Hallo zusammen,
ich habe heute den gefühlt 100. Versuch gestartet das Rauchen aufzuhören.
Der Anlass dafür ist ein mir sehr unangenehmer, aber vllt. hat hier ja jemand ähnliche Probleme und Erfahrungen gehabt. Da ich schon mehrfach versucht habe aufzuhören (Rekord liegt bei 2 Monaten, ich rauche seit ca. 10 Jahren, nie mehr als 10 am Tag), kann ich mir selbst eine gewisse Art der Willensschwäche attestieren. Jede Gelegenheit (Stress auf der Arbeit, alte Freunde treffen die Rauchen oder andere Anlässe) bringt mich in starke Versuchung.
Nun zum eigentlichen Problem. Ich bin seit 3 Jahren in einer Beziehung und wohne mittlerweile auch mit meiner Partenerin zusammen. Sie ist Nichtraucherin, hat aber früher mal geraucht und konsequent aufgehört. Und sie lässt mich sehr stark wissen, dass sie es nicht gut findet, z. B. Gesundheit, Haarausfall, und nicht zuletzt der Geruch. Seit knapp einem Jahr wohnen wir zusammen. Vorher konnte ich immer gut das Rauchen unterlassen, wenn ich bei ihr war, ja hatte sogar kein Bedürfnis. Zurück in meiner damaligen Raucher-WG habe ich aber fast immer sofort wieder mir eine angesteckt. Das erweckte für sie den Eindruck, dass ich mit dem Rauchen schon fast aufgehört habe. Hier begann das erste Lügen meinerseits. Statt ihr zu gestehen, dass ich zuhause weiterrauche, habe ich sie in der Überzeugung gelassen dass es nur noch vereinzelt vorkommt. Naja. Seit wir nun zusammenwohnen, ist mein Tabakkonsum enorm gesunken, aber ich habe begonnen heimlich auf Spaziergängen oder nach der Arbeit zu rauchen. "Erwischt" hat sie mich mit Rauchgeruch bestimmt shon 5 Mal seit dem. Jedes mal beteuerte ich, dass es mir Leid tut sie angelogen zu haben und es nun ernstahfter versuchen wolle. Andere Male reageirte ich so, dass ich dann eben doch offen rauchen konnte, mich dabei aber so schlecht gefühlt habe, dass ich wieder versuchte aufzuhören. UNd zu scheitern.
Nur damit das nicht falsch verstanden wird. Ich bin ein ehrlicher Mensch in der Beziehung, nur beim Rauchen fällt es mir soooo schwer, zu meiner Schwäche zu stehen. Es ist einfach angenehmer in einem stressigen Alltag, nicht jedes mal das Scheitern dem Partner zu offenbaren, ging ich davon aus. Viel schlimmer ist es aber, heimlich zu Rauchen und den Partner dadurch zu belügen. Heute ist es wieder passiert, ich habe auf einem Spaziergang geraucht, komme heim, sie riecht es und ist sehr sehr enttäuscht, traurig und will nicht mehr mit mir reden.
Jedes mal bin ich aufs neue fassungslos, wie der schamhafte Drang zum Rauchen mich zum Lügen verleitet und den mir liebsten MEnschen belügt und verletzt. Diesmal fühlt es sich wirklich anders für mich an und ich bin gewillt, gerade wegen Corona (ich arbeite als Lehrkraft) endlich aufzuhören, für meine Gesundheit und gegen die Kontrolle des Tabaks. Ich bin erschüttert, nciht das erste mal, wie mich diese Substanz innerlich beherrscht und meine Entscheidungen beeinflusst - ja sogar meinen Charakter.
Hat jemand ähnliche ERfahrungen gemacht und kann mir einen Tipp geben, wie ich in diese Selbstbetrugsfalle nicht mehr gerate. Denn ich will wirklich aufhören und noch viel mehr will ich meine Partnerin nicht mehr belügen. ABer ich weiß, dass die Sucht des Rauchens mich, gerade in stressigen Situationen, so oft wieder rückfällig gemacht hat.
Das ist mein erster Post, aber ich wollte das einfach mal irgendwo erzählen. Auch weiß ich, dass ich mich durch das heimliche Rauchen und Lügen als ziemlich mieser Partner und vllt. sogar als ARschloch verhalten habe. Gerade weil es nicht nur einmal, sondern schon mehrere Male vorkam. Und wir sonst eine sehr harmonische Beziehung mit viel Liebe haben.