28.08.2025 19:12

Auseinandersetzung der eigenen Nikotinabhängigkeit als Romanerzählung.

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20.01.2026
10:48 Uhr
Liebe Paolaxberg, Vielen Dank für dein Feedback. Es ist extrem schwierig einen fiktiven Roman zu schreiben und sich dabei nicht zu wiederholen. :oops: Ich wählte die Wiederholungen bewusst. Leider kann ich den Roman hier nicht so darstellen wie ich möchte. Es gibt zum Beispiel in meiner Word-Datei vor jedem Kapitel ein Foto oder ein Bild, dass die Szene ein wenig einfängt. Auch gibt es Buttons zum Anklicken der Musik. Ich gebe dir Recht, die Geschichte ist irgendwie sehr traurig geworden, obwohl ich das eigentlich nicht so wollte. Manchmal hat sich die Geschichte wie von selbst beim Schreiben so entwickelt. Warum raucht Snow immer unterschiedliche Marken? Sie nutzt unterschiedliche Marken um ihre Gefühle auszudrücken. Sie versucht die passende Zigarette zu ihrer Stimmung und ihrer Umgebung zu wählen - so tief sitzt ihre Sucht. Die weiße Davidoff-Zigarette verbindet sie zum Beispiel mit "Frieden / Friedhof / Zuversicht" Die schwarte Black-Devil Zigaretten erinnern Sie zum Beispiel an ihre "bösen / teuflischen " Taten, die sie gemeinsam mit ihrem Vater begang. Die violetten Vogue - Zigaretten verbindet sie mit ihrem Glauben an Gott. In der Adventszeit steht diese Farbe für Buße, Umkehr und Besinnung. Dann die Pall Mall Zigaretten .... auch mit ihnen verbindet sie alte Erinnerungen an die Abschlusszeit in der Schule. Ich wollte dem Leser deutlich machen, dass Snowwhite die Welt nicht wie eine typische Märchenprinzessin in schwarz und weiß denkt und lebt, sondern dass ihre Welt durchaus bunt und vielfältig ist. Es gibt ganz viele Graustufen dazwischen und bei jeder Wiederholung habe ich versucht die Entschlossenheit "zu Reden" tiefer und tiefer und tiefer auszubauen. Sie wechselt meistens die Marke / und oder die Farbe, wenn sie irgendetwas nicht mehr ertragen kann. Dann brauchte sie was neues, was eigentlich Quatsch ist, denn es ist ja doch jedes Mal dasselbe: Man raucht. Egal ob Marke X, Y, Z, mit der Farbe A, B, C. Es ist ein Trugschluss. Es war mein eigenes Rauchverhalten, dass hier zum Ausdruck kommt. Der Rest Rund um die Figur Snow ist fiktiv. Ich habe mit diesem Roman versucht, mich selbst zu durchschauen. Bzw. meinem Rauchverhalten auf die Schliche zu kommen um etwas dagegen tun zu können. Ich habe zum Jahreswechsel mit der Vape aufgehört und nutze nur noch Nikotinspray. Es ist bequem. Niemand wird mit dem Rauch belästigt, dem Gestank oder dem Geruch der Liquids. Ich bin viel flexibler und "schneller". Ein Sprühstoß ist ungefähr eine Zigarette. In einem Spray sind 150 Sprühstöße drin, also 150 Zigaretten komfortabel in der Hosentasche - jederzeit griffbereit. Ich versuche nicht ständig zu sprayen aber ich muss zugeben von meiner Nikotinsucht bin ich einfach nicht weggekommen. Das soll sich natürlich ändern. Aber ich mache einen Schritt nach dem anderen. Ich versuch mir realistische Ziele zu setzen: Wenn ich jetzt ein Jahr lang spraye und kommenden Herbst mit dem Spray aufhöre, dann denke ich habe ich gute Chancen dauerhaft vom Nikotin weg zu kommen. Ganz viele Grüße Snowwhite
15.01.2026
08:37 Uhr
bearbeitet:
15.01.2026
08:52 Uhr
Liebe Snowwhite, Ich habe es endlich geschafft deinen Roman zu lesen. Ich finde ihn sehr fesselnd und bin gespannt zu erfahren wie es weiter geht. Ich empfinde snows geschichte sehr traurig und bedrückend aber trotzdem vermittelt sie mir eine enorme stärke. An der Stelle der Weihnachtskarte der Mutter musste ich heulen wie ein schlosshund. Irhendwie kommen viele eigene Bilder der Kindheit hoch. Da hast du doch alles richtig gemacht würde ich sagen. Schöne bilder, tolle dialoge und starke beschreibungen. Z.B: " Das beißende Glühen – Marc würde sagen, meines eigenen Sargnagels – der weißen Davidoff Zigarette riss für eine Attosekunde die Grenze zwischen den Lebenden und den Toten auf." Irgendwo (als sie ihren plan fasst alles zu erzählen und auf abstand zu ihrem mann zu gehen) fand ich es etwas wiederholend....was aber nichts heißt oder...ich lese gerade die brüder karamasow und da ist alles furchtbar lang...oder die beschreibung des dorian gray vor seinem spiegel gab es ein kapitel da bin ich fast ausgerastet so lang war es ;) Mir machen die rauchszenen auch keinen schmacht aber weiß nicht wie das vor 300 tagen gewesen wäre. Ich finde es ganz gut das sie relativ „objektiv“ unemotional beschrieben werden. Sie raucht halt. Zum wach werden, zum aushalten der gefühle zum konzentrieren, zum beruhigen und manchmal 3 hintereinander. Ja genau so wars... warum raucht sie immer unterschiedliche marken? Das sind alles diese dünnen langen oder? Finde die passen gar nicht zu ihr. Ich verbinde die immer mit älteren damen... marketing wahrscheinlich... Bin sehr gespannt ob sie aufhört zu rauchen Und du? Versuchst du aufzuhören? Alles liebe paola
14.01.2026
09:10 Uhr
18 Zweieinhalb Jahre zuvor - Bayern Drei Nächte hatte ich kaum geschlafen. Kaum die Augen geschlossen, und schon jagten die Gedanken im Kreis: der Brief mit der Einladung, die knappen Worte am Telefon, das Schwei-gen meines Mannes. Ich lag auf der Seite, die Decke bis ans Kinn gezogen, und hörte das leise Atmen neben mir. Es war friedlich, beinahe tröstlich, doch der Frieden gehörte mir nicht. Mein Körper war müde, aber der Geist blieb wach, in ständiger Alarmbereitschaft – als stünde etwas unmittelbar be-vor, das nicht mehr aufzuhalten war. Das Summen der Heizung, das ferne Ticken der Uhr, das kaum hörbare Tropfen eines Was-serhahns – jedes Geräusch wuchs in dieser Dunkelheit zu einer Mahnung. Ich zwang mich, ruhig zu atmen, doch je mehr ich es versuchte, desto lauter wurde das Herzklopfen in meinen Ohren. In drei Tagen würden wir nach Bayern fahren. Münsterwald. Ein Name, der mir nichts bedeutete, und doch klang er in meinem Kopf wie ein Ort, den man nur betritt, um etwas zurückzulassen. Ich hatte versucht, mir den Termin schönzureden – ein formales Gespräch, ein kleiner büro-kratischer Schritt, nichts weiter. Aber innerlich wusste ich, dass das nicht stimmte. Zu viele Fragen waren gestellt worden, zu viele E-Mails unbeantwortet geblieben. Und die Art, wie sie meinen Mann am Telefon gebeten hatten, „begleitend“ zu kommen, ließ mich frösteln. Ich drehte mich auf den Rücken und sah in die Dunkelheit. Einmal mehr kam das Bild meines Vaters vor mein inneres