Hallo ihr Lieben,
erstmal liebe Andrea, es hat mich total gefreut von dir zu lesen. Es gibt Raucher die aufhören, aber trotzdem nicht frei werden. Die zwar nicht rauchen, trotzdem der Zigarette nachtrauern und Menschen die rauchen verurteilen. Dies ist nicht der Weg den ich gehen möchte. Mein Vater war 18 Jahre rauchfrei und konnte sich trotzdem nicht von der Zigarette lösen. Zum Schutz wurde er so ein militanter Nichtraucher, der Raucher als Menschen 2. Klasse ansah.
Ich möchte mich wirklich davon lösen. So wie es mein Verstand auch sieht. Man verliert keinen Freund, sondern den Feind Nr.1.
Vielleicht ist mein Problem auch die Veränderung. Es ist nicht einfach, dass man mit dem Rauchen aufhört, sondern das Leben an sich verändert sich. Eigentlich ist das Rauchen nur ein weiterer Stolperstein auf meinem Weg. Er reiht sich so zu den anderen, welche alle aus dem Weg geschafft werden wollen. Ich möchte so viel verändern und die Angst blockiert mich. Ich glaube noch nicht mal, dass ich es nicht schaffe mit dem Rauchen aufzuhören. Aber es verunsichert mich mein altes Leben hinter mir zu lassen. Einen Teil meiner Identität loszulassen. Etwas was mich seit meiner Jugend begleitet.
Ich sehe es so, dass das Rauchen ja ein Teil meiner Persönlichkeit ist. So wie andere einen Putzfimmel haben oder Computersüchtig sind oder so. Immer wenn ich aufhören, versucht meine Persönlichkeit sich zu finden und fängt an alles auf den Kopf zu stellen. Es gibt dann nur dieses schwarz oder weiß, keine Grautöne. Sehr unentspannt so eine kopflastige Beziehung zu sich selbst.
Lieber Norbert,
danke für die vielen tollen Tipps, die du mit uns allen teilst. Ja, das Selbstbewusstsein wird jedes Mal auf die Probe gestellt. Vor allem wenn man den Dreh nicht kriegt. Deine Vor- und Nachteile des Rauchens treffen zum Großteil auch auf mich zu. Mir ist das alles schon bewusst, da ich mich seit langer Zeit mit der Thematik auseinander setze. Zu lange und zu intensiv, befürchte ich. Denn momentan ist die Sucht so einnehmen, dass sie jede Faser in Anspruch nimmt. Ich weiß, dass sie das nicht darf, aber das ist das Resultat dieser ständigen Auseinandersetzung.
Ich habe für mich erkannt, dass es nicht das Selbstbewusstsein ist, sondern das [b]Selbstvertrauen[/b]
Mir fehlt Vertrauen in mich selbst.
Liebe Tina,
verzeih mir, dass ich noch nicht in deinem Wohnzimmer vorbeigeschaut habe. Es ist schön, dass du irgendwie bei mir bist. Ich wünsche dir ganz doll, dass du den Absprung jetzt schaffst. Die schwersten Tage neigen sich ja dem Ende zu. Aber nicht darauf warten, ok. Sende dir ein wenig Gelassenheit, wenn der Teufel dich wieder besucht. Eigentlich ist es gar nicht so schwer. Man muss sich in den unsicheren Momenten nur für den richtigen Weg entscheiden. Aber ich habe ja leicht reden. Die, die es nicht mal eine Woche schafft. Deswegen halte ich mich mit Tipps auch mal zurück.
Ich habe mir jetzt keinen Tag festgelegt. Das bringt mich nicht weiter. Ich werde aufhören, wenn ich soweit bin. Und dann möchte ich diesen Weg auch zuende gehen.
Ich drücke euch mal aus der Ferne und wünsche euch ein schönes Wochenende!