Hallo Viktoria,
meine Frau und ich sind seit März 22 Jahre ein Paar, davon 19 Jahre verheiratet. Es gab in dieser Zeit unendlich viele Stürme, mitunter in Orkanstärke. Und es gab und gibt die Phasen des Glückes. Halt eine ganz normale Zweierkiste.
Eines weiß ich heute sicher: Hätten wir nicht gelernt, miteinander im Gespräch zu bleiben, wären wir längst kein Paar mehr. Nicht jedes Gespräch war immer und sofort von Erfolg gekrönt. Aber es war immer ein Anfang, nach manchmal vielen Tagen der Sprachlosigkeit.
Du bist mit deinem Mann ebenfalls schon viele Jahre zusammen. Wie schätzt du ihn ein? Fühlt er sich glücklich mit eurer Situation?
Nach den vielen Jahren der gelebten Zweisamkeit sind die "Schmetterlinge im Bauch" längst Geschichte. Mir (und meiner Frau!) ist es lange schwer gefallen das zu akzeptieren. Die anfängliche allumfassende Glücklichkeit hat sich verändert. Heutzutage kann ich von einer Zufriedenheit sprechen, die "Jagd nach dem Glück" hat ein Ende. Das schafft Sicherheit und ein Gefühl des "Sich-Gut-Aufgehoben-Fühlens.
Ich halte es fur falsch, Veränderungen in deinem Leben davon abhängig zu machen, wann dafür Zeit ist. Mehr fur dich tun, wenn die Kleine im Kindergarten ist? Hmmm! Jetzt hier und heute bist du unglücklich mit der Situation Und jetzt hier und heute hast du die Chance und die Verantwortung, eine Veränderung anzustoßen. Altes Sprichwort sagt: Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden...
Ich bin nun seit ungefähr einem Jahr hier als Rauchfreilotse tätig. Die Aufgabenstellung, die wir alle hier zu erfüllen versuchen ist es, Ausstiegswillige bei ihrem Weg in ein Leben ohne Nikotinabhängigkeit zu begleiten, zu unterstützen und zu motivieren, bei Rückschlägen dennoch den Mut zum Weitermachen aufrechterhalten zu helfen. Bitte verstehe dieses Forum nicht als Lebenshilfe im Allgemeinen. Das können (und wollen) wir Lotsen nicht leisten. Naturlich spreche ich mit diesem statement nur für mich alleine.
Nach meiner Wahrnehmung ist deine Aussage, dass "nicht mal die Rauchfreilotsen von sich horen lassen, obwohl es mir so schlecht geht" keine Kritik an uns, sondern eher ein Alarmsignal dafür, wie sehr du dich alleingelassen fühlst. Könnte da etwas dran sein? Aber wie gesagt: Ich bin weder Psychologe, noch Therapeut...
Alles Gute, lieben Gruß
Meikel