Auge – sein Blick, streng und gleichzeitig leer, wie polierter Stahl. Ich hörte seine Stimme, das bestimmte, abgewogene Sprechen, das keinen Widerspruch duldete. Es war lange her, dass wir uns gesehen hatten, und doch hatte er nie aufgehört, in meinem Kopf zu wohnen. Ich griff nach dem Glas Wasser auf dem Nachttisch, trank einen Schluck und stellte es wieder ab. Meine Hände zitterten. Vielleicht vor Müdigkeit, vielleicht vor etwas anderem. Ich dachte an die Akten, von denen sie gesprochen hatten, an die Fragen, die man mir stellen würde. Und ich wusste: Dort würde kein Raum für Ausflüchte bleiben. Der Gedanke machte mir Angst. Aber noch größer war die Angst davor, wieder zu schweigen. Ich hatte zu lange geschwiegen. Zu lange getan, als sei alles vergangen, als läge das Leben hinter mir wie ein alter Film, den niemand mehr sehen wollte. Doch das Leben hatte mich ein-geholt. Und nun stand ich vor der Wahl: weiter fliehen – oder endlich sprechen. Draußen begann der Himmel sich langsam zu verfärben. Ein fahler Streifen zog sich über den Horizont, kaum sichtbar, aber genug, um mir zu sagen, dass eine weitere Nacht vorbei war. Ich atmete tief durch und flüsterte in die Stille: „Noch drei Tage.“ Am Morgen der Abfahrt hing die Luft schwer von Nebel. Die Welt war in ein blasses Grau ge-taucht, das weder Anfang noch Ende kannte. Mein Mann stellte die Taschen in den Koffer-raum, ich verriegelte die Haustür, und für einen Augenblick schien alles stillzustehen. Die Straße vor dem Haus war nass vom Tau der Nacht, der Asphalt spiegelte das matte Licht der Straßenlaterne. Ich setzte mich auf den Beifahrersitz, der Stoff fühlte sich kalt an, wie eine Oberfläche, die schon ahnte, dass sie etwas Unangenehmes tragen würde. Wir sagten nicht viel. Der Motor sprang an, ein tiefes, gleichmäßiges Brummen. Ich starrte aus dem Fenster, sah die kahlen Äste vorbeiziehen, die Tropfen, die an der Scheibe hingen und sich zu Linien verbanden. Es war eine Bewegung ohne Zielgefühl – als wären wir Teil eines Mechanismus, der uns unausweichlich in Richtung dieses Termins schleuste. Nach einer Stunde fragte er leise: „Alles okay?“ Ich nickte. Aber das war eine Lüge, und wir wussten es beide. Je weiter wir fuhren, desto dichter wurde die Stille zwischen uns. Sie war nicht feindlich, aber gespannt, wie eine Saite, die bei der kleinsten Berührung reißen könnte. Ich sah auf seine Hände am Lenkrad – ruhig, kontrolliert. Nur der Daumen bewegte sich ab und zu, als wollte er einen unsichtbaren Takt halten, um sich selbst zu beruhigen. Die Landschaft veränderte sich langsam. Felder, Dörfer, Nebel, wieder Felder. Hin und wieder ein Schild, das die Entfernung nach Süden verkündete. Ich dachte an die Nächte zuvor, an das Warten, an die Fragen. Was würde ich sagen, wenn sie mich wirklich befragten? Wie viel Wahrheit hielt ich aus? Wie viel durfte ich verraten, ohne andere in Gefahr zu bringen? Als wir die Grenze nach Bayern passierten, spürte ich, wie sich etwas in mir zusammenzog. Ich hatte die Hände im Schoß gefaltet, aber die Finger waren eiskalt. Ich versuchte, ruhig zu atmen, konzentrierte mich auf die gleichmäßige Bewegung der Scheibenwischer, das mono-tone Summen der Reifen auf der Straße. „Wir sind bald da“, sagte er, als wir in den Stadtrand von Münsterwald einfuhren. Ich nickte wieder. Es war ein Reflex, kein Gespräch. Die Stadt wirkte sauber, funktional, unscheinbar. Häuser aus grauem Stein, Schilder mit sach-lichen Buchstaben. Kein Ort, der etwas versprach. Nur ein Ort, an dem Dinge geregelt wur-den. Ich hatte plötzlich das Gefühl, als fuhren wir nicht zu einem Termin, sondern in einen Zustand hinein – in etwas, das mich verschlingen würde, wenn ich nicht aufpasste. Als wir das Auto auf dem Parkplatz abstellten, hörte ich den Motor noch nachhallen, selbst als er längst verstummt war. Ich blieb einen Moment sitzen, die Hand auf der Tür, unfähig, sie zu öffnen. Mein Mann sah mich an, sagte nichts. Sein Blick war still, besorgt, aber auch hilflos. „Komm“, sagte er schließlich leise. „Wir schaffen das.“ Ich stieg aus, und der kalte Wind traf mich wie ein Schlag ins Gesicht. In der Ferne erhob sich das Gebäude – kantig, unspektakulär, fast anonym. Und doch wusste ich, dass hinter diesen Wänden alles beginnen würde, was ich so lange verdrängt hatte. Das Gebäude lag am Rand der Stadt, ein grauer Bau aus Beton und Glas, funktional, ohne jedes Ornament. Kein Schild, kein Name, nur ein kleiner Schriftzug an der Tür: Verwaltung – Zugang nur mit Berechtigung. Im Inneren roch es nach Desinfektionsmittel und Papier. Die Wände waren hell, beinahe blen-dend weiß, und das Licht der Neonröhren flackerte unruhig in den Kanten des Bodens. Eine Frau in einem dunklen Anzug trat an uns heran, freundlich, aber ohne jede Wärme. „Guten Tag. Sie sind angemeldet?“ Mein Mann nickte und nannte unsere Namen. Sie sah kurz in eine Liste, hakte etwas ab und reichte uns zwei Plastikhüllen. „Bitte Ihre Ausweispapiere und ihre Einladungsschreiben.“ Ich spürte, wie meine Finger zitterten, als ich den Pass aus der Tasche zog. Er glitt mir fast aus der Hand. Sie nahm ihn entgegen, prüfte etwas auf dem Bildschirm. Dann streckte sie die Hand wieder aus. „Und Ihre Mobiltelefone bitte. Keine persönlichen elektronische Gegenstände im Gesprächsbereich.“ Wir gehorchten. Die Geräte wurden in nummerierte Umschläge gelegt, versiegelt, beschriftet. Ich hatte das Gefühl, ein Stück meiner Identität abzugeben – lautlos, freiwillig, aber mit einem Druck in der Brust, der kaum zu ertragen war. „Bitte folgen Sie mir.“ Wir gingen durch einen langen, schmalen Gang. Unsere Schritte hallten von den Wänden zurück, gleichmäßig, fremd. Am Ende teilte sich der Korridor in zwei Richtungen. Die Frau blieb stehen, sah kurz auf ihr Klemmbrett und deutete nach rechts. „Der Herr, Sie bitte hier entlang. Die Dame, Sie folgen mir.“ Ich sah meinen Mann an. Ein kurzer Blick, ein stilles Nicken. Er wollte etwas sagen, aber sei-ne Lippen bewegten sich nicht. Vielleicht wusste er, dass Worte hier nichts bewirkten. Ich folgte der Frau durch eine zweite Tür. Der Gang wurde enger, die Luft kälter. Schließlich öffnete sie eine Tür mit der Aufschrift Raum 2B. „Bitte hier warten. Jemand wird gleich zu Ihnen kommen.