Liebe Community,
ich brauche eure Hilfe weil ich merke, dass ich es gerade nicht schaffe, meinen Freund sinnvoll beim Nichtrauchen zu unterstützen.
Mein Freund (30) raucht seit 16 Jahren, er hat immer sehr viel geraucht und da ich absolute Nichtraucherin bin, ist es schon immer ein Problempunkt in unserer Beziehung. Er versucht seit einem Jahr aufzuhören, zum Teil sicherlich wegen mir aber auch aus gesundheitlichen Gründen und weil er an seiner Arbeitsstelle Rauchen nicht gerne gesehen wird. Die Entscheidung mit dem Rauchen aufzuhören hat er selbst getroffen, nur ist die Umsetzung eben doch schwerer.
Es hat sehr gut angefangen, er hat einen Monat super durchgehalten und ich war so stolz auf ihn. Aber irgendwann hat es nicht mehr geklappt und aus Angst mich zu enttäuschen hat er es mir nicht erzählt. Wir führen eine Fernbeziehung über 2000km und sehen uns nur circa alle 2 Monate. Als ich es herausgefunden habe, war ich vor allem deshalb enttäuscht, weil er mich davon ausgeschlossen hat und nicht ehrlich zu mir war. Das widerum hat zu Streit geführt und ich denke ich habe mich auch falsch verhalten. Er hat es immer wieder versucht und solange wir uns sehen, klappt es eigentlich auch wirklich gut, er hat immer wieder 2-3 Wochen komplett ohne Rauchen durchgehalten. Aber bei seinen Rückfällen habe ich es oft nicht geschafft, meine Enttäuschung zu verbergen. Leider ging es jetzt schon öfter so, dass er wieder aufgehört hat und mir dann von seinen Rückfällen nicht erzählt hat.
Nun sind wir irgendwie in einem Teufelskreis gefangen. Er raucht momentan nur circa 5 Zigaretten am Tag, was ein extremer Fortschritt ist. Er möchte komplett aufhören und ich will ihn unterstützen. Allerdings fürchte ich, dass er wieder nicht ehrlich sein könnte, weil ich eben oft blöd reagiert habe wenn er mir erzählt hat, dass er wieder raucht.
Ich liebe ihn und werde bei ihm bleiben, egal ob er raucht oder nicht. Nur da ich selbst in der Medizin tätig bin macht es mich verrückt zu wissen, dass er sich mit dem Rauchen gesundheitlich so schadet, deshalb würde ich mich sehr freuen wenn er es schafft aufzuhören.
Ich weiß jetzt allerdings nicht, wie ich mich verhalten soll. Wir haben so viel übers Rauchen diskutiert, dass er verständlicherweise nur immer mehr Druck empfindet und mehr raucht bzw. es mir nicht erzählt :-(
Wenn ich aber gar nicht mehr frage, denkt er es interessiert mich nicht mehr und spricht nicht mit mir übers Rauchen solange wir uns nicht sehen.
Er sagt, dass er aufhören will und das gerade durch die Reduzierung auf circa 5 am Tag das auch tut. Ist es denn wirklich so, dass man durch die Reduzierung zum Nichtrauchen kommt oder ist es am besten schlagartig aufzuhören? Pflaster o.ä. lehnt er leider komplett ab.
Er sagt, für ihn ist es teilweise auch wichtig dass ich dabei bin wenn er Tabak kauft oder zum Beispiel dass ich mit rauskomme wenn er raucht. Ich bin da manchmal nicht sicher ob ich dann die Sucht oder das Nichtrauchen unterstütze…aber er sagt ihm hilft das.
Da ich nie geraucht habe, fällt es mir schwer, die Sucht und das Verlangen nachzuempfinden, ich sehe nur an ihm dass er oft extrem darunter leidet. Ich habe verstanden, dass ich mich auch nicht richtig verhalten habe und ihm vermutlich mehr Stress bereitet habe als ihn zu unterstützen :-(
Ich möchte das ändern, in der Hoffnung dass er mir das auch glaubt jetzt und ehrlich zu mir ist. Es würde mir sehr helfen mal ein paar Statements zu hören von (Noch-)Rauchern bzw. Ex-Rauchern oder Angehörigen wie ich mich am besten verhalten soll und wie ich ihm am besten helfen kann.
Vielen lieben Dank schonmal! :-)
Luna