07.07.2022 21:06

Tagebuch einer Nichtmehrraucher-Reise

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22.03.2021
09:08 Uhr
[size=2]Tag 92 meiner Nichtmehrraucher-Reise [/size](17.09.2020) Heute Abend um 19.58 Uhr ist es exakt 3 Monate her, dass ich meine letzte Zigarette ausgedrückt habe. 3 Monate, in denen es mir mal schwer (manchmal auch sauschwer) und mal weniger schwer gefallen ist, nicht zu rauchen. Mein Mantra [i]"Ich mache weiter! Heute rauche ich nicht! Warum sollte ich auch?"[/i] hat mir dabei immer wieder gute Dienste geleistet. Mein Quälobert hat jetzt aber gesagt, ich solle ihm diesen Quatsch doch bitte künftig ersparen, er wisse doch längst, dass es auf "nie mehr rauchen" hinausläuft. :| Schlaues Kerlchen, mein Quälobert! :kaputtlachsmile: Also habe ich beschlossen, mir einen neuen Leitspruch zuzulegen. Ganz ablegen werde ich das "Heute"-Mantra nicht, denn es werden sicherlich noch Tage kommen, an denen ich wieder darauf zurückgreifen werde. Aber momentan fällt es mir nicht sonderlich schwer, nicht zu rauchen, es fehlt mir vielmehr noch die richtige Einstellung zum Nichtmehrrauchen. Deshalb brauche ich ein Mantra, das mich dabei unterstützt, das Nichtmehrrauchen nicht mehr als Verzicht, sondern als Gewinn an Freiheit, Selbstbestimmung etc. zu sehen. Über die Gründe, warum mir das so schwer fällt, habe ich mich ja vorgestern ausgelassen. Dieses abschließende "Ich rauche nicht mehr ... und das ist gut so!" ist mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Das hat ja wirklich was mit Akzeptanz zu tun und jedes Mal, wenn ich diesen Satz denke, fühle ich mich gut und muss lächeln. Deshalb habe ich ihn zu meinem neuen Mantra erklärt: [b][i]Ich rauche nicht mehr ... und das ist gut so![/i][/b]
22.03.2021
09:05 Uhr
[size=2]Tag 91 meiner Nichtmehrraucher-Reise [/size](16.09.2020) Ich bin immer noch bzw. immer wieder froh, dieses Forum gefunden zu haben. Im RL hatte und habe ich so gut wie keine Unterstützung. Zu Nichtmehrrauchern habe ich aktuell kaum Kontakt. Nichtraucher haben keine Ahnung, wie schwierig es ist, mit dem Rauchen aufzuhören. Und Raucher möchten nicht über's Aufhören reden. Meine Schwester z.B. hat mich vor ein paar Wochen per WhatsApp gefragt, wie es mir geht und angekündigt, sich demnächst telefonisch zu melden. Ich habe dann zurückgeschrieben, dass ich viel zu erzählen habe, weil ich mit dem Rauchen aufgehört habe. Bis heute hat sie sich nicht gemeldet. Ich vermute, dass der starken Raucherin das "angedrohte" Thema unangenehm ist... :wink: :lol:
21.03.2021
13:46 Uhr
[size=2]Tag 90 meiner Nichtmehrraucher-Reise [/size](15.09.2020) Im Chat habe ich heute die Frage, wie es mir geht, mit "bassd scho" beantworten. Wenn ein Bayer "bassd scho" sagt, kann das unterschiedliche Bedeutungen haben und bei einem - nicht gerade für euphorische Gefühlsäußerungen bekannten - Oberpfälzer gibt es sogar noch weitere Interpretationsmöglichkeiten. Bei ihm kann "bassd scho" durchaus auch Ausdruck einer gewissen Zufriedenheit sein. Mein "bassd scho" würde ich aktuell so "übersetzen": [i]Ich komme relativ gut klar mit dem Nichtmehrrauchen - es könnte zwar ein bisschen besser laufen, aber auch wesentlich schlechter.