Hey blackburn,
von mir auch noch willkommen in unserem lustigen Aufhörer-Kreis. Und meinen Glückwunsch zum erfolgreich vollzogenen Absprung aus der Abwärtsspirale. Allein das darfst Du schon mal als Leistung und Erfolg werten.
Wie geht es den Halsschmerzen derzeit, haben die bis jetzt nachgelassen? Also hm..... primär hätte ich diese auch einem Infekt zugeschrieben, aber sekundär..... weißt, man entgiftet ja auch über Haut und Schleimhäute, wenn man aufhört zu rauchen. Schon so mancher hat über eine Art Trockenheitsgefühl der Schleimhäute geklagt, warum soll sich das nicht mal zu spürbaren Schmerzen steigern. Salbeitee ist da schon eine gute Idee, aber besser als ihn zu trinken, ist bei Halsschmerzen damit zu gurgeln. Uuuuuund mit lauwarmem Salzwasser - klingt komisch, ist es auch, aber wirksam. Weil es reinigend und befeuchtend wirkt sowie die Schleimhäute etwas zusammenzieht, davon läßt der Schmerz nach. Also das kannst Du bei jedem Halsschmerz machen. Achte nur darauf daß Du es nicht gerade schluckweise verschluckst. Sonst könnte Dir übel werden.
Die Veränderung des Stimmvolumens kann ich Dir glaube ich auch erklären. Bei der Reinigung der Lunge wird die ganze Substanz, die sich darin befindet und die da nicht hingehört, quasi schwallartig abgebaut. Diese Schwälle belasten bis zu deren Abgabe erstmal die Lunge, bremsen zunächst mal die Atemtätigkeit, mindern vorübergehend das Volumen. Nicht so signifikant, daß man es nicht kompensieren könnte, aber bei Menschen, die sowieso die Lunge in irgendeiner Weise zum Thema haben, spürbar. Von mir kann ich sprechen, da sich meine Lungenwerte nach dem Rauchstopp beim turnusmäßigen Lungenfunktionstest (als Asthmatikerin) erstmal signifikant verschlechtert hatten. Diese Beobachtung, daß sich die Lunge zu Beginn der Entwöhnung erstmal belastet anfühlt, wurde hier übrigens schon öfters beschrieben. Natürlich wirkt sich eine Volumenseinbuße auch erstmal auf die Stimmqualität aus. Die gute Nachricht ist: das wird wieder. Und zwar deutlich zum besseren hin. Sowohl die Lungenfunktion als auch die Stimme. Laß sich Deinen Körper regenerieren, gib ihm Zeit, den Müll, der ihn beschwert, rauszubringen. An der Lungenfunktion und dem Stimmvolumen wirst Du aller Voraussicht nach alsbald Verbesserungen merken.
Was Medikation angeht, bin ich völlig bei Dir, ohne Rücksprache mit dem Doc Deines Vertrauens hätte ich da auch nichts eingeworfen. Da können wir Dir hier sowieso keine Faustregeln anbieten, weil dies hier kein medizinisches oder ärztlich betreutes Forum ist. Wir können und dürfen nichts zur Einnahme von Medis sagen. Was ich Dir sagen kann und auch darf, ist jedoch, daß eine Rücksprache mit Deinem Arzt auch und gerade in der Raucherentwöhnung absolut angemessen ist, wenn sich körperliche Schieflagen einstellen. Denn erstens kannst Du, kann ich, können wir nicht wissen, ob es von der Entwöhnung kommt oder ein eigenständiges Symptom ist, und zweitens kann, vielleicht sogar muß der Doc unterstützend tätig werden, auch wenn es "nur" vom Rauchausstieg kommt. Bei mir mußte damals auch die Asthma-Medikation vorübergehend angepaßt werden, also legitim und verantwortungsbewußt, zum Arzt zu gehen, wenn Du Schieflagen spürst, die Du nicht bestimmen kannst. Also bitte nimm das ruhig mit blackburn, wenn Du während der Entwöhnung jetzt Störungen verspürst, laß sie ruhig mal anschauen.
Deine jetzt verfolgten Strategien, meditieren, spielen, nach draußen gehen, sind absolut zu unterstützen blackburn, sowas hätte ich Dir auch gegen Schmachter angeboten. Suchtverlagerung ist eher eine fragliche Strategie, denn Du willst Dich ja aus einer befreien, eine schlafen schicken. Aus dem Teufelskreis kommst Du nicht heraus, wenn Du Deinem Gehirn eine Ersatzsucht anbietest, denn das Suchtgedächtnis bleibt dann wach und im Gegenteil, es bekommt sogar noch eine Alternative dazu, mit der es Dich dann kriegen kann.
Du schreibst was von sportlichem Treiben: das kannst Du auch zu Deiner Entwöhnung nutzen. Du kannst mit Bewegung ganz prima Schmachter überbrücken, außerdem die Ausschüttung von Glücksbotenstoffen in Deinem Körper wieder anwerfen, die dieser beleidigt eingestellt hat, weil das Nikotin sie vertrieben hat. Und es hält Kreislauf, Blutdruck und Verdauung in Schuß, auch wichtig in der Entwöhnung. Was für Sport betreibst Du denn (ich bin neugierig)?
Kann durchaus sein, daß Dir Dein Unterbewußtsein mit diesem Traum mitgeteilt hat, daß es, Dein Körper oder sonst etwas in Dir massiv nicht mehr rauchen will. Und ich finde es ganz große Klasse, daß Du diesem Wink mit dem Eiffelturm auch gleich richtig Rechnung trägst. Kann man nur loben. Die Wahrscheinlichkeit, daß Dich die COPD oder andere rauchbedingte Leiden einmal heimsuchen werden, hast Du schon dadurch minimiert, daß Du doch recht jung aufhörst. Ich denke auch, darüber solltest Du Dir keine Gedanken machen - erstens, weil wie gesagt, Du schon sehr früh entgegensteuerst, zweitens, weil man es ja doch nicht orakeln kann und drittens: lebe lieber im Jetzt und Hier und mach das Beste draus. Dein Rauchstopp gehört zum Besten dazu.
Ich bin schon gespannt, was Du als nächstes zu berichten hast blackburn. Freue mich wieder von Dir zu lesen. Bis dahin weiterhin viel Erfolg, Power und Optimismus auf Deinem Rauchfrei-Weg, und viele Grüße von
Lydia