Liebe Stern,
es ist nur allzu verständlich, daß Dein Impuls, das Rauchen aufzugeben, nach der schlimmen Diagnose Deines Bruders, was mir sehr leid tut, sehr groß war. Und sicher war es auch absolut richtig, dem Impuls nachzugeben, denn egal, was einen dazu bewiegt, die Reißleine zu ziehen - das Aufhören ist immer richtig.
Aber Du tust es nicht für Deinen Bruder, sondern für Dich. Dir nützt es, Du profitierst. Auch tust Du es nicht, weil Dir Deine Eltern in den Ohren liegen. Sondern weil Du es willst.
Also. Es ist völlig richtig und auch wichtig, die eigenen Motive hochzuhalten. Was sind Deine Motive? Was bringt es Dir? Welches sind Deine ureigenen Interessen aufzuhören? Artikuliere es für Dich, schreib es Dir auf Kärtchen, lies es Dir vor, wenn Dich die Schmacht nervt! Du hast ein berechtigtes Interesse daran, alles zu tun, damit es Dir gut geht und Du gesund bleibst.
Diese Schmacht wird noch einige Zeit lang versuchen, Dich wieder zurückzuholen. Aber man kann das aussitzen - Du weißt es, hast es ja schon mal geschafft. Hast also bewiesen daß Du es kannst. Was hat Dir beim letzten Mal geholfen?
Und für später kann die einzig richtige Antwort einfach nur heißen: Nein danke. Ich rauche nicht mehr. Denn nur mal eine gibt es für uns nicht mehr. Nur dieses Mal bist Du einen Schritt weiter: Du weißt das.
Du machst das sehr gut und tapfer. Mach so weiter Stern. Viele Grüße sendet Dir
Lydia