28.06.2018
10:15 Uhrbearbeitet:
28.06.2018
10:16 Uhr
Liebe Yvi,
herzlich willkommen bei uns.
Ich will mal versuchen, mich deiner Frage anzunehmen, denn Rückfall ist mein zweiter Vorname.
Das Gestottere in den ersten Tagen ist weit verbreitet. Vielen hilft es, zu erkennen, dass der Ausstieg nicht so einfach ist wie gedacht und noch einmal etwas gründlicher die Motivation zu reflektieren. Auch die Suche nach Unterstützung und Hilfsmitteln kann ein Ergebnis der frühzeitigen und gehäuften Rückfälle sein.
Von daher machst du es ganz richtig, dich hier anzumelden. Ich habe darüber hinaus Nikotinpflaster benutzt- erst falsche, dann richtige - und mich dann immer wieder aufs Neue durchgequält.
Der Witz ist: aus jedem Rückfall gibt es etwas zu lernen:
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wenn die morgendliche Spannung unerträglich ist, muss das Pflaster 24 h wirken
wenn ich eine gefundene Restschachtel leergeraucht habe, müssen sorgfältig alle Utensilien beseitigt werden (sollte man so wie so)
wenn ich im Garten schwach geworden bin, muss für Ersatz gesorgt werden (Tee, Wasser, Salzstangen)
wenn ich in Gesellschaft rückfällig geworden bin - daran arbeite ich noch
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Das sind so meine Beispiele, du hast sicher eigene.
Auch für den Umgang mit dem Rückfall habe ich verschiedene Strategien probiert. Meine liebste ist: sofort wieder aufhören, nicht erst in die alten Rauchmuster zurückfallen. Das hat zunächst funktioniert, langfristig aber die Illusion genährt, man könnte diesen Vorgang beliebig oft wiederholen (Gelegenheitsrauchen). Das hat bei mir geradewegs in die Suchtfalle und zu „normalem“ Konsum geführt.
Am Ende habe ich mir eine richtige Auszeit genommen, die Strategien überarbeitet, Motivation und Entschluss überdacht, den Ausstieg ganz neu vorbereitet: Pflaster, Utensilien weg, letzte Kippen in Glas zur Abschreckung, relevante Forumsseiten durchlesen und wieder anmelden.
Wegen des „Kicks“ kann ich dir aus meiner Erfahrung wenig Hoffnung machen. Nach ca. drei Tagen ist die Euphorie der ersten Tage weg und es beginnen schlicht die Mühen der Ebene. Bessere Gefühle stellen sich mit wachsendem Erfolg ein.
In Bezug auf Urlaub habe ich gegenläufige Erfahrungen gemacht. Mal hat mir der Tapetenwechsel zu mehr Zufriedenheit beim Nichtrauchen verholfen, mal hatte ich mit ungewohnten Versuchungen zu kämpfen. Falls das eine Hilfe ist: soweit ich mich erinnere, bin ich nie im Urlaub rückfällig geworden.
Das sind meine bisherigen Erfahrungen, der Weg wird noch lang sein.
Wünsch Dir alles Gute auf Deinem ganz eigenen Weg.
LG
Sonja
:sun: