12.07.2025
21:49 Uhrbearbeitet:
13.07.2025
09:33 Uhr
[SIZE=2][b]Tag 698 Samstag[/b][/SIZE]
[b]Immer noch nicht über den Berg?[/b]
Ein regnerischer Tag,
der mich zuhause eingräbt.
Ich lese, schlafe, höre Musik
und schaue aus dem Fenster.
Nur wenige sind unterwegs.
Die mit dem Hund müssen ja raus.
Aber heute soll es schnell gehen,
der Hund ist auch nicht begeistert.
Hier ist es schön.
Ich sitze am Rechner, lese im Forum
und lasse meine Gedanken fliegen.
Mein Blick schweift über die Bücher
und betrachtet die Bilder an den Wänden.
Langsam wird es dunkel.
Im Haus gegenüber sind nur wenige Fenster beleuchtet.
Kein Wunder,
die Wohnzimmer
sind nach hinten raus.
Ich schaue auf die Bäder und die Küchen.
Die Menschen sitzen in ihren gute Stuben.
Genau wie ich.
Ob sie gerade jetzt darin rauchen?
Heute habe ich Lust auf Rauchen.
Das ist nichts Neues.
Ich kenne das.
Aber heute ist es massiv.
An solchen Tagen habe ich immer
gerne und besonders viel geraucht.
Regen, Stille
dieses schöne Alleine sein.
Ich genieße da immer etwas.
Schwer zu beschreiben
was das auch immer sein mag.
Es fühlt sich jedenfalls gut an.
Nur da ist immer das Bedürfnis nach einem Kick.
Keine Droge wirkt so wie Tabakrauch
und im Speziellen das Nikotin.
Ich habe überhaupt keine Lust auf Alkohol,
Haschisch oder sonst irgendwas.
Nein, der innere Ruf ist eindeutig.
Ich betrachte es wie ein Forscher.
Interessant, denke ich.
Wo das wohl her kommt.
Was soll ich damit machen?
Erstmal beobachten.
Achtsam in mich hinein fühlen.
Was ist das für ein Gefühl?
Es hüpft in meinem Inneren herum.
Wie auf einem Trampolin,
aber in Zeitlupe.
Wenn es nach oben steigt, dann stöhnt es und grinst. Fällt es runter ist es still um dann satt und schwer im Tuch einzusinken. Dann schnellt es wieder nach oben. Ein Schrei steigt auf und verhallt in einem Echo. Dann friert es ein und es fällt. Diesmal rasend, ohne Regel einfach so.
Das ist das Craving. Nach fast 700 Tagen immer noch präsent. Nicht stark. Nein, kein Vergleich zu früher. Die letzten Wochen und Monate habe ich es fast nie gespürt, wenn das nur kurz und schwach. Eine gehauchte Erinnerung. Heute ist es anders. Heute bin ich mit mir ganz allein. Dieser Tag ist etwas Besonderes. Ich spüre es deutlich.
Den ganzen Tag schon schweifen meine Gedanken in der Vergangenheit umher. In den letzten Wochen ist sehr viel passiert. Da gibt es eine Menge zu verarbeiten.
Ich hatte lange nicht an irgendwelche Süchte gedacht. Natürlich werde ich hier jeden Tag daran erinnert. Alle, die hier um ihre ´Souveränität kämpfen erinnern mich an meine Situation. Meine eigene Sucht. Meinen eigenen Weg, den ich immer wieder neu suche und finde.
Ich nehme jetzt meine Schirm
und mache einen
kleinen
Spaziergang