8. Juni: E-Zigaretten und das neuartige Coronavirus

Unser Blog heißt aus gutem Grund Rauchen und Corona: Tabakkonsum erhöht erwiesenermaßen das Risiko für zahlreiche Vorerkrankungen (zum Beispiel COPD, koronare Herzerkrankungen), die wiederum einen schweren Verlauf der COVID-19-Erkrankung begünstigen. In den vergangenen Jahren haben sich zu den altbekannten Tabakzigaretten jedoch neue Produkte gesellt: elektrisch betriebene Inhalationsgeräte, meist E-Zigarette genannt. Da liegt die Frage nahe, ob die schädliche Wirkung des Rauchens eins zu eins auch auf das Dampfen von E-Zigaretten übertragen werden kann? Oder sind die Dampfgeräte eventuell sogar eine gesunde Alternative zum Rauchen?

Wir haben auf diese Frage eine kurze und eine etwas ausführlichere Antwort:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Langzeitfolgen durch den Konsum von E-Zigaretten sind aktuell noch nicht ausreichend erforscht, während die erhebliche Gesundheitswirklichkeit des Tabakkonsums eindeutig belegt ist. Studien haben jedoch schon giftige Stoffe im Dampf von E-Zigaretten sowie dadurch ausgelöste Entzündungsprozesse (in Tier- und Zellversuchen) nachgewiesen. E-Zigaretten sind deshalb derzeit aus gesundheitlicher Sicht als „unsicheres Produkt“ einzustufen.
  • E-Zigaretten sind auch und gerade angesichts der neuartigen Viruserkrankung COVID-19, die insbesondere das Lungengewebe angreift und schädigt, nicht zu empfehlen.
  • Für einen gelingenden Rauchstopp sollten Sie auf qualitätsgesicherte Angebote zurückgreifen

 

Die ausführlichere Antwort:

Die E-Zigarette: ein Produkt mit unbekannten Langzeitfolgen

Beim Rauchen von Tabakzigaretten entstehen die bekannten organischen Schäden und Folgeerkrankungen in der Regel über viele Jahre hinweg. Diese Langzeitfolgen konnten durch zahlreiche Studien inzwischen klar belegt werden. Bei E-Zigaretten steht die Wissenschaft bei dieser Frage dagegen noch ziemlich am Anfang – aus dem einfachen Grund, dass es die Geräte noch gar nicht so lange auf dem Markt gibt. Stand heute lässt sich deswegen noch nicht genau sagen, welche langfristigen Folgen der Gebrauch von E-Zigaretten hat.

Dampf ist nicht gleich Dampf

Erschwert wird diese Einschätzung dadurch, dass es verschiedene Typen von E-Zigaretten gibt, die zum Teil auch unterschiedliche Aerosole (= der Dampf der E Zigarette) produzieren.

Kein unbedenkliches Lifestyle-Produkt und erst recht keine gesunde Alternative

Allerdings wurden im Dampf von E-Zigaretten schon Giftstoffe und auch krebserregende Substanzen gefunden, wie zum Beispiel Formaldehyd oder Chrom. In Tier- und Zellexperimenten wurden zudem bereits durch E-Zigaretten-Dampf ausgelöste Entzündungsprozesse beobachtet, außerdem Schäden an der Innenwand von Blutgefäßen: Hinweise darauf, dass es sich bei E-Zigaretten nicht um ein unbedenkliches Lifestyle-Produkt handelt und schon gar nicht um eine gesunde Alternative zur Tabakzigarette.

Der Gesundheit zuliebe keine E-Zigaretten verwenden

Ob die gefundenen Schadstoffe längerfristig zur Entstehung von Krankheiten führen können, lässt sich – aus den genannten Gründen – noch nicht sagen. Einen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass Dampfen jene Erkrankungen begünstigt, die das Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 erhöhen, gibt es derzeit noch nicht. Es ist jedoch gut vorstellbar, dass eine Lunge, die sich mit Schadstoffen des E-Zigaretten-Dampfs auseinandersetzen muss, Erreger von außen schlechter abwehren kann. Ein Risiko im Zusammenhang mit E-Zigaretten-Dampf steht allerdings fest: Beim Dampfen selbst kommen die Finger häufiger mit dem Gesicht in Kontakt. Dadurch steigt das Risiko einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus.

Wir empfehlen deshalb, vorsorglich davon auszugehen, dass durch den Konsum organische Schäden entstehen können und deshalb keine E-Zigarette zu verwenden – Ihrer Gesundheit zuliebe.

Eventuell schädlich, in keinem Fall gesund

Und sehen Sie es doch einmal so: Eine E-Zigarette bringt auf keinen Fall einen gesundheitlichen Gewinn, das steht fest. Welche gesundheitlichen Nachteile sie genau hat, wird sich erst in einigen Jahren herausstellen. Die sicherste und gesündeste Entscheidung heute ist also, weder zu dampfen noch zu rauchen – insbesondere angesichts einer neuartigen Viruserkrankung, die das Lungengewebe angreift. COVID-19 ist ein zusätzlicher Grund, seine Lunge zu schonen.

Jetzt den Rauchstopp schaffen

Auch als Hilfe zum Rauchstopp empfehlen wir die E-Zigarette nicht – zu groß ist das Risiko, dass alte Rauchgewohnheiten beibehalten werden und mit der Zeit doch wieder auf die Zigarette zurückgegriffen wird (oder sogar geraucht und gedampft wird). Qualitätsgesicherte Ausstiegsangebote der BZgA finden Sie hier... Mit ihrer Hilfe haben schon viele Menschen den Ausstieg geschafft. Kommen Sie mit ihnen ins Gespräch, in der rauchfrei-Community...

Quellen:
Deutsches Krebsforschungszentrum (Hrsg.) E-Zigaretten. Fakten zum Rauchen, Heidelberg, 2018
Website der WHO, Abruf am 4. Juni 2020 unter www.who.int/emergencies/diseases/novel-coronavirus-2019/question-and-answers-hub/q-a-detail/q-a-on-smoking-and-covid-19