[/i] Der quälende Dauerschmacht von vorvorletzter Woche ist glücklicherweise Geschichte. Aktuell ist es so, dass es mir relativ leicht fällt nicht zu rauchen. Soll heißen, dass ich momentan kaum richtigen Schmacht habe. Aber ich denke halt noch ziemlich oft ans Rauchen und leider immer noch mit einer gewissen Wehmut. Ich habe immer noch das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen, und ich kann dieses Gefühl von Freiheit, Selbstbestimmung etc. nicht empfinden. Das belastet mich so ein bisschen, weil ich immer wieder irgendwo lese, dass man keine Chance hat, ein dauerhafter und zufriedener Nichtmehrraucher zu werden, wenn man dieses Umdenken nicht hinbekommt. Und das macht mir ein bisschen Angst. Möglicherweise ist mein Problem ein Luxus-Problem, weil die ganzen guten Gründe, weshalb andere aufhören, bei mir irgendwie nicht so richtig zutreffen. Eigentlich höre ich nur aus gesundheitlichen Gründen auf. "Nur" ist natürlich Quatsch, weil die eigene Gesundheit ja wohl der wichtigste Grund überhaupt ist. Aber wir wissen auch, wie hirnamputiert der gemeine Raucher ist, wenn es um die eigene Gesundheit geht. Wohl wissend, wie ungesund es ist, wird jahrzehntelang munter weitergequarzt. Bis man einen gewaltigen Schuss vor den Bug bekommt. Und nicht mal dann schafft jede/r den Absprung. Den Schuss vor den Bug habe ich Gott sei Dank noch nicht bekommen und ich möchte aufhören, bevor ich einen bekomme. Eigentlich eine gute Motivation, aber wie gesagt ... hirnamputiert! Dann wäre da noch das liebe Geld. Mir geht es finanziell recht gut und mir blieb auch als Raucher am Monatsende genug Geld übrig, um mir das eine oder andere leisten zu können. Und ich habe auch genug auf der hohen Kante, um mir auch mal einen größeren Wunsch erfüllen zu können. Natürlich finde ich es besser, kein Geld mehr aus dem Fenster zu schmeißen um mich zu vergiften. Aber so richtig zieht das halt nicht. Wären da also noch diese ganzen Befreiungs- und Erleichterungs-Geschichten. Seit ich nicht mehr arbeite, gab es in meinem Leben nur noch selten Situationen, in denen ich einen längeren Zeitraum rauchfrei bleiben MUSSTE. Vielmehr KONNTE ich locker einen längeren Zeitraum rauchfrei bleiben. Ich konnte z.B. stundenlang mit meinem Hund draußen unterwegs sein, ohne Schmacht zu empfinden. Ich konnte mich auch auf einer Feier stundenlang amüsieren, ohne zum Rauchen rauszugehen. (Wenn ich die Feier allerdings langweilig fand, ging ich alle halbe Stunde raus zum Rauchen.) Wenn die Raucher vor dem Speiselokal im Schneesturm bibberten, blieb ich einfach im Lokal sitzen - soooo dringend musste ich nicht rauchen, um mir das miese Wetter anzutun. (Ich habe zuhause auch nur draußen geraucht und da habe ich im Winter an manchen Tagen nur 2 oder 3 Stück geraucht, weil ich es auf der Terrasse einfach zu ungemütlich fand.) Ich habe als Frührentnerin wenig Termine und geriet deshalb in den letzten Jahren selten in Zeitdruck, weil ich vorher noch eine oder zwei oder drei rauchen musste. Seit ich Haustiere habe, fliege ich nicht mehr in Urlaub. Den Stress, auf Langstreckenflügen viele Stunden nicht rauchen zu können, habe ich deshalb schon lange nicht mehr. Ich habe meine Zigaretten immer auf Vorrat gekauft und habe den Vorrat auch immer so rechtzeitig aufgestockt, dass äußerst selten diese Die-Zigaretten-sind-fast-alle-Panik aufkam. Diese Aufzählung könnte ich jetzt noch weiterführen, erspare uns das aber einfach mal. Ich glaube, es ist auch so bereits deutlich geworden, warum es mir so schwer fällt, das Nichtmehrrauchen als Befreiung oder Erleichterung zu empfinden. Weil es in den letzten Jahren kaum Situationen gab, in denen ich als Raucher irgendwie unter Druck geriet. Das soll aber kein Jammern sein bzw. allenfalls Jammern auf sehr hohem Niveau. Wie gesagt fällt es mir momentan nicht wirklich schwer, nicht zu rauchen, weil sich der Schmacht in Grenzen hält. Trotzdem wünsche ich mir natürlich dieses angestrebte gute Gefühl, nicht mehr rauchen zu müssen. Dass sich das Nichtmehrrauchen normal anfühlt. Aber zum einen muss ich wohl einfach noch ein bisschen Geduld haben und zum anderen versuche ich es jetzt mal mit dieser "Akzeptanz", von der RFL Ines eben im Chat gesprochen hat. Ich rauche nicht mehr ... und das ist gut so! Oder auch: [b]Bassd scho![/b] 8) :wink: :lol:
