Hallo Uwe,
herzlich willkommen bei den Aufhörern und solchen die es werden wollen. Ich gratuliere Dir zu Deinem Entschluß, das alte Laster abzulegen - und hey, wenn Du es geschafft hast, den Konsum dauerhaft zu halbieren, spricht das schon für enorme Stärke, denn viele (auch ich) haben es mal mit einer Reduktion versucht und sind damit krachen an die Wand gefahren. Ich war hinterher bei einem höheren Nikotinkonsum als vorher und damit nicht allein. Also wenn bei Dir schon so eine krasse Reduktion erfolgreich war, hast Du schon das Rüstzeug dazu, erfolgreich aufzuhören. Da bin ich mir sicher. Ist der 16.3. gleichzeitig Dein angepeilter Rauchstopp-Termin? (Übrigens ein sehr guter Grund Uwe, ich hab auch unter anderem mit dem Hintergedanken aufgehört, meine Zähne, in die ich viel Geld und Umstände investiert hatte, nicht schneller zu ruinieren als es der Alterungsprozess tut... und ich kann Dir versprechen, das wirkt auch)
Meinen Dank und meine Anerkennung auch für Deine Offenheit, uns von Deinen gesundheitlichen Schieflagen zu erzählen. In diesem Zusammenhang eine Frage, hast Du vielleicht therapeutische Begleitung? Wenn dem so ist, nimm doch diese mit ins Boot. Berichte von Deinem Vorhaben, rauchfrei zu werden, und frag, inwiefern Du dabei von dieser Seite Unterstützung haben kannst. Es ist immer gut, das Unternehmen Rauchfrei auf so viele Standbeine zu stellen, wie man bekommen kann, bei gesundheitlichen Themen sowieso (denn wir hier sind alle Aufhörer im selben Boot und keine Mediziner). Das Recht hast Du Uwe, das steht Dir zu und ist kein Schaden.
Weißt Du, das mit den Wochenenden ist sicherlich so aus lang trainierter Gewohnheit in unseren Köpfen drin. Von klein an war es doch so, daß das Wochenende zelebriert wurde, oft verbunden mit der Arbeitsauszeit der Eltern oder mit Familienzeit, es war immer was anderes als der Rest der Woche. Das haben wir so verinnerlicht, daß es nicht verwunderlich ist, daß es in unseren Köpfen den Sonderstatus innerhalb der Woche behält, auch wenn es inzwischen prinzipiell gleichförmig mit den anderen Wochentagen ist. Daß wir es mit Freude und Leichtigkeit verbinden - und sicher nicht mit fortbestehendem Driss beim Rauchstopp (zum Beispiel). Damit ist Dein Wochenende-Problem schon nachvollziehbar und erklärbar.
Sehr toll finde ich, daß Du fit bist. Damit könntest Du in Erwägung ziehen, die Wochenenden für sportliche Betätigungen zu reservieren, Spaziergänge, Wanderungen, Radtouren, und auf jeden Fall beim Suchtdruck immer gleich einen Ausweg in Anspruch nehmen (buchstäblich, rausgehen an die Luft, die Gedanken mit etwas anderem besetzen, anderen Impressionen, tief atmen). Welche Ideen hast Du für Dich selbst, was Du für Dich tun könntest, um Dich abzulenken? Hobby, Musik?
Behördenkontakte sind nie einfach, damit hab ich auch so meine Erfahrungen... da verstehe ich Dich echt. Beruhigungsübungen können helfen, eine tiefe Atemübung, das feste Kneten eines Relaxballes oder - in meinem Bekanntenkreis erfolgreich zelebriert - versuchen, sich dem nicht allein auszusetzen. Den Brief mit jemandem zusammen öffnen, das Telefonat nicht allein führen oder gleich - sofern in Deiner Stadt verfügbar - sich an eine Bürgerunterstützung wenden im Umgang mit Behörden (bei uns macht sowas die Stadtmission der Kirche und aus anderen Städten weiß ich es auch, gibt es sowas in Deiner Gegend auch?). Das nimmt da viel Druck und Streß.
A Propos Telefon. Da könnte es Dir sicher helfen, Dir von Anfang an eine andere Beschäftigung zurecht zu legen. Etwas zum Kritzeln oder - im Prinzip mein Lieblingstip in allen Lebenslagen - Luft durch einen auf Zigarettenlänge abgeschnittenen Trinkhalm rauchen. Kein Witz! Es macht fast dasselbe wie das Rauchen einer Zigarette (das Inhalieren, das look and feel), überlistet das Gehirn kurz und kann damit helfen, Schmacht zu minimieren, bis sie abklingt. Und ist auch nicht blöder, als giftige Substanzen aus einem brennenden Papierröllchen zu inhalieren, findest Du nicht auch? Denkst Du das wäre auch etwas für Dich?
Ich bin schon gespannt wieder von Dir zu hören. Für heute wünsche ich Dir einen schönen Samstag (siehst Du, das ist es wieder... das Wochenende ist in all unseren Köpfen was besonderes...) und ein erfolgreiches und positives Ankommen Deines Rauchstopps in Deinem Kopf (denn das ist es wirklich - positiv, ich würde es nicht mehr anders wollen). Freundliche Grüße sendet Dir
die Miez