“ Ich trat ein. Der Raum war klein, nüchtern eingerichtet – ein Tisch, zwei Stühle, eine Lampe, ein Fenster mit Milchglas. An der Wand stapelten sich Akten, ordentliche Türme aus Papier, jede mit einem Etikett, jede mit Namen, die ich nicht lesen konnte. Ich setzte mich, verschränkte die Hände auf dem Schoß und versuchte, ruhig zu atmen. Das Summen der Lampe über mir klang wie das Atmen eines schlafenden Tieres. Jemand würde mich gleich befragen. Jemand, den ich nicht kannte, in einem Raum, der nicht mir gehörte, über Dinge, die eigentlich niemand wissen wollte. Ich senkte den Blick auf den Tisch. Die Oberfläche war makellos, aber kalt. Zum ersten Mal seit Jahren hatte ich das Gefühl, dass die Wahrheit gleich Gestalt an-nehmen würde – und dass ich sie nicht mehr zurückhalten konnte. Die Tür öffnete sich leise, als hätte sie schon gewusst, dass ich wartete. Ein Mann trat ein – vielleicht in meinem Alter, gepflegtes Auftreten, ein Lächeln auf den Lippen, das zu freundlich war, um echt zu sein. Er trug eine schlichte Aktenmappe unter dem Arm, legte sie vor sich auf den Tisch und ließ die Hand darauf ruhen. „Was ist denn da passiert?“, fragte er, immer noch lächelnd. Ich hob den Blick. „Meinen Sie, was in den Akten steht,“ sagte ich ruhig, „oder was nicht in den Akten steht?“ Er antwortete nicht. Und vielleicht war das der Moment, in dem die Zeit anfing, sich aufzulösen. Ich begann zu reden. Erst stockend, dann fließend, und irgendwann hörte ich meine eigene Stimme nur noch wie aus der Ferne. Ich erzählte von meinem Vater, meinem Mann, meiner Mutter und meinen Geschwistern. Wie wir diese Akten erlebt hatten. Die Zeit raste. Ich wusste nicht, ob eine Stunde verging oder drei. Der Raum blieb derselbe, aber alles darin schien sich zu verschieben – die Luft, das Licht, sogar der Tisch, an dem ich saß. Ich redete weiter, bis keine Worte mehr übrig waren. Als ich schwieg, war es still. Kein Kommentar, kein Urteil. Nur das leise Klicken der Tasten auf der Tastatur, das sich anhörte wie das Atmen eines anderen Raumes. „Vielen Dank, Frau White. Eine letzte Frage habe ich da noch: Woher kommt ihr früherer Name Rabenstein?“ „Das ist der Mädchenname meiner Mutter“.
14.01.2026
09:10 Uhr
17 Neujahr Das neue Jahr begann in Stille. Kein Feuerwerk, kein Lärm, kein Durcheinander – nur das gedämpfte Knistern der Heizkörper und das ferne Rauschen des Windes. Durch den Fenster-spalt drang die klare Winterluft ins Zimmer, frisch und kühl, als wollte sie das Alte aus den Räumen treiben. Ich stand früh auf. Der Morgen war noch blass, fast durchsichtig, als die ersten Strahlen durch die dünnen Vorhänge fielen. Draußen schwebte feiner Schnee in der Luft, und aus den Kami-nen der Nachbarhäuser stieg träge Rauch empor. Alles war ruhig, geordnet, als hätte die Welt einen tiefen Atemzug genommen, bevor sie wieder zu sprechen begann. Ich trat ans Fenster, legte die Hand auf die kalte Scheibe und sah hinaus. Die Straßen waren leer, aber sie wirkten nicht verlassen – eher wie Seiten, auf denen noch niemand etwas ge-schrieben hatte. Für einen Moment dachte ich an den Spiegel im Schlafzimmer. Ich hatte mich am Vorabend zuletzt darin gesehen – und war mir begegnet, wie ich wirklich war. Heute brauchte ich ihn nicht. Ich wusste, dass mein Blick klar war, meine Schultern aufrecht, mein Herz still, aber wach. „Heute beginnt kein neues Jahr“, flüsterte ich leise. „Heute beginnt mein Leben wieder.“ Der Kaffee duftete nach Bitterkeit und Mut. Ich setzte mich an den Schreibtisch, schob die zerknitterten Notizen beiseite und öffnete das Dokument, das seit Wochen auf Vollendung wartete. Meine Abschlussarbeit – der Schlusspunkt eines langen Weges, der nie gerade ver-laufen war. Ich las Zeile um Zeile, überprüfte Quellen, änderte Formulierungen, markierte Absätze. Jeder Klick, jeder gedruckte Buchstabe fühlte sich an wie ein Schritt auf festem Boden. Zum ersten Mal seit langer Zeit spürte ich keine Schwere beim Arbeiten – nur Konzentration, ein leises Vertrauen, dass ich es schaffen würde. Als ich die letzte Seite ausdruckte, ließ ich die Finger einen Moment darauf ruhen. Am unteren Rand schrieb ich in klarer, ruhiger Schrift: „Das Geheimnis deiner Zukunft liegt verborgen in deinem täglichen Leben.“ Ich wusste nicht, woher der Gedanke kam – vielleicht hatte ich ihn irgendwo gelesen, vielleicht war er einfach in mir aufgestiegen. Aber er fühlte sich wahr an. Kein göttliches Zeichen, keine große Offenbarung. Nur ein Satz, schlicht und ehrlich, der mir erklärte, dass Veränderung nicht in den Augenblicken des Aufruhrs geschieht, sondern in den Stunden der Beständigkeit. Am Nachmittag öffnete ich den Laptop erneut. Zwölf Bewerbungen lagen vorbereitet in einem Ordner. Ich las jedes Anschreiben noch einmal durch, prüfte die Lebensläufe, klickte dann eine nach der anderen auf „Senden“. Mit jeder versandten Bewerbung wurde die Luft ein Stück leichter. Ich dachte daran, wie ich vor einem Jahr noch kaum aus dem Bett gekommen war, wie sich mein Leben wie ein zu en-ger Raum angefühlt hatte. Jetzt schickte ich mich selbst hinaus in die Welt. Zwischendurch blieb mein Blick an einem Foto hängen – ich und mein Mann, auf einer Bank im Park, die Sonne hinter uns. Ich strich mit dem Finger über das Bild. Ich liebte ihn noch, aber anders. Leiser. Erwachsener. Ich wusste, dass unsere Nähe im Mo-ment zu eng war, dass wir einander Raum geben mussten, um wieder zueinander zu finden. Ich nahm einen kleinen Zettel und schrieb: „Ich gehe nicht, weil ich dich nicht liebe. Ich gehe, weil ich wieder ganz werden muss.“ Ich legte den Zettel in die oberste Schublade, zwischen alte Briefe und Kassenzettel – ein stil-les Versprechen an mich selbst, ehrlich zu bleiben, auch wenn es weh tut. Als der Tag zu Ende ging, saß ich wieder am Fenster. Draußen war der Himmel in zartes Ro-sa getaucht, und in der Ferne flackerten vereinzelt verspätete Raketen über den Dächern. Der Schnee schimmerte im Licht der Straßenlaternen. Ich hielt die Hände um meine Teetasse und beobachtete mein Spiegelbild in der Fensterscheibe. Es war nur ein Schemen, ein zarter Um-riss, der mit der Dunkelheit verschmolz. Kein Feind mehr, kein Richter – nur ein Teil von mir, friedlich, wachsam, still. „Ich weiß nicht, was das Jahr bringen wird“, sagte ich leise in die Stille. „Aber ich werde ihm begegnen – wach, mutig, ohne Maske.“ Ich lösche das Licht. Der Raum füllte sich mit der weichen Dunkelheit des neuen Jahres. Draußen glitzerte der Schnee, und in der Ferne läuteten die Kirchenglocken. Für den ersten Moment seit langer Zeit fühlte sich das Jahr nicht nur wie ein Ende an – es fühlte sich auch wie ein Anfang an.