21.03.2021
13:41 Uhr
[size=2]Tag 89 meiner Nichtmehrraucher-Reise [/size](14.09.2020) Beim morgendlichen Gassigehen ist uns 3x ein Fuchs über den Weg gelaufen. Bei den ersten beiden hat mein Hund nur geschaut, aber beim dritten ist er plötzlich losgelaufen. Ich konnte ihn zwar stoppen, dennoch hat es mir gezeigt, dass ein Trieb immer wieder mal durchschlagen kann, auch wenn er eigentlich seit Jahren unter Kontrolle ist. Und so ist es auch mit einer Sucht. Also immer schön wachsam bleiben! Abends habe ich zum Gassigehen mal wieder einen Beutel mitgenommen. Mache ich immer wieder mal, weil ja viele Menschen die Natur leider als großen Mülleimer missbrauchen. Auch Raucher-Abfälle findet man reichlich. Zigarettenstummel natürlich, aber auch sehr oft diese Folie, die um die Schachtel ist, oder auch ganze Schachteln. Echt erschreckend, wie sorglos der Mensch mit der Natur umgeht. Und da will ich mich gar nicht ausnehmen. Auch in meinem Leben gab es mal eine Zeit, in der ich mir wenig Gedanken um Umwelt- und Naturschutz gemacht habe. Das ist zwar schon viele Jahre her, aber der beschämende Umgang mit meiner Gesundheit erst knappe 3 Monate. Ich achte also schon seit vielen Jahren darauf, sorgsam mit Umwelt und Natur umzugehen … aber mich selbst habe ich bis vor kurzem gnadenlos weiter vergiftet. Echt erschreckend und beschämend, wie der Mensch mit seiner eigenen Gesundheit umgeht… :oops:
21.03.2021
13:37 Uhr
[size=2]Tag 88 meiner Nichtmehrraucher-Reise [/size](13.09.2020) Ich habe nach wie vor den festen Willen, nicht mehr zu rauchen. Der Wille kann's richten, allerdings nur vorübergehend. Auf Dauer kann man das mit purer Willenskraft vermutlich nicht wuppen. Oder zumindest wird man es durch pure Willenskraft nicht schaffen, ein [u]zufriedener[/u] Nichtmehrraucher zu werden. Mein Weg ist deshalb der, jetzt erst einmal mit absoluter Willenskraft rauchfrei zu bleiben und mir die "Zufriedenheit" (also die Übereinstimmung zwischen Kopf und Gefühl) nach und nach zu erarbeiten. Momentan ist es für mich harte Arbeit, aber irgendwann wird es sich gut anfühlen. Da bin ich zuversichtlich. Und diese Zuversicht hilft mir vermutlich, stark zu bleiben. Ich frage mich, warum sich andere so viel schwerer tun als ich, stark und stur zu bleiben. Ich sehe mich selbst nämlich eigentlich als relativ willensschwach und wundere mich deshalb über mich selbst, wie ich das hier durchziehe. Aber es ist schön, wenn man sich noch selbst überraschen kann. Und irgendwie scheint mich das zu motivieren. :D
20.03.2021
09:29 Uhr
