Guten Morgen,
ich war ein paar Tage ohne PC und mit dem Handy klappt das Schreiben nicht mehr so.
Zunächst dachte ich, lieber Paul, dass deine Frage, wer oder was der Wolf für mich ist, unerheblich sei. Aber offensichtlich war sie das nicht, denn ich habe lange darüber nachgedacht.
Es ist die Sucht, die als Verheißung daher kommt. Das Gefühl, jetzt und gleich rauchen zu müssen, ist immer verknüpft mit dem Gedanken, dadurch eine Veränderung des Ist-Zustandes hervorzurufen. Dieses Phänomen gilt also nicht nur für andere Drogen, sondern auch für Zigaretten.
Ich habe versucht dem nachzuspüren und kam darauf, dass das tiefe Einatmen des warmen Rauches ganz viel mit Trost zu tun hat. Ohnehin ein generelles Thema für mich. Rauchen tröstet. Es ist wie eine warme Umarmung im Inneren und führt im weiteren zur Erleichterung.
Und dann natürlich hat Rauchen ganz viel mit Durchatmen zu tun. Wann zieht man denn so tief Luft ein wie beim Lungenzug? Ich zumindest viel zu selten, weshalb mir am Anfang Atemübungen auch gut geholfen haben das Rauchbedürfnis zu kontrollieren.
Und irgendwo ist in meinem Kopf rauchen mit Freiheit verbunden, wie bei so vielen, da hat die Werbung, die es früher gab, durchaus am richtigen Punkt angesetzt. Sehr, sehr kurios, da Sucht das Gegenteil von Freiheit ist.
Der Wolf hinter meiner Tür, verspricht mir je nach meiner momentanen Schwäche also Trost, Erleichterung, Freiheit.
Kuriosum am Rande:
Ich war eine Weile in einer psychiatrischen Akutklinik und da gab es so ca. alle 2 Wochen zum Abendessen unter anderem warmen Grießbrei mit Zimtgeschmack. Und alle stürzten sich darauf und die Schüssel war im Nu leer. Und das, obwohl keiner den Brei wirklich mochte. Aber er hat uns getröstet. Er schmeckte nach Trost und Fürsorge und liebender Mutter.