14.01.2026
09:09 Uhr
16 Silvester – Spieglein, Spieglein an der Wand Die Nacht lag schwer über dem Haus. Draußen glitzerte der Schnee im fahlen Licht der Stra-ßenlaternen, doch drinnen war es still, so still, dass selbst mein Herzschlag wie ein fremdes Geräusch wirkte. Silvester. Der letzte Tag des Jahres. Normalerweise ein Moment für Dank und Rückblick, für Feier und Hoffnung. Aber nicht für mich. Ich saß auf dem alten Lehnstuhl vor dem Fenster, die Hände auf meinen Knien verschränkt, die Schultern vor Kälte und Anspannung hochgezogen. Das Jahr, das hinter mir lag, fühlte sich an wie ein riesiger Stein, der auf meiner Brust lastete. Alles, was ich versucht hatte – alle Briefe, alle Worte, alle Appelle – war verhallt. Niemand hatte mir geglaubt. Niemand hatte mir geholfen. Vor mir stand der Spiegel. Ich hatte ihn den ganzen Tag gemieden, hatte mir immer wieder gesagt, ich müsse nicht hinschauen. Aber jetzt konnte ich nicht anders. Mein Blick fiel unwill-kürlich darauf, auf das blasse, fremde Gesicht, das mich darin anstarrte. Ein Gesicht voller Scham, voller Verletzungen, voller Fragen, auf die ich keine Antwort bekommen hatte. „Du kannst nicht weglaufen“, flüsterte eine leise Stimme, die fast wie ein Echo aus dem Spiegel selbst klang. Ich zuckte zusammen, dachte zuerst, ich hätte geträumt. Aber da war kein Geräusch außer dem Ticken der Uhr und dem leisen Kratzen des Schnees draußen. Ich spürte es tief in mir: Das war nicht der Spiegel. Es war ich. Mein Gewissen. Mein zerrissenes, schmerzliches Ge-wissen, das mich unaufhaltsam anstarrte und mir ins Ohr redete. „Du hast versagt“, sagte es sanft, aber unnachgiebig. „Du hast nicht erreicht, dass man dir geglaubt hat. Du hast zu lange gezögert. Du weißt, was noch zu tun ist.“ Ich senkte den Blick, schloss die Augen und atmete tief durch. Angst, Wut, Scham – alles mischte sich in mir. Ich wollte mich abwenden, die Decke über den Kopf ziehen, so tun, als gäbe es kein Spiegelbild, keine Verantwortung. Aber das Gewicht in mir ließ es nicht zu. Das Jahr war vorbei, ja – aber mein Kampf noch lange nicht. Ich öffnete wieder die Augen und sah mein Spiegelbild an. Die Augen, die mir entgegenblick-ten, waren nicht nur meine. Sie waren die meiner eigenen Versäumnisse, meiner eigenen Angst und meiner eigenen Entschlossenheit. Ich konnte den Spiegel nicht länger meiden. Nicht, wenn ich den Weg gehen wollte, den ich gehen musste. Das Spiegelbild war nicht län-ger stumm. Die Augen darin fixierten mich, und ich fühlte, wie mein Herz schneller schlug. „Warum siehst du weg?“ flüsterte die Stimme – klar, fest, unverrückbar. Sie kam nicht nur aus dem Spiegel, sie kam aus mir selbst, aus jeder Ecke meiner Erinne-rung, aus jedem Versagen der Vergangenheit. „Du weißt, was getan werden muss.“ Ich wich zurück, taumelte leicht, wollte den Blick abwenden. „Ich… ich kann das nicht“, flüster-te ich, mehr zu mir selbst als zum Spiegel. „Es ist zu riskant. Ich kann meinen Mann nicht ver-lassen. Ich kann…“ „Du wirst es tun müssen“, unterbrach mich die Stimme, fest und ruhig, wie das Urteil eines alten Richters. „Nicht aus Rache, nicht aus Hass. Sondern weil die Wahrheit verlangt, dass sie ans Licht kommt. Du hast keine Wahl.“ Ich schluckte. Mein Spiegelbild verzerrte sich, die Augen größer, fordernder, unversöhnlich. Jede Falte, jede Schattenlinie auf meinem Gesicht schien mir die Jahre des Schweigens vor Augen zu halten, jede vergebliche Bitte, geglaubt zu werden. Es war nicht nur das Versagen der anderen, das mich quälte – es war mein eigenes. Mein Unvermögen, mich durchzusetzen, mein Zögern. „Du hast lange genug gezögert“, fuhr die Stimme fort. „Du weißt, dass der Weg gefährlich ist. Aber das ist der einzige Weg. Du musst handeln – Dokumente sichern, Gespräche aufzeich-nen, alles tun, was nötig ist. Und ja, du wirst deinen Mann zeitweise verlassen müssen. Aber das ist nicht Verrat. Es ist Vorbereitung. Es ist der Preis, den die Wahrheit fordert.“ Ich atmete tief ein und aus, spürte die Kälte der Nacht, die durch die Fenster kroch, und die Last der Worte. Angst, Zweifel, Schuld – alles vermischte sich zu einem drückenden Nebel. Doch die Stimme ließ nicht locker, sie war unbarmherzig in ihrer Klarheit: „Du kannst nicht länger weglaufen. Du kannst nicht länger schweigen. Alles, was du getan hast, war nur ein Prolog. Jetzt beginnt der wahre Kampf. Und du wirst ihn führen.“ Ich starrte weiter in den Spiegel. Mein Spiegelbild war still geworden, aber nicht friedlich. Es war ein Zeuge, das Mahnmal meiner eigenen Entscheidungskraft, meiner Verantwortung und meiner Entschlossenheit. Ich wusste, dass ich die Nacht nicht mehr damit verbringen konnte, mich zu verstecken. Das Zögern war vorbei. Die Stimme hatte gewonnen, und ich würde dem Weg folgen, egal wie steinig er sein mochte. Ich ließ den Blick noch einmal über mein Spiegelbild gleiten, nahm jede Linie, jede Schattenfal-te wahr. Die Stimme war verstummt, doch die Botschaft hatte sich eingebrannt: handeln, jetzt, methodisch, ohne Ablenkung. Ich musste die Kontrolle zurückgewinnen – über mich selbst und über die Wahrheit, die seit Jahren in meinem Schatten lag. Ich setzte mich an den Schreibtisch, zog Stift und Notizblock heran und begann, Schritt für Schritt die Möglichkeiten zu ordnen. Mein Plan musste klar, nüchtern, praktisch sein – emotio-nales Chaos durfte keinen Raum haben. • Dokumente sichern: Die Unterlagen meines Vaters, Aktenzeichen, offizielle Papiere – alles musste ich in meine Hände bekommen. Nur so konnte ich meine Geschichte stützen, glaubwürdig und nachvollziehbar erzählen. • Gespräche aufzeichnen: Jede Aussage, jedes Zögern, jede Bestätigung musste do-kumentiert werden. Ich würde nichts dem Zufall überlassen, keine Interpretation dem Gedächtnis anvertrauen. • Vorübergehende Trennung von meinem Mann: Es würde riskant sein, die Aktion im gewohnten Alltag durchzuführen. Ein