Liebe Lucy,
ich beneide Dich so ein bisschen, dass Du Deinen Ausstieg offensichtlich ohne größere Entzugserscheinungen meisterst! Ich wünschte, es wäre bei mir (und auch bei jedem, aber wirklich bei jedem, der endlich aufhört zu rauchen!) auch so. Nur leider habe ich mit vielen Dingen zu kämpfen.
Heute ist mein 4. rauchfreier Tag. Ich bin Ende 20, habe seit ca. 8 Jahren mehr oder weniger stark geraucht. Mal waren es 10 Zig. am Tag, mal 20, mal eine. Aber es gab keinen einzigen Tag ohne Z! Einmal habe ich ernsthaft versucht, aufzuhören, habe klägliche vier Tage durchgehalten, um dann an der "berühmten einen" zu scheitern.
Diesmal will ich das unbedingt schaffen. Ich habe mich, wie Du, mit dem Thema Rauchen mehr als genug auseinander gesetzt, habe mir viele Alternativen ausgedacht, und so weiter und so fort. Nur es kam dann doch anders. Ich habe mir einen grippalen Infekt zugezogen und verbrachte die meiste Zeit auf dem Sofa. Somit konnte ich keine Alternativen anwenden, zumal die meisten doch was mit Sport zu tun hatten.
Jetzt geht es mir (grippemäßig) wieder sehr gut. Erstaunlicherweise ist auch der Husten fast wieder weg. Mein Unterbewusstsein sagt mir: „Wenn Du weiter geraucht hättest, hättest Du immer noch Husten!“. Toll! Ein Pluspunkt PRO NICHTRAUCHEN. Aber: Es ist verdammt schwer. Zwar bin ich sehr überzeugt davon, das Richtige zu tun. Ich freue mich sogar auf mein rauchfreies Leben. Nur: ES IST SCHWER im Moment. Ich habe miese Laune, fauche meinen Mann ohne jeglichen Grund an, habe keine Lust auf irgendwas.
Ich habe mir Nikotin-kaugummis geholt und nehme mir eine, wenn es mal gaanz schlimm wird. Ansonsten wollte ich ganz ohne Hilfe aufhören. Ich glaube, dass Nikotin-Ersatz die Hölle des Entzugs nur noch verlängert. Allerdings finde ich, es ist besser, doch ein Kaugummi zu kauen, anstatt zum Kiosk zu rennen und somit auf der ganzen Linie zu scheitern. Deswegen nehme ich sie nur in extremen Fällen.
Ich kann sagen, der 1. und der 3. Tag waren sehr schlimm. Meine Gedanken kreisten nur noch ums Rauchen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass meine Persönlichkeit gerade entzweit. Die eine Hälfte sagt: „Prima, das machst du toll, halte durch, das wolltest du auch schon lange!“. Die andere Hälfte flüstert: „Nur ein Zigarettchen!“. Im Moment siegt natürlich die „Gute“ Hälfte, und ich hoffe, dass es auch so bleibt.
Außerdem schwitze ich im Moment viel mehr als sonst und habe ständig feuchte Hände und Füße. Dazu habe ich leichtes Kribbeln in Händen und Füßen. Das hängt bestimmt damit zusammen, dass diese jetzt besser durchblutet sind. Und das ist ja bekanntlich ungewohnt für einen Raucher.
Dafür aber habe ich bereits jetzt viel weißere Zähne! Außerdem kann ich irgendwie freier atmen! Und das nach nur 3 Tagen! Unglaublich, wie viel uns das Rauchen antut.
Lucy, halte durch, es lohnt sich!
LG