18.09.2020
00:28 Uhrbearbeitet:
18.09.2020
01:00 Uhr
Hallo Christian,
sei herzlich begrüßt und willkommengeheißen, in dieser Community. Wie du ja bei der Lektüre der Beiträge gemerkt haben wirst, verfolgen wir alle das selbe Ziel: unser Leben rauchfrei fortzuführen. Es gibt so unfassbar viele Wege, die an dieses Ziel führen. Nicht immer auf einem geraden Weg. Manches mal kommt man vom Weg ab, schüttelt sich mal kurz und setzt dann den Weg unbeirrt fort.
Warum schreibe ich dir das?
Ganz einfach: ich habe sehr viele Menschen kennengelernt, die kraftvoll ihren Weg in die Rauchfreiheit begonnen haben, voller Zuversicht, voller Optimismus. Dann, nach X Tagen, passiert es! In Situation Y "musste" eine Zigarette geraucht werden. Eine Situation, die ohne Zigarette schier unaushaltbar schien. Und leider, leider beenden sie diesen Anlauf in die Freiheit, mit der Erkenntnis: " ich schaffe es nicht! Ich werde wohl rauchen, bis ich tot umfalle...!"
Natürlich füht sich so ein Ausrutscher extrem fies an. Ich kann es nicht zählen, wie oft ich diese Erfahrung machen musste. Letztlich war auch ich einer von denen, der den Kampf als verloren gewertet hat. Da ich aber eine sehr einfühlsame Therapeutin hatte, die mir half, mein Wertesystem neu zu ordnen, konnte ich diesen (letzten) Rückfall als Chance sehen. Seit diesem Tag konnte ich ein Leben ohne Zigaretten führen.
Ich habe auch mit Unterstützung durch ein Nikotinersatz-Präparat entzogen. Rückblickend würde ich sagen, dass ich es "ohne" wohl nicht geschafft hätte.
Ist das nicht irre? Als ich meine Diagnose COPD bekam, bin ich erstmal raus aus der Praxis und hab zur Beruhigung zwei Zigaretten hintereinander geraucht. Natürlich wusste ich nicht wirklich etwas über diese Krankheit. Erst als ich Klarheit darüber gewonnen habe, konnte ich mich auf den Weg raus aus der Sucht machen. Da tobt ein echtes Monster in mir, was mich töten will. Und micht töten wird, das steht fest. Ich werde das nicht ändern können. Aber kampflos kriegt sie mich nicht.
Eines Tages müssen wir alle sterben. Aber an allen anderen Tagen nicht. Ich habe für mich dieser "schrecklichen Diagnose" die Brisanz genommen, indem mir klar geworden ist, dass auch das Leben all der anderen Mitmenschen tödlich enden wird. Das vereint uns, die Menschen ohne so einer chronisch Erkrankung, und uns, die wir chronisch krank sind.
Lieber Christian, du bist vielleicht schon sehr viel mehr auf deinem Weg zum Nichtmehrraucher, als dir selbst klar ist. Aber du hast Sätze geschrieben, wie
".....habe gemerkt etwas stimmt bei mir nicht"
".....muss sich so schnell wie möglich ändern."
".....Es muss sich einiges in meinem Leben ändern."
All das sind ganz klare Signale dafür, dass du bereits auf dem Weg bist. Der Prozess, der zu der Entscheidung führt, rauchfrei zu werden, hat begonnen...
Und ich verspreche dir: es lohnt sich! Es lohnt sich so sehr! Der Zugewinn an Lebensqualität ist einfach gigantisch. Spätestens jetzt, da du dich hier angemeldet hast, steht fest: du musst da nicht allein durch. Komm mit, auf eine Reise weg von dieser Sucht, hin zu deiner Freiheit, deiner Un-Abhängigkeit, die sich auf jeden Fall lohnt.
Für's erste schicke ich dir liebe Grüße
dein Meikel
P.S.: übrigens "das Monster in mir".... Ich füge dir mal einen Link ein, der genau diesen Titel trägt. Eine Art Tagebuch meiner COPD Behandlungen. Viel Spaß, damit.
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