Hallo Melamine,
Du hast doch die Momente, in denen Du die Rauchlust am stärksten verspürst, schon gut für Dich artikuliert. Mal sehen was man da machen kann:
Hast Du für den Stressfall einen Relaxball? So einen Schaumstoffball zum Knietschen? Die kontinuierliche Muskelan- und -entspannung trägt zum Streßabbau bei. Du kannst auch Kaugummi kauen, sofern es Zähne und Kiefergelenk zulassen, weil das ja auch eine ähnliche An- und Entspannungsmimik aufweist. Im kostenfreien Rauchfrei-Startset ist übrigens ein Relaxball drin, kennst Du das, hast Du das? Schau mal hier:
http://www.bzga.de/infomaterialien/foerderung-des-nichtrauchens/foerderung-des-nichtrauchens-informationsmaterialien-fuer-erwachsene/rauchfrei-startpaket/
Bei Unruhe mag Dir vielleicht folgende Atemübung helfen: Atme mit geschlossenem Mund durch die Nase für etwa fünf Sekunden tief in den Bauch ein (ruhig mitzählen), bis sich der Bauch rundet. Halte dann die Luft für circa weitere fünf Sekunden an. Und dann blase die Luft sachte durch die leicht geöffneten Lippen wieder aus, so als würdest Du vorsichtig eine Kerze ausblasen. Nach zwei, drei Atemzügen im eigenen Rhythmus kannst Du diese Atemübung wiederholen, so lange Du wünschst. Das ist prinzipiell so eine Entschleunigungs- und Entspannungsübung, die man auch gut bei Aufregung, (Prüfungs-)Nervosität oder auch wieder bei Streß einsetzen kann.
Nach dem Essen ein Glas Wasser oder Zähne putzen. Die Zigarette durch ein anderes Ritual ersetzen (und ich meine, trinken und Zähne putzen mußt Du sowieso, das hat also auch nicht den Charakter von Suchtverschiebung). Das Zähneputzen hat noch den Charme, daß nach dem frischen Geschmack der Zahnpasta sowieso keine Zigarette schmecken will und die leichte Schärfe derselben die Schmacht dämpft.
Und für die Langeweile... hast Du irgendwelche Hobbies? Wenn nicht, lege Dir ruhig auf die Schnelle eines zu, und wenn es nur vorübergehend ist. Ich hab damals unfassbare Massen dieser Loombänder geknüpft, die da so angesagt waren. Mir hat es geholfen, Hirn und Hände zu beschäftigen, meine Kinder hat es gefreut - ebenso die ersten Klassen der örtlichen Grundschule. Irgendwann lange nachdem ich mit dem Entzug fertig war, war der Hype dann auch vorbei. Also selbst, wenn es jetzt keine Errungenschaft ist, die Dir bleibt: wenn sie Dir hilft, rauchfrei zu werden, erfüllt sie ihren Zweck. Was kannst Du also machen wenn Du Dich langweilst, stricken, häkeln, schnitzen? Salzteigfigürchen und die dann bemalen? Oder so Malbücher für Erwachsene ausmalen? Wurde hier auch immer mal als Tipp genannt... Also such Dir ruhig so eine kleine Beschäftigung Melamine, das hilft schon viel. (Oder dann halt das Aufgabenglas wie schon mal erwähnt)
Oh ja, Kaffee ist auch und gerade ohne Zigarette lecker, und das beste dran ist, daß sich die Aromen erst so richtig entfalten werden, wenn Du ein paar Tage länger rauchfrei bist. Da macht das dann auch mal Sinn, andere Sorten und Marken zu probieren, weil Du dann erstmal die Unterschiede schmeckst! Und wie gesagt, wenn Du dazu irgendwas noch brauchst, dann knabber einen Keks dazu. So häppchenweise, wie Du früher zugweise die Zigarette konsumiert hast. Und mach Dir dabei ruhig bewußt, daß der Keks besser schmeckt als die Zigarette (wenn Du mal ganz ehrlich bist, oder?) und mit dem Kaffee harmoniert. Nicht ihn verfälscht.
Wie geht es Dir nun heute an Tag 5? Wie erlebst Du das Nichtmehrrauchen? Ich würde mich freuen, wenn Du uns an Deinen Erfahrungen teilhaben ließest. Bis dahin wünsche ich Dir einen schönen rauchfreien Abend und weiterhin genügend Power und Durchhaltevermögen. Viele Grüße sendet Dir
Lydia