[size=2]Tag 2 meiner Nichtmehrraucher-Reise [/size](19.06.2020)
Ich bin jetzt seit gut 47 Stunden rauchfrei und mir geht es im Moment relativ gut. Zwar kämpfe ich auch heute mit ziemlichen Stimmungsschwankungen (mal hibbelig, mal müde/schlapp/antriebslos) und Konzentrationsproblemen, aber nicht mehr so extrem wie gestern. Die Kopfschmerzen haben sich im Laufe des Tages verflüchtigt und die Kreislaufprobleme sind nicht mehr so schlimm. (Ich muss definitiv mehr trinken!!!) Die Schmachter sind häufig und nervig, aber kontrollierbar.
Die Stimmung ist aktuell relativ gelassen und positiv. Das sah heute Morgen allerdings noch ganz anders aus, da war mir so richtig zum Heulen zumute. Ich war traurig und fühlte mich leer/frustriert/hilflos ohne "Ziggi" - ich hatte das Gefühl, eine Freundin verloren zu haben. Eine Freundin, die immer für mich da war. Die mich zuverlässig bei bestimmten Anlässen und Ritualen begleitete. Die mich in Stress-Situationen beruhigte. Die mir half, mich besser zu konzentrieren. Die mich motivierte, eine Aufgabe anzugehen und sich mit mir freute, wenn ich sie erledigt hatte. Wie sollte ich jetzt ohne diese Freundin klar kommen???
Natürlich ist meinem Verstand klar, dass das nicht wirklich eine Freundin war und dass sie es auch nicht gut mit mir meinte. Dass ich mich von ihr blenden und täuschen ließ. Dass es die richtige Entscheidung war, mich von ihr zu trennen. Weil man langfristig viel besser fährt ohne schlechte Freunde. Aber was hilft's, wenn dieses theoretische Wissen des Verstandes praktisch nicht im Gemüt ankommt??? :cry:
Mittlerweile konnte ich diese Traurigkeit abschütteln. Das Gassigehen mit meinem Hund und das Lesen etlicher Kommentare und Erfolgsgeschichten hier im Forum haben mir dabei geholfen, v.a. auch dieser Tipp von Lydia:
[quote="rauchfrei-lotsin-lydia"](...) Nehmt diesen miesen Gangster, der Euch da überfallt, mal an. Sagt, ach Du schon wieder, na ja war ja klar. Und dann habt Ihr verschiedene Möglichkeiten. Ich hab diesen für mich sehr gern visualisiert: habe mir da einen häßlichen kleinen Gnom vorgstellt, der da auf meiner Schulter sitzt und mir mit so einer fiesen kleinen Stimme einreden will, daß es doch viel einfacher wäre, zu rauchen, daß ich es doch auch will und so weiter. Und dann stellte ich mir vor, wie ich diesen kleinen fiesen Troll wie einen Fussel von meiner Schulter schnippe und er mit lautem Gebrüll gegen die Küchenfront knallt und an dieser maulend runterrutscht. Das hat mich in dem Moment oft amüsiert, ich mußte grinsen, und allein der Vorgang des Lächelns löst ja schon eine Gefühlsberuhigung aus, wie man weiß. (...)
[/quote]
Vielen Dank dafür, liebe Lydia, dieser Tipp hat mich so richtig zum Lachen gebracht. :lol: Und er hilft mir sowohl bei Stimmungstiefs als auch bei Schmacht-Attacken. Was bei mir außerdem erstaunlich gut gegen die Schmachter hilft, ist der Strohhalm. Ich hätte nicht gedacht, dass sich mein Gehirn durch tiefes Inhalieren von Luft durch einen Strohhalm überlisten lässt. :riesengrinser: