Liebe Sandra,
Lilo hat sich mit ihrer Aussage bestimmt auf den Klassiker "Endlich Nichtraucher" von Allan Carr bezogen, dessen kostenlosen Download (PDF-Format) Du im Internet googlen kannst. Dieser Autor geht davon aus, dass der eigentliche körperliche Entzug drei Wochen dauert und man sich danach nur noch fragt, warum man eigentlich jahre-, oder sogar jahrzehntelang von diesem Zeug abhängig gewesen ist.
Wobei drei Wochen tatsächlich relativ weit definiert ist - bei vielen (mich selbst eingeschlossen) ist der Spuk schon nach vierzehn Tagen vorbei. Oder konkret: Die Gereiztheit, die Schweißausbrüche, die Schlafstörungen, die Müdigkeit tagsüber, alles das sind Begleiterscheinungen dieser Anfangsphase, die sich danach in Luft auflösen. Was jedoch unverändert andauert, ist die Verhaltensumstellung, denn Du hast Dir jahrelang antrainiert, in bestimmten Situation zu rauchen - und genau das mußt Du schrittweise wieder "verlernen". Anders ausgedrückt: Der Entzug kann lange vorbei sein, und trotzdem wirst Du aus heiterem Himmel den Gedanken "Jetzt könnt´ ich aber mal eine..." im Hinterkopf haben, anscheinend völlig ohne irgendeinen konkreten Bezug. Dieser Bezug existiert für Dein Gehirn aber durchaus, denn irgendetwas an dieser schmachtauslösenden Situation erinnert Dich an einen Moment Deines Lebens, in dem Du früher geraucht hast, und diese Assoziationen mußt Du Schritt für Schritt wieder auflösen, indem Du sämtliche Kontexte mehrfach ganz bewußt als Nicht-mehr-Raucherin erlebst. Verhaltensforscher gehen davon aus, dass eine neue Verhaltensweise in ungefähr vier Wochen zur neuen Gewohnheit geworden ist.
Und wenn Dich wirklich einmal ein richtig heftiger Schmachtanfall packen sollte, ist Dein Hund der beste Therapeut, den Du finden kannst: Schnapp Dir Deinen Wuffi, geh mit ihm raus an die frische Luft und atme einige Minuten ganz tief, ganz bewußt durch - nichts verjagt den ollen Stinker :evil: schneller und nachhaltiger als diese kleine Übung...
Liebe Grüße und einen schönen, schmachtfreien Abend, Brigitte