[size=2]Tag 87 meiner Nichtmehrraucher-Reise [/size](12.09.2020) Während der Corona-Einschränkungen mit dem Rauchen aufzuhören hielt ich für einen Vorteil. Keine Feste etc. ... wenig Kontakt zu Rauchern … und somit Wegfall vieler kritischer Situationen. So der Plan. Tja. Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Mittlerweile weiß ich, dass es mir gar nicht so viel ausmacht, anderen beim Rauchen zuzuschauen. Vielmehr sind es die stillen Momente zwischen Ziggi und mir, die mir am meisten fehlen. Wegen dieser blöden "Corinna" war und bin ich sehr viel alleine und ich weiß nicht, wie oft ich mir gewünscht habe, dass mir wenigstens Ziggi Gesellschaft leisten würde. Ich habe sehr oft mit dem Gedanken gespielt, meine Nichtmehrraucher-Reise abzubrechen und neu zu starten, wenn ich nicht mehr so viel alleine bin. Aber ich habe den Gedanken immer wieder verworfen. Und jetzt habe ich schon fast 3 Monate geschafft, jetzt ziehe ich das Ding auch durch! "Corinna" hat viel verändert. Ich habe erkannt, auf wen ich mich verlassen kann in schwierigen Zeiten. Die Spreu hat sich vom Weizen getrennt. Viel Spreu. Wenig Weizen. Das hat mir sehr zu denken gegeben. Mit 29 habe ich mein Leben ziemlich umgekrempelt und mich von Menschen getrennt, die mir nicht gut getan haben. Dabei habe ich dann auch gleich mal mit dem Rauchen aufgehört. Mit 57 habe ich mit dem Rauchen aufgehört. Und jetzt werde ich auch gleich mal mein Leben ziemlich umkrempeln und mich von allem und jedem trennen, das/der mir nicht gut tut. "Corinna" hat viel verändert. Die Nichtmehrraucher-Reise hat viel verändert. ICH habe mich verändert.
20.03.2021
08:13 Uhr
[size=2]Tag 86 meiner Nichtmehrraucher-Reise [/size](11.09.2020) Suchtverlagerung ist leider immer noch ein Thema. Ihr wisst schon … diese Tierchen, die nachts im Kleiderschrank die Klamotten enger nähen.:wink: Ich habe wochenlang sehr viel genascht, aber da mache ich es aktuell genauso wie mit den Zigaretten: Einfach im Laden liegen lassen beim Einkaufen - was nicht zur Verfügung steht, kann nicht konsumiert werden. :lol: Aber Lebensmittel habe ich halt immer im Haus. Und damit fülle ich leider immer wieder diese Leere, die mich mehrmals täglich überkommt. :oops: Ich mag mich gar nicht mehr auf die Waage stellen. :roll: Ich will gar nicht wissen, was die sagt... :|
19.03.2021
14:50 Uhr
[size=2]Tag 85 meiner Nichtmehrraucher-Reise [/size](10.09.2020) Ich habe ja vor 2 Wochen beschlossen, mal eine zeitlang nicht mehr ständig alles zu hinterfragen und zu analysieren, sondern die Dinge einfach mal laufen zu lassen. Die Nichtmehrraucher-Reise plätschert seitdem so dahin, auch stimmungsmäßig. Irgendwie bin ich weder gut noch schlecht drauf. Ich denke immer noch relativ häufig ans Rauchen und verspüre auch immer wieder Verlangen nach einer Zigarette. Oft weiß ich gar nicht, ob das Schmacht ist oder einfach nur ein besonders intensiver Gedanke. Und ich muss es auch nicht wirklich wissen. :wink: Es fällt mir momentan nicht sonderlich schwer, nicht zu rauchen, aber ein Gefühl der Freiheit o.ä. ist auch nicht in Sicht. Es fühlt sich derzeit so an, als stünde Quälobert kurz vor der Kapitulation. Aber irgendwie mag darüber noch keine rechte Freude aufkommen. Egal. [i]Ich mache weiter. Heute rauche ich nicht. Warum sollte ich auch?[/i]
17.03.2021
16:54 Uhr
[size=2]Tag 80 meiner Nichtmehrraucher-Reise [/size](05.09.2020) Ich habe vor einiger Zeit mal geäußert, dass das NWEEZ-Buch von Joel Spitzer so gar nicht meins ist und dass er mich auf Seite 81 vorerst als Leserin verloren hat. Heute habe ich ihm aber nochmal eine Chance gegeben und die Lektüre fortgesetzt. Dabei musste ich feststellen, dass ich bei der Einrichtung meines Wohnzimmers fast eine Copyright-Verletzung begangen hätte. Allerdings absolut unbewusst, weil ich das Buch da ja noch gar nicht gelesen hatte. Auf Seite 92 des Buches steht: [i]"[b]Der[/b] beste [b]Zeitpunkt zum Aufhören ist JETZT[/b]"[/i] Und