Hallo Achill,
ich freu mich daß Du wieder da bist, daß Du Dein Tief bezüglich des Ausrutschers hinter Dir gelassen hast und nun wieder mit uns mitkommst. Willkommen zurück Achill!
Daß Du kein Versagen hinter dem Ausrutscher sehen solltest, wurde nun schon mehrfach erläutert, das habe ich Dir ja auch in Deinem alten Thread schon angeboten, ich glaube, das muß an dieser Stelle nicht nocheinmal breitgetreten werden, einverstanden?
Aber eine Denkweise betreffs der Einschätzung anderer möchte ich Dir gern anbieten. Natürlich wird vollumfänglich akzeptiert, daß Du Deinen Rauchstopp mit Dir selber ausmachen möchtest, wenn es sich für Dich besser anfühlt, denn dann ist es wohl Dein Weg. Aber mach Dir ruhig mal bewußt, daß es Dein Projekt ist. Deine Leistung. Keiner kann nachfühlen, was Du im Entzug fühlst, also ist auch keiner kompetent anzuzweifeln, ob Du genug Willen mitbringst oder was auch immer. Menschen, die selber noch nie geraucht haben bzw. sich gar nicht mit dem Gedanken tragen aufzuhören, können nicht nachvollziehen, wie die Sucht Raucher in den Klauen hat, und was ihr für ein Instrumentarium, uns ins Kippeln zu bringen, zur Verfügung steht. Das ist ein Erfahrungsvorsprung den wir haben (meine ich wirklich ernst! - nicht daß wir drum gebettelt hätten, aber Du, ich, alle hier wissen es, Noch-Nie-Aufhörer einfach nicht). Was meinst Du also, könntest Du - auch wenn Du Deinen Ausstieg mit Dir allein ausmachst - Dich einfach ein wenig aus Deinem Umfeld gedanklich separieren? Es ist nicht wichtig, was andere Menschen darüber denken, egal ob sie wissen was Du da machst oder nicht. Es ist nur wichtig was Du darüber denkst und wie Du den Ausstieg empfindest.
Deine These zum Willen fand ich auch unheimlich interessant zu lesen (warum Klugschreiberei? Das ist doch eine interessante Betrachtung, und danke daß Du sie mit uns teilst). Ich möchte dem noch hinzusetzen: ich war und bin der Meinung, daß betreffs der Nikotinsucht das Durchhalten nicht ausschließlich Willens-, sondern auch einfach Glückssache ist. Manchmal kommen einfach verschiedene Faktoren zusammen, gegen die der Aufhörer einfach keine Chance hat. Das dröhnende Gemecker des Unterbewußtseins, ein Trigger (gerade im Entzug noch besonders quälend), dazu die Möglichkeit, der Zugang zu Zigaretten, schlechterdings noch jemand, der den Ausrutscher bewußt oder unbewußt herbeiführt ("...komm rauch erstmal eine dann geht´s Dir besser..."). Daß ich auf meinem Weg hierher stolperfrei geblieben bin, habe ich sicher nicht Willensstärke allein zu verdanken. Sondern einfach auch dem Glück, daß es auf meinem Weg keine Zusammenkunft von Faktoren gab, die einen Ausrutscher auslösen könnten. (Und wenn´s bloß die Abwesenheit von Zigaretten war...). Den Willen, den hast Du bewiesen, sonst wärst Du nicht wieder hier. Darüberhinaus wünsche ich Dir für diesen Run einfach mal Glück.
Ich freu mich wieder von Dir zu lesen! Bis hoffentlich bald grüßt Dich
Lydia