Hallo Detanova,
vielen Dank für Deinen interessanten Beitrag und willkommen in unserer Gemeinschaft! Wenn ich Dich richtig verstanden habe, möchtest Du Abstand vom regelmäßigen Rauchen gewinnen, um Dir zukünftig die Möglichkeit zum Genußraucher offen zu halten - stimmt das?
Vielleicht gehörst Du tatsächlich zu denjenigen, die eine schlechte Gewohnheit ablegen wollen, ohne bereits im Suchtstadium anzutreten. Hast Du Dir schon einmal mit Hilfe des Fagerström-Tests einen oberflächlichen Eindruck verschafft, in welchem Stadium Du selber antrittst?
http://www.rauchfrei-info.de/aufhoeren/machen-sie-den-test/zigarettenabhaengigkeitstest-fagerstroem/
Obwohl ich Deine Argumentation nachvollziehen kann, wundert es Dich sicherlich nicht, wenn ich sie nicht teile. Ich gehöre allerdings auch zu denjenigen, die im Fagerström-Test mit vollen zehn Punkten dagestanden haben - bei mir würde eine einzige Zigarette ausreichen, um die Sucht erneut wach zu rütteln. Und dann wären die ganzen letzten Jahre umsonst gewesen, in wenigen Wochen wären Kurzatmigkeit und Würfelhusten zurück. Aber das ist meine höchstpersönliche Einstellung, ich bin gespannt auf die weitere Resonanz der anderen Mitkämpfer.
Vielleicht interessiert Dich das Votum eines ehemaligen Gelegenheitsrauchers aus meinem Bekanntenkreis: Er verzichtet seit über einem Jahr komplett auf das Rauchen, weil es ihm leichter fiel, konsequent "Nein!" zu sagen, als sich immer wieder von Situation zu Situation mit der Frage "Ja oder Nein?" konfrontiert zu sehen. Und nach eigener Aussage vermisst er schier gar nichts. Mir geht es übrigens genauso, denn die systematische Konditionierung, dass zu einer bestimmten Situation eine Kippe gehört, löst sich in kürzester Zeit in Luft auf, sobald Du exakt diese Situation einige Male bewusst ohne Kippe genossen hast.
Es freut mich, dass Du zu uns gestoßen bist und ich drücke Dir ganz, ganz fest die Daumen, dass Du die Freiheit von der Kippe zurück gewinnst. Da Du Dich ohnehin schon mit der Suchtproblematik beschäftigt hast, bitte ich Dich, einfach einmal nach den abhängigkeitsfördernden Bestandteilen zu googlen: Das Abhängigkeitspotenzial von Tabak liegt mit 2,21 deutlich über Methadon (2,08 ) und nur knapp hinter Kokain (2,39); auch wenn es Dir nicht gefällt, dagegen wirkt Haschisch mit einem Wert von 1,51 doch schon fast harmlos, oder? :|
Wie Du siehst, setze ich mich ernsthaft mit Deinen Gedanken auseinander, aber ich fühle mich verpflichtet, darauf hinzuweisen, dass ich auch gelegentliches Rauchen für äußerst gefährlich halte. Ich würde mich freuen, wenn wir uns sachlich über unsere unterschiedliche Sichtweise austauschen könnten.
Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Erfolg beim Ausstieg aus dem Gewohnheitsrauchen und einen schönen, entspannten Sonntag!
Liebe Grüße, Brigitte