vorübergehender Rückzug war notwendig – nicht aus Distanz zu ihm, sondern als Schutzmaßnahme für mich und für den Plan. • Eigenes Verhalten: Ruhig, sachlich, nichts überstürzen, alles Schritt für Schritt. Keine impulsiven Handlungen, keine Emotionen, die alles zerstören könnten. Während ich die Punkte aufschrieb, spürte ich die Schwere des Weges, der vor mir lag. Es war nicht nur ein Plan – es war eine moralische Gratwanderung. Die Dokumente zu sichern, heimlich Gespräche aufzuzeichnen, meinen Mann temporär zu verlassen – alles tat weh. Es fühlte sich an wie ein Verrat an mir selbst, an den Menschen, die mir nahe standen. Doch je länger ich darüber nachdachte, desto klarer wurde mir: Es gab keinen anderen Weg. Der Albtraum des Schweigens, die Scham, nicht geglaubt worden zu sein, durfte mich nicht länger lähmen. Alles, was ich bisher ertragen hatte, hatte mich nur vorbereitet auf diesen Mo-ment. Ich legte den Stift hin, lehnte mich zurück und atmete tief durch. Mein Spiegelbild war noch immer da, stumm, unbeirrbar. Ich wusste, dass es mich beobachtete, dass es mein Gewissen verkörperte. Aber dieses Mal fühlte ich keine lähmende Scham. Stattdessen spürte ich Ent-schlossenheit. „Ich werde handeln“, flüsterte ich in die Stille. „Ich werde die Wahrheit ans Licht bringen. Schritt für Schritt. Ruhig, sorgfältig, ohne mich zu verlieren.“ Der Plan stand, klar wie ein Kompass, der mir den Weg wies. Es war der erste Moment, seit Jahren, in dem ich das Gefühl hatte, die Kontrolle wieder in der Hand zu halten – und das Ge-fühl, dass die Nacht, so dunkel sie auch war, nicht länger über mich herrschte. Ich lehnte mich zurück, die Hände fest ineinander verschränkt, und spürte, wie die Zweifel sich wieder meldeten. Jede Faser meines Körpers schrie nach Sicherheit, nach dem vertrau-ten Rhythmus des Alltags, nach der Wärme meines Mannes. Doch die Verantwortung, die Wahrheit ans Licht zu bringen, ließ sich nicht ignorieren. Die moralische Last drückte schwer. War es richtig, Dokumente zu nehmen, Gespräche auf-zuzeichnen, ihn – meinen Mann – temporär zu verlassen? War das noch gerechtfertigt, nur um die Scherben der Vergangenheit zusammenzufügen? Jeder Gedanke an Diebstahl, jedes Bild von heimlichen Aufzeichnungen, ließ mich innerlich zusammenzucken. Die Grenze zwi-schen notwendigem Handeln und Verrat verschwamm. Mein Spiegelbild in der Ecke des Zimmers wirkte fast lebendig. Es sah mich nicht nur an – es durchbohrte mich. Ich wusste, dass es jede meiner Gedanken las, jede Abwägung, jedes Zö-gern. Ich konnte nicht lügen, nicht einmal mir selbst. Die Scham über das, was ich nicht er-reicht hatte, mischte sich mit Wut über die Menschen, die mich damals zum Schweigen ge-bracht hatten. Und doch, mitten in diesem Strudel von Angst und Schuld, wuchs ein neues Gefühl: Ent-schlossenheit. Nicht blind oder impulsiv, sondern ruhig, kalkuliert. Ich erinnerte mich an die Nächte, in denen ich sprachlos geblieben war, an das Jahr, das im Schweigen verstrich. Ich wollte nicht noch einmal Opfer sein. Ich wollte nicht, dass die Wahrheit in den Schatten ver-schwindet. Die Ambivalenz blieb, sie würde mich begleiten – ein ständiger Begleiter zwischen Moral und Notwendigkeit. Aber ich spürte, dass ich den Schritt gehen musste, auch wenn er riskant war. Die Angst war da, aber sie lähmte mich nicht mehr. Sie war ein Maßstab, eine Erinnerung, wie hoch der Einsatz war – und warum es sich lohnte, ihn zu wagen. „Es ist riskant. Es ist gefährlich. Aber es ist notwendig“, murmelte ich zu mir selbst. „Ich kann nicht länger warten. Ich werde den Weg gehen – aufrecht, so gut ich es kann.“ Der Spiegel blieb stumm, doch die Präsenz meines Gewissens war spürbar wie ein leiser, stetiger Herzschlag im Raum. Ich wusste: Die Entscheidung war getroffen. Ich würde handeln – trotz aller moralischen Wogen, trotz aller Angst. Es war mein Weg, mein Kampf, meine Pflicht. Draußen begann das erste Licht des Silvestermorgens den Schnee zu erhellen. Die Straßen lagen still da, nur leises Knirschen unter den Schritten einiger Spaziergänger war zu hören. Das Haus war in eine friedliche Ruhe gehüllt, die im krassen Kontrast zu dem Sturm in mir stand. Ich stand auf, ging langsam zum Spiegel und ließ meinen Blick noch einmal über mein Gesicht gleiten. Die Augen, die mir entgegenstarrten, waren nicht mehr nur voller Scham und Schmerz. Sie waren entschlossen, wach, bereit. Der Spiegel war still. Er hatte gesprochen, mich gezwungen, mich meinen Ängsten und meiner Schuld zu stellen – und nun war er nur noch Zeuge meines Entschlusses. Ich atmete tief ein und spürte, wie sich eine merkwürdige Ruhe über mich legte. Der Plan, der mir zuvor noch so überwältigend erschienen war, begann sich in greifbare Schritte zu gliedern: die Dokumente sichern, die Gespräche aufzeichnen, meinen Mann temporär zu verlassen, um die Aktion zu schützen. Alles war noch riskant, alles forderte Opfer. Aber ich hatte den ersten Moment der Klarheit gewonnen: Ich würde nicht mehr Opfer sein. Ich würde handeln. Die Glocken der Kirche in der Nähe schlugen leise den Silvestermorgen ein. In ihrem Rhyth-mus fühlte ich die Symbolik des Tages: Abschluss, Rückblick, Dank – und Neubeginn. Ich erkannte, dass mein innerer Kampf und mein geplanter Schritt zur Wahrheit auch ein Neuan-fang sein konnten, ein Tag, an dem ich selbst die Verantwortung für mein Leben übernahm. Ich wandte mich vom Spiegel ab, griff nach meiner Jacke und zog sie enger um die Schultern. Jeder Schritt aus dem Zimmer fühlte sich an wie ein Schritt in eine neue Ordnung, weg von Angst und Stillstand, hin zu Tatkraft und Entschlossenheit. „Es gibt keinen Weg zurück“, flüsterte ich leise in die Stille des Hauses. „Nur vorwärts. Ich werde handeln. Ich werde die Wahrheit finden.“ Der Spiegel blieb leer und stumm zurück, doch seine Präsenz war noch spürbar – wie ein steter Zeuge meiner Entscheidung.
