Liebe Steffi,
herzlich willkommen hier bei uns Aufhörwilligen! Wow mit über 70 Tagen im Gepäck reist Du an, großer Respekt! Da hast Du echt schon einen guten Weg zurück gelegt.
Super finde ich es, daß Du Dir gerade für Deine "schwierige Zeit" Unterstützung holen willst. Das machst Du ganz genau richtig. Wußtest Du eigentlich, daß die Phase um die drei Monate nach der letzten Zigarette generell als nochmal nicht ganz einfache Phase definiert wird? Also klar, jeder Entzug verläuft anders, da gibt es keine allgemeingültigen Gesetze, und manche spüren diese Phase auch gar nicht oder eben andere Phasen stärker. Aber nicht wenige spüren um die Zeit zwischen zweieinhalb und vier Monaten nochmals erschwerte Bedingungen wie verstärktes Rauchverlangen. Das ist gar nicht mal so äußergewöhnlich, damit bist Du gar nicht allein! Es gibt hierfür verschiedene Erklärungsansätze biochemischer und auch psychologischer Natur, aber Fakt ist: das ist für viele nochmal eine schwierige Phase, was daran liegt, daß die anfängliche Euphorie nicht mehr da ist, daß es zwischenzeitlich ja eigentlich schon mal richtig gut ging und daß dieses Rückkehr der Schmacht einfach frustrierend und verunsichernd ist, weil sie glauben macht, daß sie jetzt für immer nerven kann. (Dem ist allerdings nicht so, dazu gleich mehr) Da kann man schon mal frustriert einbrechen! Toll daß Du diese dieses Mal nicht allein bestreiten willst. Korrekte Entscheidung Steffi.
Die gute Nachricht dabei ist, daß diese "Dreimonatskrise", wie wir sie hier manchmal nennen, gewöhnlich den Schlußpunkt einer Entwöhnung markiert. Viele Aufhörer spüren nach Abklingen dieser vermehrten Schmacht schlagartig Erleichterung und Freiheit. Bei mir war das auch so, ich hatte eine heftigst schwere Dreimonatskrise (nach etwa vier Monaten, wie gesagt, der Zeitraum ist da auch nicht in Stein gemeiselt, aber ich war da schon sehr spät dran), die mich fast in die Knie gezwungen hätte. Aber als ich die hinter mir hatte, da war der Entzug vorbei, ich war frei von Schmacht, Rauchlust und Zigaretten und einfach nur noch glücklich.
Wenn es bei Dir wieder so weit ist, geh achtsam mit Dir um Steffi. Mach Dir klar, daß es "nur eine Phase" des Entzugs ist, die wie alle anderen vorbei geht. Nutze Ablenkungsmanöver, lutsche zuckerfreie scharfe Bonbons (Schärfe dämpft Schmacht), lenk Dich ab, beschäftige Dich mit angenehmen Dingen. Gehe so mit diesen Schmachtattacken um wie mit den zuvor erlebten, nutze die Atemübungen für Dich und mache es so wie bisher. Das ist richtig und funktioniert immer noch. Und sei Dir gewiß, daß es nicht so bleibt. Es wird aufhören Steffi! Mach Dir außerdem klar, daß "nur mal eine Zigarette" eben nicht die eine bleibt, Du ja schließlich frei sein und bleiben und Deine merkbaren gesundheitlichen Vorteile nicht wieder drangeben willst. Und sage Dir und der Sucht "Nein, ich möchte jetzt nicht rauchen." Du schaffst das.
Für die Zeit bei Deinen Eltern könnten Dir die sogenannten 4 A-Tipps helfen. Ich stelle sie Dir hier mal zum Nachlesen ein:
http://www.rauchfrei-info.de/aufhoeren/tipps-fuer-ihren-rauchstopp/tipps-bei-verlangensattacken/
Für Dich ist da sicher der Punkt "Abhauen" wichtig: Wenn Du in der Runde merkst, daß Dich die Schmacht einholt, dann verlasse diese Runde kurz, bis Du Dich wieder stärker fühlst. Und halte Dir in der Runde ruhig genug Wasser, Salzstängle und/oder Rohkost bereit, dann kannst Du auch "ersatzweise" zu etwas greifen. Etwas komisch anhören mag sich das Hilfsmittel, daß Du bei Rauchlust, wenn Du Dich zum Beispiel zurückziehst, durch einen auf Zigarettenlänge abgeschnittenen Trinkhalm "Luft rauchst". Der körperliche Vorgang des An-die-Lippen-Führens und Inhalierens ist derselbe wie bei der Zigarette, und genau das besänftigt die Schmacht. Klingt jetzt vielleicht etwas unorthodox, hat sich aber als wirksam erwiesen!
Und ich weiß ja nicht, wie Deine Familie so aufgestellt ist: könntest Du denn mit ihnen über dieses Thema reden? Bei ihnen um Akzeptanz und sogar Unterstützung für Dein Vorhaben, rauchfrei zu werden, werben? Rauchen da mehr Familienmitglieder? Vielleicht findet Ihr ja sogar gemeinsam einen Weg, daß es Dir nicht zu schwer wird nicht zu rauchen. Diese Seite bietet zu dem Thema folgende Info an:
http://www.rauchfrei-info.de/aufhoeren/tipps-fuer-ihren-rauchstopp/der-umgang-mit-anderen/
Das wären jetzt so meine ersten spontanen Ideen, wie Du Ostern im Kreise der Familie rauchfrei bestehen könntest.
Ich bin davon überzeugt, daß Du es schaffen kannst Steffi. Du weißt bescheid, wann es Dich vorzugsweise wieder erwischt, legst Dir Strategien zurecht und gehst gewappnet in einschlägige Situatonen hinein. Deine Erfahrungen und Dein Wissen helfen Dir auf dem Weg in die dauerhafte Rauchfreiheit! Ich wünsche Dir hierbei alles Gute und freu mich, wieder von Dir zu lesen. Darüber hinaus wünsche ich Dir gute und schnelle Besserung für Deine Verletzung, ich hoffe doch, die Heilung verläuft zeitgerecht? Alles Gute Dir und bis bald von
Lydia