Wir sind alle sehr verschiedene Menschen und daher wird auch so ein Entzug
sehr unterschiedlich wahrgenommen und erlebt, bzw. durchlebt.
Für den einen ist es relativ leicht, für den anderen ist es ein harter Kampf,
der bis an die Grenzen der nervlichen Belastbarkeit geht.
Und dazwischen gibt es fast unendlich viele Varianten und keine gleicht der
anderern.
Die Entzugserscheinungen ähneln einander, sind aber nie gleich und jeder hat
sein eigenes Empfinden, sein eigenes "Leiden" und muss letztendlich auch alleine
da durch.
Hinzu kommen die sehr verschiedenen Lebensgeschichten, Schiksale, Prägungen und was
sonst noch alles entscheidend mitwirken mag.
Manch einer erlebt sich machtlos, hilflos, völlig entnervt und das schlimmste Gefühl
ist dann, ein Versager zu sein.
So weit darf es meiner Meinung nach nicht kommen.
Rauchen ist nicht gut. Das weiß jeder.
Aber nur weil man es zu einem gewissen Zeitpunkt nicht schafft, damit aufzuhören,
ist man weder minderwertig noch übermäßig schwach.
Und es gewollt und versucht, aber nicht geschafft zu haben ist wahrhaftig kein Makel!
Im Gegenteil: Es zeigt, dass nachgedacht und gehandelt wurde.
Nicht erfolgreich zu handeln und somit zu scheitern, ist aber unser aller Lebens-
erfahrung in ganz vielen Bereichen und schlimm genug, dass wir uns dort dann oft genug
Schwäche vorwerfen lassen müssen.
Es besteht ein bisschen die Gefahr, zu selektieren: Geschafft - guter, toller Mensch!
Nicht geschafft - Schwächling, minderwertiger Mensch!
Und das hat niemand verdient - im Gegenteil, im besten Sinne jede mögliche Unterstützung und Hilfestellung.
Jetzt habe ich mich etwas in Rage geschrieben und eher ungewollt ein Statement abgegeben,
das vielleicht als Kritik aufgefasst wird.
Ist es vielleicht auch, aber keine gezielte Kritik an Silvia II - denn ich finde, sie
vertritt ihre Sache sehr gut, wenn vielleicht auch etwas übereilt und unbedacht.
Aber im Zusammenhang mit Silvias und auch Beates Äußerungen sind mir diese Gedanken durch den Kopf gegangen und ich wollte sie einfach mal äußern.
Nati