Hallo liebe Dagmar,
Diese Kombination Rauchstopp und Depression ist ein schweres thema.
Schwer auszuhalten, schwer darüber zu sprechen, schwer zu vermitteln an jemanden, der es nicht kennt.
Ich hatte auch schon vor meinen rauchstopp mit depressionen zu tun (incl. Therapie und medikamentöser behandlung)
Zum Zeitpunkt meines rauchstopp war ich stabil, und ich hatte zwei jahre zuvor aufgehört alkohol zu trinken, was mir leichter fiel, als ich erwartet hatte.
Ich war also relativ optimistisch, dass dieser rauchstopp klappen würde.
Es war sehr anstrengend und ich hatte den eindruck, dass es von woche zu woche schlechter wird. Meine anfängliche gereiztheit wandelte sich in eine tiefe niedergeschlagenheit und ich hatte grosse angst, wieder in eine depression zu rutschen. Dennoch war es etwas anders als bei einer depression, es war viel schwankender auch wenn die traurigkeit deutlich überwog.
Und es ist ja eine spirale aus emotionen, gedanken und empfindungen, die sich negativ verstärken können.
Ich habe mir dann eine therapeutin gesucht, mit der ich einige sitzungen hatte und das hat auch sehr gut getan.
Ich habe auch vorübergehend ein leichtes antidepressivum genommen und mich hier im forum angemeldet.
Das nikotin hat ja eine wirkung auf die psyche, sonst würde es ja nicht süchtig machen. Es gibt studien, die einen deutlichen zusammenhang sehen zwischen drogen, speziell nikotin und depressionen.
Es war so anstrengend durch diese phase durchzukommen, aber ich wollte unbedingt von meinem suchtgesteuertem verhalten wegkommen, das war mein antrieb.
Ich bin heute davon überzeugt, dass diese depressive phase dem nikotinentzug geschuldet war.
Mir half es, lange spaziergänge zu machen, die wohnung, die situation zu verlassen.
Mache dir bewusst, dass nikotin eine stark süchtig machende droge ist und wir als raucher nicht nur 20x am tag einen rausch haben, sondern auch 20x vorher einen kleinen entzug durchmachen.
Diese nie endende spirale kannst du zerschlagen.
Du leistest gerade etwas grossartiges, du holst dir die kontrolle über dein freies verhalten zurück, das ist anstrengend aber ist so wertvoll, dass es sich lohnt durch das dunkle tal zu gehen.
Es hat ein ende, auch wenn du das gerade vielleicht nicht glauben, nicht sehen kannst.
Ich kenne diesen weg.
Es tut mir leid, dass ich dir keine abkürzung zeigen kann, aber ich kann dir von hier aus zurufen, dass du auf dem richtigen weg bist.
LG von paul