Liebe Wilma,
über das Zitat Deines Vaters bin ich auch gestolpert. Ich kenne solcherlei Aussagen aus meinem eigenen Familienkreis und muß gestehen, ich habe mich defizitär gefühlt, daß mir der Entzug so schwer gefallen ist - überhaupt, daß ich wieder rückfällig geworden war, daß der Entzug, der mich herführte, überhaupt notwendig wurde.
Doch Stand heute sehe ich es etwas anders. Ich weiß ja, daß es problemlose Entzüge gibt, mein erster war ja auch so. Möglicherweise hat Dein Vater ja wirklich so einen erlebt...? Man hat nach so einer Entwöhnung nämlich wirklich keine Ahnung von den Schwierigkeiten, mit denen so ein Entzug aufwarten kann, kein Verständnis dafür, ich hatte es auch lang nicht. Er _weiß_ einfach nichts darüber, wenn er denn so einen streßfreien Entzug hatte.
Andererseits dient eine Äußerung wie "nie mehr Verlangen" sicher auch gern mal der eigenen Überzeugung. Manchem hilft es möglicherweise, sich selbst glaubhaft zu versichern, daß er das Rauchen eigentlich gar nicht mehr will. Kann ich nicht beurteilen, mir hilft die Anerkenntnis, daß es Verlangen geben kann und die Vorsicht mehr als Abrede, aber wer weiß, vielleicht ist es ja Deines Vaters Art damit umzugehen. Und erfolgreich damit umzugehen.
Mit Dir stimmt schon alles. Du hast nur einen anderen Entzug mitgemacht als Dein Vater und/oder eine andere Art, damit umzugehen. Laß ihn seinen Erfolg genießen - und genieße Du völlig zu Recht den Deinen. Denn - und da sind wir uns glaube ich einig - das ist ja wohl eine Erfolgsgeschichte, die Du dieses Mal schreibst oder bist Du da anderer Meinung???
Herzliche Grüße sendet Dir
die Miez