Hallo Maze, guten Tag
von mir auch noch ein herzliches Willkommen hier bei uns und in Deinem zweiten Tag als Nichtmehrraucher. Super daß Du abgesprungen bist und schon den ersten Tag gewuppt hast.
Mach Dir keine Gedanken wegen Deiner x Aufhöranläufe. Die meisten Aufhörer brauchen mehrere Versuche! Das liegt daran, daß die Sucht so unfassbar viele Finten für uns Aufhörer in der Hinterhand hat, die wir doch erstmal kennenlernen müssen. Und dann müssen wir lernen, sie einzuschätzen - dann mal ehrlich, diese finsteren Drohungen der Sucht bei den ersten Aufhörversuchen, daß sie uns für immer mit Schmacht quälen und niemals in Ruhe lassen wird, können entsetzlich entmutigend sein. Und die Schmacht selber kann sich schon mal so anfühlen, daß wir die Wände hochgehen oder sie nicht überleben oder sowas. Man muß doch erstmal herausfinden, daß das alles gar nicht stimmt, was sie uns da vorgaukelt - und auch, was wir dem entgegenzusetzen haben.
Insofern sind diese Versuche nicht grund- und sinnlos, sondern Erfahrungen. Und wenn Du schon das Gefühl hast, irgendwas ist anders, kann das ein Hinweis darauf sein, daß Du Dich mit den Unannehmlichkeiten des Entzugs abgefunden hast und bereit bist, sie zu akzeptieren. Damit bist Du schon ein gutes Stück weiter als zuvor noch Maze!
Ist schon wie Nomade erwähnt hat, wir lesen hier manchmal von Partnerschafen, in denen ein Partner das Rauchen aufhört, der andere aber nicht. Das finde ich im Großen und Ganzen auch gar nicht so schlimm, denn jeder muß die Entscheidung für sich treffen und seinen eigenen Weg damit gehen. Damit ist es egal, ob der Partner mitmacht oder nicht, es muß sowieso jeder für sich durchziehen, mit den Mitteln, die ihm gut tun und den Wellen, wie sie über ihn hereinbrechen. Mach es Maze, es ist Dein Projekt, Du tust es für Dich, Dein Wunsch ist es, da treten alle anderen Meinungen in den Hintergrund. Und schaffen kannst Du es trotzdem.
Behilf Dir bei Schlaflosigkeit ruhig mit Baldrian oder Johanniskraut in Form von Tee oder Pastillen, wenn es anfängt, zu derbe zu werden. Kannst auch Melissentee oder Bäder mit Lavendel- oder Melissenessenzen probieren. Magnesium kann auch helfen. Darfst Dich da ruhig durch die Hausmittelchen probieren, Schlaflosigkeit während des Entzuges ist nicht so ganz ungewöhnlich, geht aber vorbei und mußt Du nicht passiv hinnehmen.
Wenn Du schon viel gelesen hast, weißt Du sicher auch, daß Du genug trinken sollst, um Verdauung, Blutdruck und Kreislauf aufrecht zu erhalten. Gerade so Kreislaufeskapaden können den Schlafrhythmus schon auch mal etwas stören. (Außerdem hilft Wasser trinken der Entgiftung, weil es Gifte ausschwemmt, auch gegen Schmachter sehr gut, und etwas Saftschorle oder Saft zwischenrein gegen leichten entzugsbedingten Unterzucker.)
Ich finde es gut, daß Du bei so "Schüben" von Nervosität und Aggressivität eine Kaugummi einschmeißt - Nikotinersatz ist in vielen Fällen hilfreich, nichts dagegen einzuwenden! Und weißt was Du noch machen kannst in solchen Fällen? Eine Atemübung. Atme mal für fünf Sekunden lang tiiiiiief durch die Nase in den Bauch, er soll dabei ganz rund werden. Dann halte die Luft fünf Sekunden lang an, bevor Du dann für acht bis zehn Sekunden lang durch die leicht geöffneten Lippen sachte ausatmest. Diese Übung kannst Du nach drei, vier Atemzügen im eigenen Rhythmus beliebig wiederholen, bis Du merkst, daß Du herunterkommst. Und das wirst Du bei dieser Übung. Sie wird auch bei Aufregung angewandt, Prüfungsangst, es ist eine sehr beruhigende, erdende und auch entschmachtende Übung. Probiere es gern mal aus, wenn Du Lust hast.
Und wie gut Bewegung an der frischen Luft ist, wozu Gartenarbeit unbedingt zählt, brauche ich Dir sicher nicht zu sagen. Hält ebenfalls die Körperfunktionen aufrecht und setzt Glücksbotenstoffe im Gehirn frei, die der Aufhörer dringend braucht. Also viel Spaß beim Gärtnern!
A propos Glückshormone. Hast ja hier schon viel gelesen. Hast auch über mein Lieblingsthema Belohnungen gelesen? Die sind nämlich absolut wichtig während der ganzen Entwöhnung. Sprechen das Belohnungssystem an (das wir ja bisher ganz oft mit der Zigarette angesprochen haben, da braucht es Ersatz!), setzen ebenfalls besagte Botenstoffe frei und visualisieren Dir, daß bei der Entwöhnung auch was für Dich rausspringt. Also überlege Dir schon mal, was Dich zu einer gewuppten Woche, einem Meilenstein, einer bestimmten Situation oder dann, wenn Du es brauchst, erfreuen könnte!
Für heute bleibt mir nur, Dir weiterhin gutes Gelingen zu wünschen Maze. Frohe Ostertage, und laß von Dir hören wann immer Du möchtest. Viele Grüße sendet Dir
Lydia