14.01.2026
09:09 Uhr
15 Albtraum – Weihnachten zweiter Feiertag Die Nacht lag schwer über dem Haus. Das leise Ticken der Uhr an der Wand wirkte wie ein Echo meines eigenen Herzschlags. Ich lag wach, den Blick auf die dunkle Decke gerichtet, während die Gedanken unablässig in mir kreisten. Nach dem Schreiben der E-Mail an meinen Anwalt hatte ich gehofft, wenigstens einen Funken Ruhe zu finden. Doch Ruhe kam nicht. Stattdessen wog die Stille wie Blei auf meiner Brust. Der Schnee draußen reflektierte das spärliche Licht der Straßenlaternen, und die Kälte kroch durch die Fenster. Ich zog die Decke enger um mich, doch sie schützte mich nicht. In mir brannte noch die Erinnerung an alles, was ungesagt geblieben war, an das Schweigen, das mich über Jahre hinweg gefangen gehalten hatte. Meine Augenlider wurden schwer, und langsam glitt ich in einen Zustand zwischen Wachen und Schlafen. Die Dunkelheit um mich herum verwandelte sich, flimmerte und atmete – und ich spürte, dass etwas aus den Tiefen meiner Angst aufstieg. Ich wusste nicht genau, wann Realität endete und Traum begann. Der Gerichtssaal war riesig, seine Wände kalt, hart und schimmernd im bleichen Licht. Ich saß auf der Anklagebank, die Hände krampfhaft in meinem Schoß verschränkt. Vor mir die Ge-sichter, starr wie eingefroren: die Freunde meines Vaters. Maskenhaft, unbeteiligt, doch in jedem ihrer Augen lag die Schwere eines Schweigens, das mich erdrückte. Zwischen uns lag ein Bündel, sorgsam in Zeitungspapier gewickelt. Der Schatten einer Ma-schinenpistole zeichnete sich darin ab, nur er bewegte sich leicht, als wollte er lebendig wer-den. Das Papier raschelte leise, ein heimtückisches Geräusch in der drückenden Stille des Raumes. Über mir thronte das Tribunal: drei Richter, gesichtslose Figuren in schwarzen Ro-ben, die mich mit einer stummen Autorität fixierten. Ihre Stimmen hallten wie aus einem tiefen Schacht, als sie sprachen: „Die Angeklagten haben das letzte Wort“ „Wollen Sie sich noch dazu äußern?“ Ich öffnete den Mund, doch nichts kam heraus. Stattdessen klapperten Tabletten über den Holztisch, rollten in alle Richtungen, kleine, weiße Zeugnisse meiner Machtlosigkeit. Ein Teil von mir wollte schreien, wollte sagen: „Ich werde nicht das Opfer sein!“ Aber die Stimmen in der Halle flüsterten immer wieder: Schweigen ist Frieden. Schweigen ist Heilung. Die Richter erhoben gleichzeitig ihre Hämmer. Ich spürte den Moment in jeder Faser meines Körpers, als die Luft kurz stehenblieb. Dann fielen die drei Hämmer zugleich, auf das Holz vor mir, auf den Boden unter mir, auf alles, was Sicherheit zu geben schien. Ein dumpfer Schlag, dreifach, und der Boden brach unter mir auf. Ich stürzte in die Tiefe. Der Gerichtssaal verzerrte sich, die starren Gesichter verschwammen zu einem grauen Nebel. Das Rascheln des Papiers, der Schatten der Pistole – alles schwebte über mir, unerreichbar und bedrohlich zugleich. Die Stimmen verstummten, aber ihr Gewicht blieb. Ich riss die Augen auf. Ein heiserer Laut löste sich aus meiner Kehle und verpuffte im dunklen Zimmer. Für einen Moment wusste ich nicht, wo ich war. Der Fall schien noch in meinen Kno-chen zu stecken, ein Dröhnen in den Ohren wie das Echo der drei Hämmer. Mein Herz schlug rasend, als wollte es aus meinem Brustkorb fliehen. Die Dunkelheit war dieselbe wie zuvor, doch sie fühlte sich anders an – dichter, schwerer, mit der Nachwirkung des Gerichts in sich. Ich tastete nach der Bettkante, suchte Halt, während mein Atem ungleichmäßig ging. Schweiß klebte kalt an meinem Rücken, und meine Finger zitterten, als gehörten sie nicht mehr zu mir. Einige Sekunden blieb ich einfach sitzen, aufrecht, verkrampft, den Blick auf einen Punkt im Nichts gerichtet. Allmählich schälte sich die Realität aus dem Traum wie ein mühsames Erwa-chen aus Eis. Die Tabletten, die im Traum über den Tisch gerollt waren, hatten sich tief in mein Bewusstsein gebrannt. Sie standen für alles, was man mir genommen hatte: meine Stimme, meine Wehrhaftigkeit, meinen Willen. Ich strich mir über das Gesicht, versuchte, meinen Atem zu beruhigen. Es war nur ein Traum, sagte ich mir. Aber das stimmte nicht. Es war mehr als ein Traum. Es war mein Spiegel. Meine Erinnerung. Eine Warnung für mein gesamtes Leben. Eine Botschaft, die mein Unterbewusst-sein in Bildern formuliert hatte, weil Worte nicht ausreichten. Ich schob die Beine aus dem Bett und setzte die Füße auf den kalten Boden. Die Kälte half. Sie brachte Klarheit zurück, Linie für Linie. Die Richter, ihr Urteil, das Schweigen der Zu-schauer – alles fühlte sich an wie der Versuch der Vergangenheit, mich erneut in die Knie zu zwingen. Doch der Albtraum hatte mir auch eines gezeigt: Ich durfte nicht mehr schweigen. Nicht aus Angst. Nicht aus Scham. Und ganz sicher nicht aus falscher Opferbereitschaft. Ich legte die Hand auf meine Brust, spürte den langsam ruhiger werdenden Herzschlag. Die Stille im Zimmer war jetzt eine andere als zu Beginn der Nacht. Sie war nicht länger Feind. Sie war ein Zwischenraum. Eine Atempause. Draußen begann, ganz zaghaft, der erste helle Streifen des Morgens am Himmel aufzuleuch-ten. Der zweite Weihnachtsfeiertag. Stephanustag. Ein Tag, der von Opfermut sprach – aber nicht von Selbstaufgabe. Von Zeugenschaft, nicht von Schweigen. Ich schloss für einen Moment die Augen und ließ zu, dass dieser Gedanke sich setzte. Der Albtraum hatte mich erschüttert. Aber er hatte etwas in mir gestärkt, das lange verschüttet gewesen war: den Willen, für meine Wahrheit