Liebe Mica,
sei auch von mir ganz herzlich begrüßt in dieser tollen Community.
Ich habe deine Nachrichten gelesen und dabei mehrere Ideen gehabt, was mir aufgefallen ist.
Mehrfach hast du die Frage formuliert, ob du dich vielleicht selbst belügst. Nach meiner Überzeugung, sind wir alle, die wir hier unsere ganz persönliche Geschichte mitbringen, "Weltmeister" darin, uns selbst zu belügen. Vielleicht klingt es etwas sympathischer, zu sagen, dass wir eine lange Zeit die Augen verschlossen haben, vor den verschiedensten Wahrheiten, die zu realisieren einfach zu schmerzhaft gewesen wäre. Die Summe aus beidem nenne ich Selbstbetrug!
Ja, wir haben uns viel zu lange selbst beschubst. Nun denn! Vielleicht ist es gerade jetzt deine Chance, 'klare Kante' zu zeigen und ein neues Kapitel in deinem Leben aufzuschlagen. Titel: "ICH-WERDE-RAUCHFREI !"
Ich bin überzeugt, dass du in deinem Leben so einige Projekte bearbeitet hast, die knifflig waren, die deine ganze Energie gefordert haben, bei denen es vielleicht Rückschläge gab, die du aber erfolgreich abschließen konntest.
Dein Projekt ICH-WERDE-RAUCHFREI ist womöglich die größte Herausforderung, der du dich stellst.
Nicht das Rauchfreiwerden ist ein Problem.
Das Bleiben schon!
Vorhin hast du von deiner Angst geschrieben, an Krebs zu erkranken. Ohne Frage, wäre das eine schlimme Diagnose. Es gibt allerdings einen weiteren 'Dämon', der dem Krebs längst den Rang abgelaufen hat, was die Zahlen der erkrankten Menschen, sowie die Zahl der Todeszahlen betrifft: COPD. Um Missverständnissen vorzubeugen, Krebs ist sehr, sehr schlimm. Beim Krebs gibt es die verschiedensten Therapien, um die Krankheit zu bekämpfen.
Es besteht also vielfach eine echte Chance, wieder zu gesunden.
Die COPD ist nicht heilbar und ist tödlich. Die Behandlung zielt einzig darauf ab, die Lebensqualität des Betroffenen zu verbessern. Falls du diese Erkrankung nicht kennst, findest du im Netz umfangreiche Info's.
Generell halte ich Angst für einen schlechten Berater, rauchfrei werden zu wollen. Den Respekt vor dieser Aufgabe zu haben, die Sorge, es vielleicht nicht zu schaffen, sind bestimmt sinnvoll. Dennoch hast auch du natürlich die Chance, dein Gehirn auf Erfolg zu "programmieren". Die Kraft der Gedanken ist unfassbar stark! Du hattest folgende Formulierung verwendet: "Aber ich muss es tun..."! Wenn es dir gelingt, aus dem "Zwang" einen Willensakt zu machen, nimmst du erheblichen Einfluss darauf, wie du dich selbst aufstellst: "Ich WILL rauchfrei leben"!
Kannst du damit etwas anfangen?
Zwischen dem Ausrutscher und dem Rückfall wird insofern unterschieden, als daß der Ausrutscher einer Situation geschuldet ist, die uns im Prozess widerfahren ist, in der wir doch wieder eine (oder mehrere) geraucht haben. Was an der Fortsetzung des eingeschlagenen Wegs nichts ändert. Wenn sich ein Ausrutscher an den nächsten reiht, sollten wir uns vielleicht doch noch mal hinterfragen. Duselbst wirst einschätzen, wie du deinen aktuellen Zigarettenkonsum einordnest. Nur du bist dir Rechenschaft schuldig.
Ich bin mir im Klaren, dass dieser Beitrag auf dich und andere vielleicht verstörend wirken kann. Wenn ich kann, Mica, unterstütze ich dich sehr gerne auf deinem Weg, raus aus der Sucht, hin zu einem selbstbestimmten, rauchfreien Leben. Alle AutorInnen in deinem Wohnzimmer haben dir schon so viel Zuspruch zuteil werden lassen.
Es gibt übrigens-und damit möchte ich schließen-wissenschaftliche Studien, wonach Rauchstopper, die für ihre Entwöhnung Nikotinersatz-Präparat benutzen, eine deutlich höhere Erfolgschance haben rauchfrei zu bleiben. Vielleicht ist das abschließend ein kleiner Ansporn für dich...
Ich wünsche dir weiterhin möglichst viel Kraft. Selbst wenn du es nicht sofort schaffst, verliere dein Ziel bitte nicht aus den Augen, ok?
Lieben Gruß
Dein Meikel