Hey Saskia,
na nix shame! Weißt Du, vielen Aufhörern ist dieser direkte Weg einfach nicht vorbestimmt. Sie hören auf, fallen um, machen weiter, stolpern, machen weiter... und kommen irgendwann schlußendlich doch ans Ziel. Sowas gibt es auch, haben wir schon öfters erlebt hier! Kein Grund für shame on me. Diese Sucht ist einfach unfaßbar stark, das ist nicht Dein Fehler.
Woran liegt es denn, daß Du Dich wieder durchgeschnorrt hast? Gab es dafür Auslöser, die Du eventuell anders bewältigen könntest? Oder war da einfach Schmacht, die Du vielleicht anderweitig bekämpfen könntest zum Beispiel mit einer Atemübung oder Ablenkung, einem scharfen Bonbon oder Kaugummi? Siehst Du, jeder Ausrutscher stellt eine Chance dar, die Situation beim nächsten Mal rauchfrei zu bewältigen, denn man kann die Gründe dafür analysieren und einen Plan aufstellen, wie man es beim nächsten Mal anders machen könnte. Viele haben das so gemacht, und dann wurden die Ausrutscher seltener, die Abstände dazuwischen größer... Diese Chance hast Du genauso.
Vielleicht würde es Dir auch helfen, nicht den Rauchausstieg als "großes Ganzes" zu sehen. Sich nicht erst mal vorzustellen, daß man von jetzt an nie mehr raucht. Vielleicht hilft Dir mehr der Gedanke, "jetzt rauche ich nicht". Auch die schlimmste Schmacht ist nach einer halben bis drei Minuten am Abflauen. Sag Dir in dieser Zeit "nein danke, jetzt nicht!" und wenn es dann nachläßt, kannst Du Dir sagen "na jetzt brauche ich auch nicht mehr". Und dann schau mit Stolz auf den Teilerfolg zurück, denn jede nicht gerauchte Zigarette zählt! Zerlege den Ausstieg in kleine Häppchen, versuch nicht mit einem großen Sprung auszusteigen, sondern nur Schritt für Schritt - ein Schritt ist leichter gewagt und bewältigt als ein Sprung. Was meinst Du, könntest Du mit dieser Vorstellung leichter zurecht kommen?
Du sprichst auch von einer Therapie: ist Dein/e Therapeut/in mit im Rauchfrei-Boot, in Deine Pläne eingeweiht? Magst Du das Thema vielleicht im Rahmen der Therapie anzusprechen, vielleicht könntest Du hier auch wichtige Hinweise abholen? Weißt, ich plädiere generell dafür, bei gesundheitlichen Themen aller Art die behandelnden Ärzte in die Rauchfrei-Pläne einzuweihen. Es könnte ja wichtig sein für die weitere Behandlung, wenn sie umfassend informiert sind, da der Rauchstopp sich ja auch auf körperliche und geistige Prozesse auswirkt.
Geh es auf jeden Fall wieder gelassen an, mach Dir keinen Druck. Hast doch nichts zu verlieren Saskia - aber jede einzelne nicht gerauchte Zigarette ist ein Gewinn. Darum wünsche ich Dir für Deinen heutigen Wiederausstieg gutes Gelingen! Bist hier nicht allein. Viele Grüße sendet Dir
Lydia