einzutreten. Ich setzte mich auf den Stuhl am Fenster, zog die Decke um die Schultern und starrte auf den ersten fahlen Lichtstreifen am Horizont. Der Albtraum klebte noch in meinem Kopf wie ein feuchter Nebel, aber etwas darin war klar geworden: Angst und Ohnmacht durften mich nicht länger beherrschen. Die Stimmen des Gerichts, die Hämmer, die rollenden Tabletten – alles hatte mir nur eins gezeigt: Ich durfte nicht mehr schweigen. Mein Blick fiel auf das unscheinbare Bündel, das sich wie ein Bild aus dem Traum in meinem Geist festgesetzt hatte. Der Schatten der Maschinenpistole, in Zeitungspapier gehüllt, war mehr als ein Symbol. Er war ein ungelöstes Rätsel, ein fehlendes Puzzleteil, das mich seit Jahren verfolgte. Warum hatte mein Vater die Waffe versteckt? Warum hatte sein Freund da-bei geholfen? Nicht, weil nichts geschehen war, sondern vermutlich, weil etwas geschehen war – etwas, das vertuscht werden musste. Die Gedanken formten sich langsam zu einem Plan. Es war nicht die Zeit für wilde Spekulatio-nen, keine Zeit für impulsive Aktionen. Ich musste nüchtern bleiben. • Zuerst: Beweise sammeln. Fakten, Dokumente, Akten. • Zweitens: Personen identifizieren, die noch etwas wussten, die die Lücken füllen konnten. • Drittens: Einen Weg finden, die Wahrheit sachlich zu vermitteln – ohne Tränen, ohne Wirrnis, ohne mich selbst erneut zu gefährden. Ich wusste, dass ich auf meinen Vater angewiesen sein würde. Er würde freiwillig nicht reden. Er kannte die Polizei zu gut, hatte selbst in dieser Welt einst gearbeitet. Und dennoch – ir-gendwo musste es eine Möglichkeit geben, ihn zu veranlassen, die Geschichte offen darzule-gen. Vielleicht Gespräche führen, Aufzeichnungen machen, seine eigenen Unterlagen einse-hen. Schritt für Schritt, sorgfältig, methodisch. Es war keine Rache, die mich trieb. Es war Gerechtigkeit, nüchtern und klar, getragen von dem tiefen Glauben an ein Rechtssystem, das funktionieren konnte, wenn man ihm die Wahr-heit präsentierte. Ich durfte mich nicht verlieren in Angst oder Zorn. Alles musste dokumen-tiert, überprüfbar, sachlich sein. Nur so konnte die Vergangenheit aufhören, wie ein Schatten über meinem Leben zu liegen. Ich atmete tief ein und aus. Der Albtraum hatte mir gezeigt, wie leicht ich wieder in Ohnmacht und Angst geraten konnte. Aber er hatte mir auch gezeigt, dass ich Kontrolle zurückgewinnen konnte – durch Verstand, Planung, klare Schritte. Es war der Moment, in dem der zweite Fei-ertag, Stephanustag, seine eigentliche Bedeutung erhielt: Zeugnis ablegen, aufstehen, den Mut haben, die Wahrheit zu verfolgen – ohne mich selbst zu opfern. Ich legte die Hände auf den Schreibtisch, schloss die Augen einen Moment lang und murmelte leise: „Es wird Zeit, das Puzzle zusammenzusetzen. Stück für Stück. Ich werde nicht länger das Opfer sein. Ich werde die Wahrheit finden.“ Draußen wurde der Himmel langsam heller. Die ersten blassen Strahlen des Morgens fielen über die Dächer, tauchten den Schnee in ein zartes Rosa. Die Kälte war noch da, aber sie fühlte sich jetzt nicht mehr erdrückend an, sondern klar, reinigend. Ich atmete tief ein, spürte, wie jeder Atemzug mich ein Stück aus dem Albtraum herauszog und in die Realität zurückhol-te. Die Glocken der kleinen Kirche in der Nähe läuteten den Stephanustag ein. Ihre klaren, gleichmäßigen Töne drangen durch die frostige Luft und erinnerten mich an den Mut, Zeugnis abzulegen – nicht als Opfer, sondern als Zeugin der Wahrheit. Ich konnte das Gewicht der Vergangenheit nicht einfach abstreifen, aber ich konnte es tragen, ohne zu zerbrechen. Ich setzte mich ans Fenster, den Blick auf den glitzernden Schnee gerichtet. Die Waffe, die Geheimnisse, die Lügen – sie lagen noch vor mir wie ein unvollendetes Puzzle. Aber zum ers-ten Mal fühlte ich keinen lähmenden Druck mehr. Stattdessen spürte ich Entschlossenheit: Schritt für Schritt würde ich die Teile zusammensetzen, Stück für Stück würde die Wahrheit ans Licht kommen. Der Albtraum hatte mich erschüttert, aber er hatte mich auch gelehrt, dass wahre Opferbereit-schaft nicht bedeutet, sich selbst zu zerstören. Sie bedeutet, aufrecht zu stehen, zu handeln, das Schweigen zu brechen – und dabei die eigene Kraft nicht zu verlieren. Ich flüsterte die Worte, die ich jetzt wie ein Mantra wiederholte: „Ich werde reden. Ich werde die Wahrheit finden. Ich werde nicht länger das Opfer sein.“
14.01.2026
09:08 Uhr
14 Tagtraum – Weihnachten erster Feiertag Die Nacht war still. Nur das gleichmäßige Klopfen meines Herzens füllte den Raum, gedämpft vom Atem der Dunkelheit. Ich lag wach, auf dem Rücken, und starrte an die Zimmerdecke, als könnte ich darin eine Antwort finden. Das Haus schlief. Draußen hing die Kälte schwer auf den Dächern, und selbst der Wind schien eine Pause einzulegen – als wollte die Welt für einen Moment innehalten. Schlaf kam keiner. Nur die Gedanken, die wie leise Schritte durch meinen Kopf gingen. Ich dachte an all die Jahre, in denen ich geglaubt hatte, Stille bedeute Frieden. Dabei war sie nur eine andere Form des Schweigens. Ich zog die Decke enger um mich, doch sie wärmte nicht. Irgendwo in der Ferne schlug eine Kirchturmuhr Mitternacht. Weihnachten. Der erste Feiertag. Ein Tag, der von Gnade handeln sollte – nicht von Schuld. Und doch lag die Schuld wie ein Schatten über meiner Haut. Ich schloss die Augen – und fiel. Ich fand mich auf einer weißen Ebene wieder. Schnee, so weit das Auge reichte. Kein Himmel, kein Horizont, nur ein flirrendes Licht, das von überall kam. Ich