mein Wohnzimmer heißt: "[b]Der[/b] richtige [b]Zeitpunkt zum Aufhören ist JETZT[/b]" :kaputtlachsmile::kaputtlachsmile::kaputtlachsmile: Auf Seite 103 hat mich der liebe Joel dann leider wieder geärgert mit der Aussage, dass man - auch in Foren - für einen Ausrutscher weder Trost spenden noch Verständnis äußern sollte. Und ein paar Seiten später hat er es sich dann endgültig mit mir verscherzt mit diesem Satz: [i]"Wenn ich vorschlage, ein Raucher solle zunächst ein anderes Programm besuchen, bevor er zu uns kommt, bin ich nicht darüber besorgt, einen potenziellen, zahlenden Kunden zu verlieren. Ich verschiebe einfach nur den Zeitpunkt, an dem ich diesen Menschen treffen und mit ihm arbeiten werde."[/i] :| :| :| Boah ey, sympathisch geht echt anders! :roll: Das war's, lieber Joel - ich schaffe es auch ohne dich. 8) :lol: Ach ja … fast vergessen ... [i]Copyright © Joel Spitzer, 2003.[/i] :riesengrinser:
17.03.2021
14:48 Uhr
[size=2]Tag 75 meiner Nichtmehrraucher-Reise [/size](31.08.2020) Die Schmachterei hat sich seit meinem letzten Tagebuch-Eintrag (zu Tag 70) wieder auf ein gut erträgliches Maß eingependelt. Ich denke zwar immer noch sehr oft ans Rauchen, aber das sind meistens wirklich nur GEDANKEN. Richtige Schmacht-Attacken habe ich nur noch selten. In den meisten Alltags-Situationen fühlt es sich jetzt wieder relativ normal an, nicht zu rauchen. Die Motivations-Zigaretten fehlen mir allerdings leider immer noch sehr stark. Vor ein paar Tagen hat mir ein Erlebnis aufgezeigt, dass es auch "Erleichterungs-Zigaretten" gibt. Da hatte ich nachmittags meinen Geldbeutel verloren, was eine ordentliche Schmacht-Attacke zur Folge hatte. Wenig erstaunlich. Abends meldete sich dann der ehrliche Finder und da fiel mir natürlich ein Stein vom Herzen. Und dieses Gefühl der Erleichterung löste eine Schmacht-Attacke vom Allerfeinsten aus. Das Verlangen, eine Zigarette zu rauchen, war in diesem Moment viel intensiver als nach dem Verlust des Geldbeutels. Und das fand ich dann doch erstaunlich. Ich bemühe mich momentan, nicht alles zu hinterfragen und zu analysieren und widme mich stattdessen verstärkt der Psychopflege durch Achtsamkeits-Übungen, Phantasiereisen und PMR-Jacobson. Bei den Achtsamkeits-Übungen ist mir aufgefallen, dass das Wort "Achtsamkeit" für mich seit dem Rauchausstieg einen gewissen negativen Touch erhalten hat, weil ich es ständig im Sinne von "auf der Hut sein" gebraucht habe. Das hat aber nichts mit der Achtsamkeit zu tun, wie ich sie mal erlernt und erfahren habe. Achtsam sein heißt für mich: [list]Mich auf das Hier und Jetzt konzentrieren ... also weder Vergangenem nachhängen noch irgendetwas für die Zukunft erhoffen bzw. befürchten.[/list][list]Den Moment bewusst erleben, d.h. mich selbst, die Umgebung oder eine Situation aufmerksam beobachten ... also nicht einfach Automatismen und erlernte Gedanken-/Verhaltensmuster ablaufen lassen.[/list][list] Dabei aber nicht werten oder urteilen ... also nicht darüber nachdenken, ob das in diesem Moment für mich gut oder schlecht / richtig oder falsch / nützlich oder störend ist.[/list]Klingt einfach, ist es aber nicht. Leider habe ich die Achtsamkeit in den letzten Jahren stark vernachlässigt und muss sie erst wieder erlernen. Ich versuche verstärkt, mit Affirmationen mein Unterbewusstsein umzuprogrammieren, indem ich mir z.B. beim Anblick des rauchenden Nachbarn immer wieder sage, wie froh ich doch bin, dass ich nicht mehr rauchen muss. Irgendwann wird mein Gemüt schon einsehen, dass mein Verstand recht hat. :wink: Apropos rauchender Nachbar. Ich sehe ihn ja von meinem Küchenfenster aus, wenn er auf der Terrasse raucht. So auch gestern Morgen. Ich sah, wie er abwechselnd an seiner Zigarette zog, an seiner Kaffeetasse nippte ... UND ... von irgendetwas Essbarem abbiss. :| Essen und rauchen gleichzeitig. Echt absurd! :P
