22.09.2019
18:37 Uhrbearbeitet:
22.09.2019
18:42 Uhr
Guten Abend, liebe Marion!
Oft gehen wir mit uns härter ins Gericht, als es andere tun würden. Deine Verzweiflung, deine Traurigkeit fühlen sich sicher sehr mies an-vorsichtig formuliert. Mir hat der Beitrag von MyKimba sehr gut gefallen. Besonders die Frage, wie wohl eine gute Freundin deine Situation beurteilen würde.
Ich musste in meiner Rauchergeschichte ganz ähnliche Situationen erleben. Ich habe in den letzten Raucherjahren die Zigarette gehasst. Ja, ich habe mich gehasst. Für die Schwäche, die Unfähigkeit, stärker zu sein, als diese Drecksdinger. Nach 7 gescheiterten, ernsthaften Rauchstopps, ist es mir im 8. Anlauf gelungen, dauerhaft rauchfrei zu leben, bis heute. Und heute weiß ich, daß eine Zigarette reichen könnte, mich wieder ganz an den Anfang zurückzubeamen. Deshalb ist mir heutzutage-neben der körperlichen Hygiene- die Seelenhygiene ganz besonders wichtig. Überlebenswichtig! Durch die Schwere der Erkrankung, die ich mir durch das Rauchen zugezogen habe, würde ich wohl das Ende dieses Jahres nicht mehr erleben, würde ich wieder rauchen.
Liebe Marion, ich schreibe dir das, um dir zu sagen: du bist nicht allein, mit der Enttäuschung. Ganz viele Forumianer "durften" ganz ähnliche Erfahrungen machen. Und zunächst würde ich dich bitten wollen, nicht zu hart mit dir umzugehen. Wir haben uns mit einem Gegner eingelassen, der stark ist. Und der hinter jeder Ecke lauert, um dich wieder auf seine Seite zu ziehen. Aber es gibt durchaus Strategien, die auch für dich hilfreich sind. Wenn du magst, lass uns beim nächsten mal gerne darüber sprechen. Erstmal belasse ich es dabei.
Es lohnt sich, dich und den Weg für ein rauchfreies Leben weiterzugehen. Mut und Entschlossenheit sind ganz sicher wertvolle Attribute. Generell ist Angst immer ein schlechter Berater!
Viele liebe Grüße
dein Meikel