Hallo Gitte,
schön, dass du hier nochmal vorbeigeschaut hast und dass du ein paar meiner Gedanken hilfreich findest. :)
Ich bin nun schon seit einigen Tagen weniger im Forum unterwegs. Einerseits weil jetzt schon die Gedanken an die Zigaretten immer weniger werden und vor allem nicht mehr so mächtig und quälend sind. Andererseits habe ich bemerkt, dass in einigen Wohnzimmern (zum Glück nicht in allen) der Blick stark auf Negatives gerichtet wird. Natürlich ist so ein Forum eben auch dazu da sich virtuell mal richtig auskotzen zu können, vor allem wenn man eventuell nicht seine Mitmenschen im privaten oder beruflichen Leben allzu sehr damit belasten möchte. Auch weiß ich, dass der Entzug für jeden unterschiedlich verläuft, jede Persönlichkeitsstruktur eine Rolle dabei spielt wie gut man in dieser Zeit zurecht kommt und es vielleicht auch einen Unterschied macht, ob man 12 oder 25 Jahre geraucht hat.
Allerdings würde ich trotz allem allen, die sich momentan ganz schrecklich und depressiv fühlen, dazu raten sich irgendwie (glaubt mir, wenn ich das Rezept weiß werde ich es bekannt geben ;) ) auf andere Dinge zu konzentrieren... Das Reinsteigern in die depressive Laune ist das Schlimmste, das man machen kann. Und da spreche ich leider aus Erfahrung, vielleicht ist eben dies auch in manchen Fällen der Grund für Rückfälle gewesen. Klinische Depressionen sind hier natürlich ausgenommen, aber auch da gilt: sich was Gutes tun hilft am meisten. Sport, Wellness (und sei es "nur" zuhause) und schöne Dinge unternehmen, die einem guttun und Spaß machen sind viel besser, als immer wieder über die eigene depressive Verstimmung zu grübeln. Und vor allem: Ihr seid das alle wert! Jeder von euch ist es wert, dass ihr euch selbst schätzt und euch verwöhnt! Wer wenn nicht ihr selbst sollte dafür verantwortlich sein? Wenn man aus dem Kindesalter raus ist und eben nicht mehr die Eltern diese Sorge übernehmen stehen bei diesem Job ganz klar wir selbst in der "Pflicht"!;)
Ich weiß gar nicht, wie ich es genau in Worte fassen soll, aber das Beenden dieser gedanklichen Negativspirale ist der Schlüssel dazu, nicht mehr rauchen zu müssen und sich insgesamt wohler zu fühlen. Das ist mir vorher auch selten gelungen, aber diesmal scheint es wirklich zu klappen. Dadurch, dass ich mir klar mache, dass ich nicht ängstlich sein muss, dass ich an mich und das was ich kann, glauben kann und dass es alles gar nicht so bedrohlich ist, fällt mir das Nichtrauchen geradezu leicht. Aber wie schon berichtet: auch ich hatte ein paar schlechte Tage in der letzten Woche...
Und eine Sache gibt es: Ich habe nun seit drei Tagen tagsüber im Grunde keinen Gedanken ans Rauchen verschwendet, aber in allen drei Nächten davon geträumt. Ich weiß, dass meine Lunge nun langsam den ganzen Dreck hinaustransportiert, weshalb es bei einem nächtlichen Husten passieren kann, dass man plötzlich uralte Zigarettenrückstände zu schmecken bekommt und dadurch eben unter Umständen auch davon träumt.
Aber ich muss ganz klar sagen: es NERVT MICH ! Jeder dieser Träume war im Grunde eine Bestätigung, dass Rauchen kacke ist, jedes Mal! Ein Traum handelte davon, dass ich mich zu einer Gruppe Menschen gesetzt hatte, die ich gerne habe. Alle zündeten sich Zigaretten an (obwohl die meisten im echten Leben NR sind) und als ich mir wie selbstverständlich auch eine anmachte erhielt ich von einem sogar Lob dafür (so als wäre es das Nonplusultra zu Rauchen). Bescheuerterweise ist eben diese Person im realen Leben strikter NR und Leistungssportler, vollkommen Banane der Traum!
In einem anderen zündete ich mir auf dem Weg zur Arbeit eine an. Ich zog aber nur einmal daran und dachte dann "ach nee, das wollte ich ja lassen". Und sogar im Traum schmeckte es scheiße :D Dann begann sogar im Traum die ewige Diskussion mit der Sucht, denn im Traum hatte ich an dem Freitag davor eine ganze Zigarette geraucht...und im Traum befahl die Sucht: dann machste diese hier aber wieder an. Hast ja eh schon ne ganze geraucht. Und alle diese Träume waren nicht angenehm, sie ließen ein schockiertes Gefühl zurück...eben genau das, was die Vergiftung tatsächlich mit dem Körper anstellt.
Und ich wache danach auf, kann mich an alle Details der Träume erinnern und denke mir, wie unglaublich wahnsinnig das ist. Da sitzt irgendwie etwas in deinem Hirn und steuert sogar die nächtlichen Filme... Aber besonders stolz bin ich, dass ich sogar im Traum einen Schlussstrich gezogen habe :D die Kippe habe ich auch im Traum nicht wieder angezündet. Mal schauen, ob ich in den nächsten Nächten auch wieder erfolgreiche Schlachten schlage. Hauptsache bleibt erstmal, dass ich tagsüber gewinne :)
Liebe Grüße an euch alle!
Lionne