16.03.2024
16:24 Uhrbearbeitet:
16.03.2024
16:27 Uhr
muss etwas zusammenbringen oder wenigstens erst einmal nicht vergessen.
1)
auf peggys anmerkung, dass ihre Einstellung brökelt, habe ich implizit beantwortet, was für mich die spannung/das zerrissensein macht:
[quote=662582]gestern ist mir an mir aufgefallen, dass ich ganz überwiegend gerne geraucht habe. ich mag den geruch, ich mag das mit meiner zigarette für mich und manchmal auch mit andern sein, ich mag rituale.
es gibt allerdings einen fetten grund, der dies alles aushebelt: ich finde es ziemlich überraschend, dass es mir nach so langer zeit noch so überwiegend gut geht. dass dies sehr wahrscheinlich nicht so bleiben wird, wenn ich weiter rauche, wird durch viele viele befunde eindrücklich nahegelegt. und überwiegend gut heisst ja auch, dass ich an einigen stellen mitkriege, was ich mir angetan habe.
ich bin mir eher sicher, dass ich rauchen würde, würde ich mich damit nicht nach und nach zerstören. es geht nicht um cool sein oder so was, ich liebe die abende auf dem balkon und rauchend bilanzieren, aber den husten und die brennende zunge und den gelben finger, die lieb ich nicht, und auch nicht, dass ich eher schnaufend im 3. stock ankomme.
14 tage nicht geraucht: die zunge brennt nicht mehr und der finger ist nur noch an der spitze ein bisschen gelb und ich bin viel weniger atemlos, wenn ich oben ankomme. so schwer und so einfach ist das. :butterfly:
[/quote]
hiernach reibe ich mich auf zwischen einer über zahllose jahre liebgewonnenen gewohnheit und dem unumgänglichen wissen, dass diese gewohnheit maximal destruktive konsequenzen hat.
2)
durch jumpines fragen nach dem
*** leben als zimmer, das [quote=662637] es gilt in Ordnung zu halten- auf das man sich darin wohlfühlt und man den Überblick behält[/quote]
*** selbstliebe als besen, "um es sauberzuhalten",
*** zigarette, als "rosarote Brille, die einem vorgaukelt es sei alles sauber, weil man zu faul ist zum Putzen",
bin ich nachdenklich geworden, weil im rumspielen mit der zimmer-metapher mir aufgefallen ist, was in 1) und glaub ich auch 2) fehlt.
3) die sucht
wenn das leben ein zimmer/haus ist, dann bin ich mit ziemlich jeder (rauch-, fress-, spiel-, medikamenten-, heroin- usw.) sucht allerhöchstens eine untermieterin (gefangene?) im eigenen haus. evident u.a. bei spiel- und heroinsucht, wenn es nicht zu einem stopp kommt, geht es ziemlich geradewegs in den abgrund. in gewisser weise unaufälliger (eine ganze zeit lang) zb bei der rauchsucht. aber wenn sie sucht ist, dann ist sie eine ganz unerbittliche herrin, eiskalt gegen mich als untermieterin und völlig gleichgültig gegen alles, was nicht der eigenen befriedigung dient. und das ja auch schon die ganze zeit, als sie und ich scheinbar friedlich miteinander auf dem balkon gesessen haben. ich habe ganz überwiegend gerne geraucht. das stimmt. der geruch, der gestus, das ritual. aber: sie wär auch da schon sichtbar geworden, wär ich auf den gedanken gekommen, nur einmal ohne sie sein zu wollen. in der gleichen sekunde wären wir als feindinnen sichtbar gewesen, sie und ich. wären wir freundinnen, hätte mal sie entschieden, mal ich. sie hatte immer schon die entscheidung getroffen.
irgendwann weiterdenken:
*** wieso habe ich ihr die herrschaft in meinem haus eingeräumt und gelassen?
*** wieso versuche ich (nun zum 3. mal) wieder herrin im eigenen haus zu sein? woher die kraft gegen eine so gnadenlose despotin wie meine sucht? wer entscheidet/wie entscheidet sich, wer gewinnt/verliert?
*** es gibt keine herrin (die sucht) und dienerin/gefangene (mich), alles ich, alles meins ...
:flowerblue: