Hallo Flo,
auch von mir noch ein herzliches Willkommen hier bei uns Aufhörern. Meinen Glückwunsch auch zu Deinen bereits zwei gewuppten Tagen! Viele Aufhörer erleben die ersten Tage als die unbequemsten, und Du hältst sie so tapfer aus! Du machst das toll.
Sag mal warum nennst Du Dich Schandhaft oder Schande? Meinen ersten Gedanken beim Lesen Deines Threads hat Tom artikuliert: so kann ich sie/ihn (darf ich nachfragen?) nicht nennen. Etwa weil Du nach sieben Jahren Abstinenz wieder angefangen hast? Das ist aber keine Schande, sondern eine fiese Finte der Sucht, mit der Du nicht allein bist! Ich bin ihr nach elf Jahren Rauchfreiheit wieder anheim gefallen! Habe mich auch lange Depp rauf und runter geschimpft, aber heute weiß ich, daß es "nur" eine Gemeinheit der Sucht ist, auf der ich ausgeglitten bin: Die Überzeugung, eine könne mir schon mal nicht schaden. Und das passiert so vielen Flo, also darüber ärgere Dich bitte nicht mehr. Mach Deinen Frieden damit, vielleicht haben wir diese Erfahrung für unseren weiteren Rauchfreiweg gebraucht.
Daß Du nun so einen schwierigen Entzugsanfang erlebst, tut mir sehr leid. Doch bitte laß Dich davon nicht ins Bockshorn jagen. Mein zweiter Entzug war auch um einiges komplizierter als der erste, doch ich habe es auch geschafft, so kannst Du es auch! Dein Belohnungssystem solltest Du ruhig weiterhin trainieren, Belohnungen sind sehr wichtig! Nur eben mit anderen Mitteln. Was genießt Du denn, was magst Du? Tee, Früchte, Fruchtsaft, ein wenig Gymnastik zwischenrein? Gegen die Schmacht, das Rauchverlangen, versuche doch mal, durch einen auf Zigarettenlänge gekürzten Trinkhalm Luft "zu rauchen". Durch die vergleichbaren körperlichen Abläufe wird das Verlangen schon ein wenig gedämpft. Und belohne Dich auch für geschaffte Meilensteine (die Du selbst definierst, natürlich, das können schon mal drei Tage sein, eine Woche, vierzehn Tage, wie Du es einteilst). Das darf dann mal ein Spaziergang sein (schaufle Dir die Zeit frei), eine kleine oder größere Anschaffung, Kino oder was Du eben unter Belohnung verstehst.
Und ja, die Frage, wie Du den Tag ohne Kippe meistern kannst, ist gut! Nur diesen Tag, nur heute mußt Du durchhalten. Morgen ist ein neuer Tag, den gehen wir morgen an: nur heute rauchst Du mal nicht. Zerlege die Entwöhnung in kleine Etappen: das ist doch zu schaffen, oder? Das kannst Du.
Wann es aufhört... diese Frage kann Dir leider keiner pauschal beantworten, aber eins kann ich Dir in Aussicht stellen: Du wirst bereits während der noch laufenden Entwöhnung schon Phasen haben, zu denen Du nicht mehr nonstop an die Zigarette denkst. Phasen, zu denen es Dir leichter fällt, nicht zu rauchen, zu denen Du Ruhe vor dem Verlangen hast. So schwierig wie es jetzt ist, bleibt es nicht Flo. Anfangs ist Nichtmehrrauchen für jeden Aufhörer eine Vollzeitbeschäftigung, ständig muß man sich ablenken (hast Du gute Ablenkung, auch in der Freizeit?), oder Rauchverlangen widerstehen, ich verstehe Dich wirklich, daß Du davon genervt bist. Aber es wird besser. Kannst Du mit dieser Perspektive erstmal leben?
Ich freu mich wieder von Dir zu lesen. Bis dahin weiterhin viel Kraft und Biß und herzliche Grüße von
Lydia