Liebe Viktoria,
mach´Dir nichts draus, hier im Forum geht´s ohnehin manchmal etwas durcheinander!
Auf jeden Fall finde ich es gut, dass Du die werdende Mutter angesprochen und ihr den Link genannt hast - sie kann und muss sich selbst entscheiden, was für sie das Richtige ist. Es gibt auch viele junge Mütter, die während der Schwangerschaft aufhören und direkt nach der Entbindung, also zu Beginn der Stillzeit, bereits wieder anfangen - wir reden hier von Sucht, die den logischen Verstand ganz gewaltig aushebelt. Ich kann allen jungen Müttern, die die Schwangerschaft als Ausstieg in den - dauerhaften! - Ausstieg genutzt haben, indem sie das Verschwinden der körperlichen Sucht (= während der Schwagerschaft) mit dem Kampf gegen die psychische (= nach der Entbindung) fortgesetzt haben, nur von ganzem Herzen gratulieren! Wenn Du etwas mehr Threads durchgelesen hast, wirst Du feststellen, dass dieses Thema nicht zum ersten Mal auftaucht...
Zum Thema "Sucht" habe ich leider ein krasses Beispiel aus meiner eigenen restlos nikotinabhängigen Vergangenheit: Ein sehr, sehr lieber, mittlerweile verstorbener Freund hat uns Rauchern nach seiner Kehlkopfoperation den Spiegel vorgehalten - in das künstliche Beatmungsloch im Hals hat er sich eine nicht angesteckte Zigarette geschoben, um uns zu zeigen, wie sich Kettenraucher (wie wir!) nach einer derartigen Krebsoperation in der Klinik aufführen. Bei jedem von uns war "kognitive Dissonanz" angesagt: "Tritt bei mir nicht ein, aber falls doch, hör ich sofort auf!" Wenn´s nicht so traurig wäre, könnte ich lachen... Obwohl ich zu denen gehört habe, die ihn auf seinem allerletzten Gang begleitet haben, brauchte ich noch weitere eineinhalb Jahre, bis ich endlich zu einem konsequenten "Nein, danke!" fähig war.
Aus meiner eigenen, über mehr als vier Jahrzehnte praktizierten Blindheit kann ich heute nur noch die Konsequenz ziehen, niemandem etwas einreden oder "weise" Ratschläge erteilen zu wollen, ich selbst war bei diesem Thema immer die berühmte Kuh, die man durch Kneifen ins Horn eines Besseren belehren wollte - ein suchtgeprägter Raucher registriert Deine Äußerungen, aber er beherzigt sie nicht, siehe "kognitive Dissonanz"...
Für mich bist Du das Entscheidende - wie geht es Dir heute? Kannst Du mit dem Angstgefühl, dass sich bei jedem Nicht-mehr-Raucher in der Anfangsphase einstellt, inzwischen klarkommen? Laß´ bitte wieder von Dir hören!
Liebe Grüße und eine schmachtfreie Nacht, Brigitte