Moin Blackmonchi,
Du spielst "das Ganze" doch gar nicht runter - aber neben den körperlichen Entzugserscheinungen - die Du ja zum Glück lange hinter Dir hast - spielen die psychischen eben eine ganz besondere Rolle.
Die Raucherroutinen haben viele Jahre lang Furchen in unser Gehirn gegraben - tatsächlich - und diese sind natürlich nicht in ein paar Tagen oder Wochen mal eben wieder verschwunden....
Sie können aber durch andere ersetzt werden - mit dem Häkeln als Möglichkeit, den Händen etwas zu tun zu geben und mit den Chips und Co. für den Mund hast Du begonnen - was aber ist von den Routinen geblieben, wurde nicht ersetzt/verändert.... vielleicht der Platz auf dem Sofa? Trinkst Du am Abend andere Getränke als früher?
Wie wär's, auch den Platz zu wechseln, sich mal in einen Sessel zu setzen und das Sofa in nächster Zeit konsequent zu ignorieren, etwas anderes zu trinken - wenigsten bis das Schlimmste überstanden ist?
Sicher kein Allheilmittel, könnte aber unterstützend wirken - Routinen durchbrechen eben - sinnlich, zeitlich, räumlich.... und zwar konsequent.
Und noch etwas - wie viele Jahre hast Du wie oft diese Routinen gepflegt - und wie lange Zeit bist Du jetzt bereit, Dir zu geben, um aus diesen scheinbaren Endlosschleifen wieder heraus zu kommen?
Hab' Geduld mit Dir - Du wirst es nicht bereuen.
Übrigens gibt es für die eigentlich nicht so gern gewollte "Ersatzfutterei" im Forum ein geflügeltes Wort:
Erst rauchfrei, dann bauchfrei :riesengrinser:
Steckt eigentlich in "Rauchfrei, aber nicht suchtfrei" der Gedanke, Du könntest suchtfrei sein, verspürtest Du den Drang, zu rauchen, nicht mehr?
Davon solltest Du Dich verabschieden - wir werden nie wieder suchtfrei - vielleicht frei von Verlangensattacken, aber das heißt eben nicht "suchtfrei".
Es ist nicht anders, als bei trockenen Alkoholikern - so wie diese nie wieder einen Schluck Alkohol trinken dürfen, geht es uns mit Zigaretten - "die eine, die doch wohl nix ausmacht", gibt es für uns nicht - wir wären sofort "wieder drauf" (jedenfalls so gut wie alle, es gibt ganz vereinzelte Ausnahmen).... meine Empfehlung: http://whyquit.com/NWEEZ/NWEEZ!-Buch.pdf
Viel Erfolg auf Deinem weiteren rauchfreien Weg auf die Blümchenwiese (50 Tage), in die Keksdose (100 Tage und dazu mußt Du ganz viele verschiedene Kekse backen vorher - für alle hier :wink:), zum Griechen (150 Tage - weil vom gesparten Kippengeld kann frau nach 150 Tagen schon mal schön essen gehen mit der Familie) in die DoKeDo (200 Tage, Doppelkeksdose - Backen wie für 100 mal zwei :kaputtlachsmile: ).... und so weiter
Es grüßt
de Nomade
P.S. Falls Du Fragen hast oder mir antworten möchtest, freue ich mich über einen Besuch in meinem aktuellen Wohnzimmer "Ich denk' nicht dran, zu rauchen!", das Du findest, wenn Du unter dieser Nachricht auf das kleine blaue "Profil" klickst bei "Die letzten Themen".
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