17.03.2021
10:22 Uhr
[size=2]Tag 70 meiner Nichtmehrraucher-Reise [/size](26.08.2020) Ich schmachte weiter vor mich hin und zwar bei so ziemlich jeder Alltagssituation. Ganz extrem fehlt mir immer noch - und viele Male täglich - die Motivations-Zigarette ("jetzt rauche ich noch eine und dann…" ), teilweise auch i.V.m. der Belohnungs-Zigarette ("jetzt mache ich noch das-und-das und dann habe ich mir ein Zigaretten-Päuschen verdient" ). Gemütlich auf der Terrasse sitzen funktioniert nach wie vor nicht schmachtfrei und jede Art von Stress triggert mich immer noch extrem. Selbst nach dem Essen und beim Kaffee trinken empfinde ich plötzlich wieder Schmacht, obwohl es sich da bis vor ein paar Tagen schon fast normal angefühlt hatte, nicht zu rauchen. Ich befinde mich wohl gerade in einer Art Sinnkrise, d.h. ich frage mich, warum ich mir das alles antue. Ich sehe keine wesentlichen gesundheitlichen Verbesserungen (vermutlich waren die Einschränkungen durch das Rauchen noch sehr gering - die empfundene Kurzatmigkeit z.B. hat wahrscheinlich entweder andere Gründe oder ist einfach nur Zeichen für eine schlechten Kondition) und ich fühle mich auch nicht "frei". Stattdessen habe ich immer noch das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen. Befeuert wird das ganze vermutlich auch von dieser doofen "Corinna", weil ich auch wegen ihr momentan auf vieles verzichten muss und mich das doch ziemlich frustet und runterzieht. Wenn ich lese, dass viele meiner Mitfahrer*innen im Junizug kaum noch ans Rauchen denken, dann gönne ich ihnen das und freue mich mit ihnen, aber ich beneide sie auch … und das zieht mich runter. Wenn ich lese, dass einige User*innen mit 150 oder auch 300 rauchfreien Tagen der Zigarette immer noch nachtrauern und das Nichtmehrrauchen nach wie vor als Verzicht empfinden, dann macht mir das Angst … und das zieht mich runter. Ich weiß, dass der Entzug bei jedem anders verläuft. Ich weiß, dass der Entzug in Wellen verläuft. Ich weiß, dass der Entzug eine Achterbahn der Gefühle ist. Aber daran kann ich mich momentan irgendwie nicht festhalten. Und auch all das, was ich - mir selbst und anderen - in den letzten Wochen gepredigt habe, ist irgendwie weg … so ganz in Politiker-Manier … was kümmert mich mein Geschwätz von gestern? Ich hoffe, dass ich stur genug bin, auch in dieser schwierigen Phase nicht zu rauchen. Natürlich möchte ich nicht riskieren, nochmal von vorne anfangen zu müssen … das alles nochmal mitmachen zu müssen. Allerdings muss ich gestehen, dass ich nicht weiß, ob ich es überhaupt nochmal versuchen würde. Ich habe letzte Nacht geträumt, dass ich eine geraucht habe. Nicht zum ersten Mal, dass ich vom Rauchen geträumt habe. Aber während ich in den bisherigen Träumen immer nur Scham und Enttäuschung über den Ausrutscher bzw. Rückfall empfand, nahm ich diesmal in erster Linie ein Gefühl der Erleichterung wahr. Erleichterung darüber, dass der Kampf vorbei ist. Ich dachte tatsächlich: "Jetzt rauche ich halt wieder. Ist halt so…" Beim Aufwachen spürte ich ebenfalls Erleichterung. Allerdings Erleichterung darüber, dass es nur ein Traum war und ich nicht tatsächlich