Wie bitte? Rauchen geht auch auf die Ohren?

08.08.2018  - Rauchen gefährdet offenbar auch das Hörvermögen. Das ergab eine Studie aus Japan, deren Ergebnisse vor Kurzem veröffentlicht wurden. Das wichtigste Ergebnis der groß angelegten Untersuchung: Je mehr jemand raucht, desto größer ist das Risiko, dass er oder sie an Hörvermögen einbüßt. Und: Ein Rauchstopp kann dieses Risiko senken.

Studie: Hörvermögen bei rauchenden Menschen eher gefährdet?
Die Studie als „groß angelegt“zu beschreiben, ist durchaus nicht übertrieben, denn es waren über 50.000 Menschen im Alter zwischen 20 und 64 Jahren daran beteiligt. Alle verfügten sie zu Beginn der Untersuchung über ein „normales", das heißt nicht eingeschränktes, Hörvermögen. Doch das sollte sich in den darauf folgenden acht Jahren ändern. So lange war der Zeitraum der Untersuchung angesetzt und in dieser Zeitspanne ist durchaus zu erwarten, dass sich die Gesundheit der Teilnehmenden verändert, darunter auch ihr Hörvermögen. Die spannendeFrage der Studienverantwortlichen lautete nun: Würde es bei den Raucherinnen und Raucher in der Stichprobe eher zu einer Verschlechterung ihres Hörvermögens kommen als bei den nichtrauchenden Studienbeteiligten?Für diese Vermutung sprachen frühere Untersuchungen, die gezeigt haben, dass das Ohr durch Tabakkonsum in Mitleidenschaft gezogen werden kann. 

Je mehr Zigaretten jemand raucht...
Um die Untersuchungsfrage zu klären, wurden die Teilnehmenden an der Studie einmal jährlich einem Hörtest unterzogen. Außerdem beantworteten sie verschiedene Fragen, unter anderem danach, ob sie rauchten oder nicht. Bei dem Hörtest wurde geprüft, wie gut sie niedrige Frequenzen (1 Kilohertz) und hohe Frequenzen (4 Kilohertz) hören konnten. Die anschließende Datenanalyse zeigte: Bei Raucherinnen und Rauchern trat ein Hörverlust tatsächlich häufiger auf als bei rauchfrei lebenden Menschen. Die statistische Analyse der Daten ergab sogar, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der Anzahl gerauchter Zigaretten und dem Risiko des Hörverlust gab: Je mehr Zigaretten jemand rauchte, desto wahrscheinlicher war es, dass er oder sie schlechter bei dem Hörtest abschnitt, insbesondere bei den hohe Frequenzen.

Auch das noch, werden jetzt vielleicht einige denken. Rauchen schädigt also nicht nur das Herz-Kreislaufsystem und die Atemwege und erhöht das Krebsrisiko, sondern geht – umgangssprachlich gesagt – auch noch „auf die Ohren". Die Untersuchung hat aber auch eine erfreuliche Botschaft parat: Nach einem Rauchstopp sinkt das Risiko für einen Hörverlust wieder. Das zeigte sich bei jenenStudienbeteiligten, die früher einmal geraucht und noch vor dem Beginn der Untersuchung erfolgreich damit aufgehört hatten. Bei ihnen sank das Risiko für „schlechte Ohren" wieder auf ein normales Maß. 

Fazit: Natürlich gibt es neben dem Rauchen noch andere Risikofaktoren für Einschränkungen des Hörvermögens. Die Studie hat aber Belege gefunden, dass – insbesondere hoher – Zigarettenkonsum einen Hörverlust durchaus begünstigt. Es dürfte für viele also jetzt noch einen weiteren Grund geben, die Zigarette ein für allemal auszudrücken. Wir helfen Ihnen dabei.

 

Quelle: Huanhuan Hu, Naoko Sasaki, Takayuki Ogasawara, Satsue Nagahama, Shamima Akter, Keisuke Kuwahara, Takeshi Kochi, Masafumi Eguchi, Ikuko Kashino, Taizo Murakami, Makiko Shimizu, Akihiko Uehara, Makoto Yamamoto, Tohru Nakagawa, Toru Honda, Shuichiro Yamamoto, Ai Hori, Chihiro Nishiura, Hiroko Okazaki, Teppei Imai, Akiko Nishihara, Toshiaki Miyamoto, Kentaro Tomita, Isamu Kabe, Tetsuya Mizoue, Naoki Kunugita, Seitaro Dohi. Smoking, Smoking Cessation, and the Risk of Hearing Loss: Japan Epidemiology Collaboration on Occupational Health Study. Nicotine & Tobacco Research, 2018; DOI: 10.1093/ntr/nty026