Liebe Pinguine,
sag mal, weiß der Dich betreuende Frauenarzt von Deiner Raucherkarriere, außerdem bis wann Du geraucht hast und daß Du es jetzt nicht mehr tust? Kann er Dich unterstützen, was denkst Du? Sowohl moralisch wie auch eventuell praktisch? Ich denke, Du darfst Dir da ruhig allen Rückhalt und alle Hilfe holen, die Du bekommen kannst Pinguine. Sich Hilfe von außen zu holen, die Du schon angesprochen hast, ist niemals Schande oder Schwäche, sondern Verantwortungsbewußtsein und Selbstfürsorge. Auf die IRIS-Platform hat Dich meine Kollegin Heike ja schon mal aufmerksam gemacht, ist das vielleicht auch hilfreich für Dich? Oder ruf mal Deine Krankenkasse an, ob Dir dort jemand weiterhelfen kann betreffs Rauchfreikursen, vielleicht speziell zugeschnitten auf Schwangere. Du mußt das nicht allein machen Pinguine, frage an allen Ecken, die Dir einfallen, nach Hilfe.
Bitte streu nicht so viel Asche über Dich. Ich kann mich in Dich hineinversetzen, ich glaube, wenn ich während meiner Schwangerschaften geraucht hätte (reine Glückssache, ich habe es Dir erzählt!), denke ich, hätte ich mir auch viele Gedanken darüber gemacht. Doch schau, Du setzt jetzt Himmel und Hölle in Bewegung, damit Du dem neuen Leben ein rauchfreies Heranwachsen ermöglichen kannst. Erkenne doch dieses auch einmal an. Es mag Dir im Moment sehr bescheiden gehen, aber Du hältst durch - das finde ich ganz phänomenal, und ich möchte Dich einladen, diese Leistung von Dir selbst zu honorieren. Wie Du schon sagst, Du bist sicherlich u. a. auch ein Streßraucher, und Deine Selbstkritik und Selbstvorwürfe erzeugen Streß. Bitte lass doch deshalb einfach alles so stehen, was bis hierher passiert ist, die Erlaubnis gebe ich Dir, bitte gib sie Dir selber auch. Zu ändern ist es ohnehin nicht. Und schau nach vorne, in die Rauchfreiheit, die Dir und Deinem Pünktchen so gut tut bzw. tun wird. Du hast Dich dafür entschieden, das richtige zu tun, und ziehst es knallhart durch - das ist das einzige was jetzt zählt.
Die Sucht überwindest Du schon wirklich stark, muß ich sagen, also ich hätte für mich nicht die Hand ins Feuer gelegt, wenn in der ersten Woche irgendwo Tabak neben mir gelegen hätte und ich unbeaufsichtigt gewesen wäre. Das ist doch Leistung Pinguine, die darfst Du vor Dir selbst auch mal anerkennen.
Ich bin sicher, Du wirst Dir vergeben können. Im Moment kommt so viel zusammen... die Entwöhnung verunsichert, die Schwangerschaft macht auch etwas mit dem Gemüt, da sind bei mir die Emotionen auch oft blank gelegen, Du wirst es vielleicht noch kennen... Sorge gut für Dich und Deine Stimmung. Versuche zu genießen - eine heiße Schokolade, ein schönes Duftöl in der Duftlampe, Deinen Lieblingsfilm (solange es kein Drama ist), tu für Dich, was Dir gut tut und Dich ausgleicht. Das hast Du Dir verdient.
Weiterhin alles Liebe, ich schau mal wieder vorbei wenn ich darf. Herzliche Grüße sendet Dir
Lydia