem Rauchstopp also erst einmal anstrengend und unbequem finden, ist das ganz und gar nicht außergewöhnlich. Und vielleicht hilft Ihnen auch folgender Satz: „Es ruckelt nun einmal, wenn das Leben in einen anderen Gang schaltet.“

Grund 2: So manche Verbesserung „schlummert“ noch
Viele Prozesse unseres Lebens vollziehen sich zunächst über längere Zeiträume und im Verborgenen, bis sie dann irgendwann sichtbar werden. Nehmen Sie beispielsweise eine Blumenzwiebel, die Sie einpflanzen und an deren Blüten Sie sich irgendwann erfreuen können. Zwischen dem Einpflanzen und dem Erblühen passiert sehr viel, zunächst jedoch unter der Erdoberfläche. Auch Krankheiten entwickeln sich zunächst unbemerkt, bis dann erste Symptome zu spüren sind. Genauso können Sie sich auch die Verbesserungen nach einem Rauchstopp vorstellen: Einige schlummern häufig zunächst, bis sie offensichtlich werden. Das gilt für körperliche Prozesse (in welchen Schritten diese sich vollziehen, können Sie hier nachlesen) und auch für psychische Veränderungen. Es dauert nun einmal, bis Sie sich als Nichtraucherin bzw. Nichtraucher (oder „Nichtmehrraucher“, wie viele in unserer rauchfrei-Community sich nennen) fühlen. Und bis die oft vielfältigen Funktionen der Zigarette (zum Beispiel als Morgenritual oder Pausenbegleitung) vollständig ersetzt werden, vergeht ebenfalls Zeit.

Fazit: Wenn nach dem Rauchstopps erst einmal alles blöd ist, sollten Sie

-        darauf vertrauen, dass es besser wird
-        sich bereits bestehende Verbesserungen bewusst(er) machen
-        aktiv etwas gegen Entzugserscheinungen unternehmen.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und unterstützen Sie gerne dabei.
Ihr rauchfrei-Team