wieder rauche. Also mache ich einfach weiter und rauche auch heute nicht! Ich bedanke mich für eure Unterstützung und für die vielen besorgten, tröstenden, aufmunternden und motivierenden Worte. Ich bin wirklich sehr froh, in diesem Forum gelandet zu sein - ohne euch wäre ich bestimmt nicht so weit gekommen. Aber wenn man hier unterwegs ist, dann beschäftigt man sich halt zwangsläufig mit dem Rauchen bzw. Nichtmehrrauchen und möglicherweise tut mir das momentan einfach nicht gut. Auch dieses ständige Analysieren und Hinterfragen ist vermutlich momentan eher kontraproduktiv. Deshalb habe ich beschlossen, hier im Forum einfach mal ein bisschen kürzer zu treten und b.a.w. auch keine täglichen Tagebuch-Einträge mehr zu schreiben. Um mich nicht mehr so viel mit dem Thema zu beschäftigen. Aber auch, weil bei mir in den letzten Wochen - durch die Antriebslosigkeit, aber auch durch eine gewisse "Suchtverlagerung" - sehr viel Arbeit liegen geblieben ist. Ich werde also jetzt versuchen, die ganze Schmachterei einfach zu ignorieren bzw. zumindest nicht groß darüber nachzudenken. Augen zu und durch. Aussitzen. Einfach mal laufen lassen. Geduldig auf das Ende der Sinnkrise warten. Ohne dabei zu rauchen. Damit mich keiner falsch versteht: Ich bin nicht weg! Die Quasselstrippe tritt nur kürzer. Vielleicht schaue ich jeden Tag mal rein und schreibe einen oder mehrere Kommentare und vielleicht quassle ich auch den einen oder anderen Tag mal wieder so richtig doll. Aber vielleicht bleibe ich auch mal wieder einen Tag weg. Oder auch mal mehrere Tage. Kein Grund, sich Sorgen zu machen. [i]Ich mache weiter! Heute rauche ich nicht! Warum sollte ich auch?[/i]
17.03.2021
09:38 Uhr
[size=2]Tag 69 meiner Nichtmehrraucher-Reise [/size](25.08.2020) Ich denke momentan viel über "Sucht" nach … warum ich ihr Opfer wurde … und warum es mir so schwer fällt, mich aus ihren Klauen zu befreien. Mit dem Rauchen anzufangen, kann ja unterschiedliche Gründe haben. Das soziale Umfeld etwa. Bei mir war es so, dass meine Eltern damals geraucht haben ... meine Geschwister haben geraucht ... in der Schule wurde schon geraucht und im Freundeskreis auch. Rauchen war cool. Und ich wollte cool sein. Also habe ich zugegriffen. Ob und wie tief man dann in die Sucht reinrutscht und wie leicht oder schwer man sich tut, sich aus der Sucht zu befreien, hat sicherlich auch etwas mit dem Charakter zu tun. Die Sucht hat ja viel mit Bio-Chemie zu tun. Diese Dopamin-Geschichte. Eine Fehlsteuerung unseres Belohnungssystems im Gehirn. Menschen, die sich selbst ordentlich belohnen können, werden wohl nicht so leicht süchtig bzw. tun sich leichter mit dem Rauchausstieg. Wenn man es dagegen nie gelernt - oder es verlernt - hat, sich selbst zu belohnen (weil man immer mehr auf das Wohl der anderen als auf das eigene geachtet hat ... weil man seine eigenen Bedürfnisse immer hinten angestellt hat), dann hat die Sucht wohl ein leichtes Spiel. Ich zähle mich zu diesen Menschen und muss deshalb erst wieder lernen, meine (wahren) Bedürfnisse zu erkennen, zu formulieren und durchzusetzen. Je besser ich es schaffe, mich (rauchfrei) zu belohnen ... (rauchfrei) meine Bedürfnisse zu befriedigen ... neue Glückshormon-Quellen zu finden und zu nutzen ... desto öfter werde ich rauchfreie Wohlfühl-Momente spüren und desto leichter wird es mir fallen, die Sucht zu besiegen. Theoretisch habe ich es voll drauf. Praktisch hapert’s noch gewaltig… :roll:
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