02.06.2025 14:09

Rauchstopp, eine emotionale Herausforderung

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62Beiträge
27.02.2024
19:31 Uhr
Ich finde das gerade alles höchst kurios aus meiner persönlichen Perspektive heraus. Ich leide seit meiner Jugend unter Depressionen, mit immer wieder schweren Episoden, die mich völlig rauskatapultieren. Nach Auskunft vieler Ärzte hat Rauchen eine antidepressive Wirkung und in einer psychiatrischen Klinik oder auf einer psychiatrischen Station wird niemand auf die Idee kommen dir zu sagen, dass du mit dem Rauchen aufhören sollst. Im Herbst ging es mir wieder richtig schlecht, so kurz vor dem völligen Abstieg. Ich bekam eine schlimme Bronchitis und habe notgedrungen mit dem Rauchen aufgehört. Menschen mit meiner Erkrankung sagt man: Hör nicht auf mit dem Rauchen, ohne mit deinem Arzt und/oder Therapeuten zu sprechen und dich begleiten zu lassen. Ging in meinem Falle aber nicht und ich habe einfach aufgehört. Und was soll ich sagen: Endlich war da etwas, worüber ich Macht hatte, etwas, worauf ich Einfluss nehmen konnte. Ich kann sagen: Jetzt nicht. Und ich tue es auch nicht, wenn ich sage, dass ich es jetzt nicht tue. Ich bin ganz sichtbar und spürbar Herr über das, was ich tue und Herr über meinen Willen. Sensationell. Für mich ist das ein wundervolles Aha-Erlebnis. Gerade am Anfang war das so, leider schleift es sich mit der Zeit ab, wie ich seit zwei/drei Wochen merken muss. Aber: Jede überwundene Schmacht, jede schmerzhaft nicht gerauchte Zigarette, hat mich stark gemacht. Klar leide ich auch unter Stimmungsschwankungen, könnte manchmal die Wand hochgehen, bin aggro, brülle rum, schimpfe, könnte heulen bei traurigen Filmen etcpp. Aber irgendwie finde ich das auch super. Die Bandbreite der Emotionen erleben. Das hat auch etwas für sich.
27.02.2024
18:47 Uhr
Liebe Soissesnuma, ist überhaupt nicht wirr und kann ich alles nachvollziehen :D Das mit der Leere immer füllen müssen, hab ich so noch garnicht gesehen, und ja du hat Recht nich umsonst sagt mein Tracker ich habe 4,7 Tage Zeit eingespart habe, die ich nicht mit rauchen verbracht habe. (Habe ich heute eingerichtet) Danke ????
27.02.2024
18:35 Uhr
Ich find das überhaupt nicht wirr und Geschwafel auch nicht. "Ich bin mir selbst genug", "ich bin mir selbst wichtig", "ich bin es mir selbst wert". Muss man lernen. Geht mir auch so. Ich habe schon als Kind gelernt "nimm dich nicht so wichtig" und dieser Rauchstopp nach 30 Jahren ist auch eine Antwort darauf: Doch, ich bin wichtig und auch ergänzend, ich bin mir selbst genug ..
27.02.2024
18:24 Uhr
Ich würde mal so weit gehen zu behaupten, der emotionale Stress war bei mir um einiges schlimmer als der Nikotinentzug..... Ich bin ein Mensch, der ein Problem sieht, dann schaut er, was er machen kann, macht das oder auch nicht und lebt mit den Konsequenzen ! In den ersten Wochen meiner Rauchfreiheit habe ich das so auch gemacht. Ablenkung, abhauen, ablenken, Atemübungen, VIEL Essen. Aber die Leere, das Verlustgefühl, die/das bekam ich damit nicht weg !!! Ich habe dann festgestellt, dass ich mir nie "gegönnt" habe, diese Gefühle einfach zu haben, ganz bewusst, ich musste immer "was machen" . Das hab ich dann nicht mehr getan und mit diesem aushalten der Gefühle kam irgendwann dann die Erkenntnis: Leere ist da, aber das ist ok. ....fühlt sich gut an, ich habe Potential für etwas anderes frei, ich bin mir selbst genug und brauche nicht so einen Stengel, um mich zu "füllen" . Dann brauchte ich auch das Essen nicht mehr, war ja nichts mehr leer in mir, was gefüllt werden musste. Fazit dieses wirren Geschwafels: In den Anfängen ist es sicher, Strategien zu entwickeln. Aber irgendwann, etwas gefestigter, darf man mal in sich reinhören und neue Seiten an sich erkennen..... LG, Birgit
27.02.2024
18:24 Uhr
Hallo P3tra Versuchs mal unter diesem Link https://rauchfrei-info.de/community/forum/Topic/show/DESC/T/rauchfrei-ins-neue-jahr-wir-freuen-uns-auf-euch-im-januarzug-2024-10957/ Da sind sie in etwa gleich weit mit den Rauchfreitagen, vielleicht findest du da auch noch gute Tipps. Lg Rooni75
27.02.2024
18:17 Uhr
Hey Peggy123, danke für deine Antwort und ich freue mich (auch wenn es komisch klingt), jemanden zu hören dem es ähnlich geht. Mein Umfeld versteht mich nicht und sagen ich hätte vielleicht ein Burn out, ich hätte mich fast überzeugen lassen und war die ganze Nacht wach und habe gegrübelt ob dem so ist. Ich denke aber nicht, es ist wirklich die psychische Abhängigkeit. Ich hätte mir nicht vorstellen können das das wirklich so krass ist… alle die ich kenne die aufgehört haben sagen das die ersten 2 Wochen schlimm sind. Also bei mir waren die ok, ich war motiviert und alles war neu.
