Guten Morgen Isi,
auch von meiner Seite noch ein herzliche Willkommen in unserer kleinen Runde der Aufhörwilligen. Schön, daß Du Deinen Weg hergefunden hast. Und meinen Glückwunsch zu Deiner Entscheidung, aus der Sucht auszusteigen!
Schön auch, daß Du einen Roman geschrieben hast, wie Du sagst, vielen Dank hierfür! Ich finde es immer interessant, etwas über die Beweggründe der Mitstreiter zu lesen, über ihre Raucherkarrieren und ihre Motive. Deine Gedanken sind hier jederzeit willkommen, na und wenn dies hier nicht der Platz sein soll, um Deine Nöte und Entzugsbefindlichkeiten anzubringen, dann weiß ich auch nicht! Also ruhig immer her mit Deinen Gedanken. Darf ich noch fragen (oder habe ich es überlesen), ob Du erstmals versuchst auszusteigen?
Betreffs Deiner Überlegungen bezüglich Panikattacken kann ich auch nur befürworten, einen Arzt Deines Vertrauens mit ins Boot zu holen. Was sollte dagegen sprechen, auf ärztlichen Beistand zurückzugreifen? Du darfst Dir jede Hilfe holen, die Du bekommen kannst. Vielleicht kann, ja sogar sollte Dir der Arzt beim Ausstieg aus dem Rauch behilflich sein und Deine Schieflagen dann mildern. Daran gibt es nichts auszusetzen Isi. Erwäge es, der Weg steht Dir jederzeit offen. Du mußt nicht allein damit fertig werden.
Ja ich kann mir schon vorstellen, daß Du eine Verspannung des Kiefers spürst... Ich meine, bis dato haben wir immer versucht, den Streß mittels Rauchen zu kompensieren (was natürlich nicht geht, das ist ein Trugschluß, der Streß ist hinterher noch genauso da wie vorher). Da dieser Mechanismus nun ausgemerzt werden soll, sucht der Körper wohl andere Methoden - und spannt sich an. Kennt man ja, Spannungskopfschmerzen und so - warum sollen im Entzug, welcher ja zumindest momentan auch erstmal ein gewisses Spannungspotenzial bergen kann, nicht ähnliche Phänomene auftreten... Wie wäre es denn, wenn Du die Spannung ablenken würdest? Zum Beispiel mithilfe eines Streßballs zum Kneten? Das baut Streß und Spannung schön ab. Hilfreich beim Abbau von Spannung ist auch folgende Atemübung: Atme durch die Nase für fünf Sekunden lang tief in den Bauch ein, bis er sich rundet. Dann behalte die Luft fünf Sekunden ein. Und blase sie anschließend für acht bis zehn Sekunden, so lang es eben reicht, durch die Lippen wieder aus. Ein, zwei normale Atemzüge und dann wird die Übung wiederholt. Sie wirkt sehr entschleunigend, entstressend. Vielleicht würde Dir das helfen?
Und ganz wichtig: sei gut zu Dir, belohne Dich, sorge für angenehme Momente. Besonders dann, wenn die Schmacht drängt. Das kann ein duftendes Schaumbad sein, eine Duftkerze oder Aromalampe, auch frische Luft, eine neue Geschmacksrichtung im Tee, was Du eben als angenehm empfindest. Das ist per se schon legitim, und in der Entwöhnung ganz besonders.
Komm jederzeit her und berichte, wenn Dir danach ist. In dem hier versammelten Erfahrungsschatz ist sicher für jede Entzugsbefindlichkeit ein Lösungsansatz dabei, Du mußt den Weg auch nicht allein beschreiten. Ich freu mich wieder von Dir zu lesen! Damit einen schönen erfolgreichen Tag für Dich und viele Grüße von
Lydia