Hallo Oliver,
ich freue mich zu sehen, daß Du schon viel und auch den richtigen Zuspruch bekommen hast. Das ist es, was diese Community in meinen Augen so wertvoll macht. Aber dennoch möchte ich jetzt auch noch ein paar Worte verlieren.
Was genau hat Dich denn veranlaßt zu glauben, daß es nicht ohne geht? Warum warst Du so überzeugt davon? War es einer jener so überzeugenden Schmachter, die keinen Widerspruch zuzulassen scheinen? Einer dieser Stolpersteine, eine dieser Gemeinheiten, die die Sucht für uns bereithält.
Dennoch sehe ich - auch wenn es jetzt noch so blöde klingt - einen Vorteil darin, daß Du jetzt, mitten im Entzug, über diesen Stolperstein gefallen bist. Du kannst ihn als "Lerngeschenk" betrachten, hast jetzt eine Erfahrung gemacht, die Du beim nächsten Auftreten für Dich nutzen kannst - jetzt, wo Du ohnehin im Entzug steckst und die Entzugserscheinungen, die Du jetzt hast, wahrscheinlich in denen untergehen, die Du ohnehin noch hättest. Du bist immer noch dabei, erfolgreich aufzuhören! Ausrutscher können dabei passieren.
Ferner mache ich den Begriff des Ausrutschers nicht an der Menge der gerauchten Zigaretten fest. Laß es eine Schachtel gewesen sein, ok. Aber Du bist noch nicht wieder in massive Routinen reingerutscht. Ein Rückfall kann auch mit wenigen Zigaretten vorgefallen sein - wenn Du mit diesen wieder in Gewohnheiten eingetaucht bist. Das ist noch nicht der Fall - das macht es zu einem Ausrutscher. Mit ner Menge Zigaretten zwar, aber Du hörst immer noch auf, es ist und bleibt ausgerutscht. Und - nochmal - sowas passiert!
Also kein Streß Oli. Ganz stark, daß Du wirklich gleich nahtlos weitermachst, toll! Das ist die korrekte Entscheidung. Wir gehen immer noch und weiter mit Dir mit.
Und was kannst Du jetzt tun, wenn Dir mal wieder ein so vermeintlich unüberwindlicher Schmachter begegnet? Ich hab mir gerade Deinen allerersten Post nochmal angeschaut. Da schreibst Du über Deine Motive, das Rauchen einzustellen: dieses unsinnige Diktat der Zigarette, der morgentliche Hustenanfall, der Mief, ja, und über die Aussicht auf die gesundheitlichen Schieflagen die da noch kommen mögen (kommen werden). Diese Motive sind noch da! Halte Dir diese immer wieder vor Augen - und wenn der Schmachter kommt, frag Dich, ob Du die alle über den Haufen geschmissen hast, ob Du all das der Sucht opfern willst. Und ich bin fast sicher, die Antwort ist nein.
Überstehe diesen Schmachter, diesen scheinbar unüberwindlichen, unter Zuhilfenahme Deiner Motive - und dann weißt Du auch, daß Du es kannst. Weißt, daß die Sucht Dich anlügt. Denn und da sind wir wieder beim Anfang - so überzeugend der Schmachter auch sein mag: Du kannst stärker sein. Du bist stärker. Das kannst Du ruhig glauben. Ich hatte solche Schmachter auch, diese, bei denen es, wie Du es schreibst, eigentlich klar gewesen wäre, daß es nicht ohne geht. Aber irgendwie... bin ich heute rauchfrei. Daher bin ich so überzeugt davon, daß Du es auch kannst.
So Oli, und mit diesem Wort zum Sonntag wünsche ich Dir morgen einen guten Start in einen weiteren Rauchfreitag. Du packst das! Viele Grüße sendet Dir
Lydia