Guten Abend ManyLu,
ich bin mal gespannt, ob ich das morgen hinbekomme. Ich bin ganz zuversichtlich, da ich heute auf Arbeit nicht einmal das Bedürfnis hatte. Schlafen kann ich auch wieder. Mal sehen, der letzte Schritt ist für mich sicherlich hauptsächlich Kopfsache. Ich habe heute wieder von einer Frau gehört, die hat schon verhärtete Lungen. Jetzt muss sie auch mit dem Rauchen aufhören. Ich dachte nur, ich mach das, bevor es soweit ist. Ich bin auch voller Hoffnung, dass sich meine Bronchien erholen werden. Das ist ja jetzt schon kein Vergleich zu dem Zustand vor zwei Wochen. Gestern musste ich meinen Freund ins Krankenhaus bringen (Nierenkoliken). Aber selbst das war mit den Zwang, rauchen zu müssen, auszuhalten.
Eigentlich geht es mir so gut, wie lange nicht mehr. Ich bin nicht mehr so müde. Heute habe ich mich mal auf eine Waage getraut. Seitdem ich mich (ich glaube, es war diese Frühjahr) das letzte mal gewogen hatte, habe ich 8 Kilo abgenommen. Und ich weiß nicht, warum. War ziemlich gestresst. Jetzt, da ich mehr Zeit habe und nicht dauernd rauchen muss, bin ich schon viel ruhiger. Jetzt denke ich, was ich noch alles machen könnte und mache es auch. Vorher dachte ich, was ich noch alles machen muss und habe es meistens nicht geschafft. War einfach fertig.
Weißt du, es ist eigentlich auch eine sinnlose Suche nach dem Grund, warum du depressiv bist. Ich war mal bei einem Therapeuten, der sagte: Die Tiefenpsychologen nehmen die Menschen Stück für Stück auseinander, aber es gelingt ihnen oft nicht, sie wieder zusammenzusetzen. Wichtig ist dein eigenes Verhalten. Sicherlich hat es einen Grund, warum du depressiv bist, Stoffwechselstörung! Aber da kannste nichts machen, weil das nun mal so ist und keiner weiß, wie man das ändern kann. Tabletten helfen auch oft nicht. Du selber kannst dir helfen. Tiere sind dabei eine riesen Hilfe. Nicht nur, dass sie da sind und lustig sind und mit einem kuscheln, du musst Verantwortung übernehmen. Außerdem lieben sie dich, ob du nur ein Bein hast, oder ne krumme Nase, das sieht ein Tier nicht. Die schauen in dich hinein. Das ist auch gut, wenn du dir Ziele setzt. Hast du Arbeit? Bist du krank geschrieben? Ich hab damals alles über den Haufen geworfen. Und etwas besseres, als diese blöde Krankheit konnte mir im Nachhinein betrachtet gar nicht passieren, auch wenn ich sie oft verfluche. Eine Angststörung engt dich ein, hält dich zurück. Ich hab nach ca. 2 Jahren diese Mauer durchbrochen (hab ich mir aber im Laufe meines Lebens selber um mich herum gebaut). Gefühle hatte ich kaum noch, die waren nur schwach wahrnehmbar. Mich konnte keiner verletzen, aber irgendwie sind die ganzen miesen Sachen, die mir zugestoßen sind, doch durchgedrungen und haben in mir geschlummert, bis ich zu voll war damit. Jetzt mache ich den nächsten Befreiungsschlag. Es fällt mir schwer, weil ich es für mich mache. Aber ich habe die Nase voll von dieser ewigen Müdigkeit. In gewisser weise steht man still oder ist in seinem Hamsterrad und merkt es nicht. Und die Gefühle sind auch gedämpft. Eigentlich sehr ähnlich mit der Krankheit, auch mit Depression, nicht? Insofern bist du auf dem Weg nach oben. (Zugegeben, es dauert echt lange) Und ich hoffe, dass du auch mal deine Tabletten mehr brauchst, die dämpfen auch. Sie sind ein Stück weit eine Hilfe, aber als mehr darf man sie nicht sehen.
Ich wünsche dir eine gute Nacht. Eule