27.02.2024
17:54 Uhr
Hallo P3tra, dieser Text könnte von mir stammen ... das ist die verdammte, psychische Abhängigkeit. Aber: wenn ich hier im Forum und auch die Erfolgsberichte und Kontroverse lese: es wird besser. Ich glaube fest daran und halte dieses Mal einfach durch ;)
27.02.2024
17:28 Uhr
bearbeitet:
27.02.2024
17:33 Uhr
Hallöchen zusammen, auch ich mache eine emotionale Berg und Talfahrt derzeit durch. Ich kann heulen, lachen, selbstzweifeln und komplett austasten in 1 Minute. Ich bin sehr froh jetzt auf dieses Forum gestoßen zu sein. Ich bin der Meinung mich selbst nicht mehr zu kennen und versuche mit Bewegung und Meditation wieder meine Mitte zu finden. Ich hoffe das mir das irgendwie in naher Zukunft gelingt, denn derzeit bin ich davon soweit entfernt wie noch nie Trotzdem gebe ich nicht auf Kurze Frage, wird es aufhören?:roll:
27.02.2024
15:06 Uhr
Hallo Paul Ich antworte hier auf einem anderen kleinen Display. Danke für diesen Text. Du sprichst mir aus der Seele. Die ...ich will...ich kann Geschichte ist sehr gut beschrieben. Wie ein Schauspieler oder ein Mantra. Wunderbar. Danke Paul Gruß Klaus
27.02.2024
14:43 Uhr
bearbeitet:
27.02.2024
14:45 Uhr
Ja, eine emotionale Herausforderung ist das allemal gewesen. Eine Achterbahnfahrt mit verbundenen Augen würde ich sagen, kein Wendung ist vorhersagbar. Zwischen den Extremen Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt passte kaum ein Blatt Papier, so dicht lagen die beieinander. Zwei Jahre zuvor hatte ich aufgehört Alkohol zu trinken, das war, nach zwei Wochen Schlaflosigkeit, gut. Aber mit dem Rauchstopp war das ganz anders. Ich war so euphorisch als ich nach vielen katastrophalen Versuchen endlich zwei Wochen rauchfrei war. Aber auf die Freude am Morgen folgte die Nervosität am Mittag, die schlechte Laune am Nachmittag und die Heulerei am Abend. Nach 30 Tagen rauchfrei hatte ich mich 2018 hier angemeldet und viel geschrieben und gelesen. Das war zwar besser als allein klarkommen aber weit weg von [b][SIZE=2]yiipeeeh[/SIZE][/b] Nach zwei Monaten, kurz nach der Blümchenwiese, ging gar nichts mehr, ich hatte 5 min gute Laune am Tag der Rest war zum kotzen. Da ich Depression von früher kannte spürte ich, wie sie sich anschlich, als schwarzer Schatten kroch sie aus dem hintersten Winkel hervor, so klebrig wie Pech. Zu dem Zeitpunkt suchte ich mir eine Thrapeutin und das war goldrichtig Nach ein paar Sitzungen sagte sie: „Paul da ist jetzt aber ihre Prinzessin doch etwas zu dominant, wo steckt denn ihr innerer Krieger?“ :| Sie brachte mir eine Technik bei, wie man seinen kraftvollen, kämpferischen Anteil hervorholt. Man denkt sich einen positiv formulierten Satz aus z.B. „Ich will rauchfrei leben“ und dann „ich kann rauchfrei leben“ dann steht man auf und geht im Raum oder draußen auf und ab und sagt sich selbst diese zwei Sätze, wie ein Schauspieler der eine Rolle übt. Man sucht beim aufsagen nach einer Betonung die energisch, kraftvoll und überzeugend klingt. Dadurch ändert sich die eigene Körperhaltung (denn ich spiele ja erstmal eine Rolle) je länger ich das mache umso stimmiger wird das ganze und ich fange an tatsächlich dieser inneren Stärke zu vertrauen. Ich fand das großartig und habe viel damit gearbeitet; das geht nicht von heute auf morgen aber mir hat es sehr geholfen. Ich wünsche euch viel Ich will … und ich kann … Liebe Grüße von Paul (Der auf seinem kleinen Handydisplay bestimmt viele Fehler gemacht hat) :wink:
29.01.2024
18:45 Uhr
Hi Peggy, die Emotionen fahren erstmal wild und wann sie wollen Karussell nach dem Rauchstopp, weil sie solange einfach weggeraucht würden. Nun dürfen wir endlich , ohne dass man uns gleich weg qualmt, denken die sich vermutlich. Da machen wir jetzt aber erstmal mächtig Halligalli es wird weniger, es wird seltener, man lernt sie kennen und aushalten Bleib stur
29.01.2024
18:21 Uhr
Ich brauche einfach meine Ruhe - Lange Spaziergänge mit mir - Entspannungsgymnastik - Ruhepausen - Fluchtmöglichkeiten bevor ich wegen Kleinigkeiten oder einem dummen Satz ausrast
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