stand barfuß, spürte den Frost unter meinen Füßen, und doch fror ich nicht. Es war, als trüge mich die Kälte. In der Ferne sah ich eine Gestalt. Eine Erinnerung, in einen Körper gegossen. Ein Lächeln dasselbe wie damals – weich, geduldig, ein Versprechen in der Ferne. Ich wollte zu ihr laufen, aber der Schnee unter mir wurde durchsichtig, gläsern. Jeder Schritt ließ ihn knacken, und mit jedem Knacken zersprang ein Stück meiner Vergangenheit. Ich blieb stehen. „Ich will Frieden“, flüsterte ich. „Dann hör auf zu fliehen“, antwortete eine Stimme. Ich sah nach unten. Unter dem Eis lag mein eigenes Spiegelbild, die Augen leer, die Lippen stumm. Ich kniete mich hin, legte meine Hand auf die glatte Fläche. Der Boden bebte. Dann öffnete das Spiegelbild den Mund – und schrie. Ich fuhr hoch. Das Summen des Laptops schnitt durch die Stille. Eine E-Mail blinkte auf. Betreff: „Ihre Anfrage – Vertraulich.“ Ich zögerte. Mein Herz schlug schneller, als hätte jemand die Zeit wieder eingeschaltet. Der Cursor blinkte, fordernd, ungeduldig. Ich öffnete das Fenster und atmete die kalte Nachtluft ein. Schneeflocken tanzten im Schein der Straßenlaterne – schwerelos, frei. Dann setzte ich mich hin und las: Sehr geehrte Mandantin, anbei übersende ich Ihnen die angehängten Dokumente und bitte Sie um eine Stellungnahme. Mit freundlichen Grüßen Ihr Anwalt D. Müller Ich las die Zeilen mehrmals, bevor ich den Mauszeiger über „Antworten“ bewegte. Meine Hand zitterte. Dann klickte ich. Ich schrieb hastig ein paar Zeilen, versuchte sie zu ordnen und für einen Moment geschah nichts. Dann das kleine Geräusch – ein whoosh, leise, endgültig. Die Wahrheit war unterwegs. Die Erinnerung kam zurück wie ein Stromschlag: Neonlicht. Kalte Hände. Tabletten, die im Hals stecken blieben. Das metallische Klicken einer Tür. Ich spürte wieder den Druck der Fesseln an meinen Handgelenken, den süßlichen Geruch von Desinfektionsmittel. Und die Stimmen, die sagten, ich solle ruhig sein, dass es besser so sei, dass ich krank sei. Ich presste die Hände gegen die Schläfen. Der Raum schwankte. Mein Atem ging stoßweise. Dann, ganz plötzlich, war es still. Nur mein Herz klopfte. Und irgendwo draußen begannen die Kirchenglocken zu läuten. Als der Morgen graute, saß ich noch immer da. Der Laptop war längst in den Ruhemodus ge-fallen, aber der Himmel über mir erwachte. Ein blasses Licht kroch über den Horizont, taufte die Dächer in zartes Rosa. Ich legte meine Hand auf die Fensterscheibe. Sie war kalt, glatt, echt. „Vielleicht“, flüsterte ich, „ist das der erste Tag meines neuen Lebens.“ Der Schnee draußen glitzerte wie zersprungene Sterne. Und irgendwo, tief in mir, regte sich zum ersten Mal seit Jahren etwas, das nach Hoffnung roch.
04.09.2025
09:33 Uhr
Guten Morgen :coffee: die Idee mit den Namen ist nach der Erklärung schlüssig ? In Therapien wünschen sich Therapeuten immer eine Lebensgeschichte.... auch wenn das hier nur ein Roman ist, wäre es mal interessant - Mein leben von außen betrachtet mit einem virtuellen Namen ? Das aber nur offline. Bin gespannt auf die Fortsetzung LG Anna
02.09.2025
13:20 Uhr
bearbeitet:
02.09.2025
15:32 Uhr
13 Spaziergang Ich trat zur Tür hinaus und ging den Fluss entlang. In Gedanken riet ich mir selbst: „Wer einen Fluss überquert, muss die eine Seite verlassen.“ Denn jeder Fluss spricht dieselbe Sprache, die jeder Stein versteht. [i]Gleichmäßig, beharrlich, ohne zu erklären.[/i] Meine Finger umklammerten fest die Tasche, auch wenn mir die Kälte in die Fingerknöchel biss. Kies knirschte unter meinen Sohlen, irgendwo löste sich eine Amsel aus einem Dorn-busch und flatterte über das Wasser, als wollte sie mir vormachen, wie leicht man Grenzen überfliegt. Ich tastete nach der Zigarettenschachtel. Stattdessen ertastete ich eine alte Postkarte, die ich während meines Klinikaufenthaltes dort versteckt haben musste. Vorn stand in goldenen Buchstaben auf schwarzem Grund: [b]Zeit, die wir uns nehmen, ist Zeit, die uns etwas gibt. [/b] Ich fand die Zigarettenschachtel, drehte sie in meinen Fingern und dachte über die Zeit, die mir noch gehörte, nach. Dann zog ich einen Sargnagel heraus, nahm das Feuerzeug und zündete sie an. Der Rauch drang tief in meine Lungen ein und betäubte mich. Ich spürte das Kratzen im Hals und die Schwere in der Brust und flüsterte leise: [b]Es wird Zeit aufzuhören. [/b] Dann drehte ich die Postkarte sachte um und las: [i]Zeit heilt keine Wunden, denn Wunden hinterlassen stets Narben – egal ob oberflächlich oder tief im Gewebe verborgen. Die Narben deines Lebens – egal zu welchem Zeitpunkt oder in welchem Zeitraum – machen dich zu dem Menschen, der du heute bist.[/i] (Ein zeitloser Gedanke einer zeitlosen Frau.) Der Fluss nahm eine große Kurve in ein Tannenwaldstück hinein. Er fragte niemanden um Erlaubnis. Welche Kurve könnte ich nehmen, wenn es zu Hause nicht mehr klappt? Wohin mit mir, wenn die Liebe nur noch Lärm macht? Was bleibt von mir, wenn ich die Arbeit an der Uni abgebe — und was beginnt dann? Eine Wanderbank stand ein paar Schritte weiter, halb im Windschatten einer Weide. Ich setzte mich, legte die Tasche neben mich und spürte das Holz durch die Jacke hindurch. Einzelne Eiszapfen hingen an den Zweigen wie unsichere Gedanken. Ich zündete mir eine weitere Zi-garette an und ließ den Rauch langsam aus dem Mund entweichen, als könnte ich damit die Fragen ordnen. Wenn ich abgebe… Wo würde ich Arbeit finden? Büro. Beratung. Irgendwas mit Zahlen, die ehrlicher sind als Wörter. Eine kleine Wohnung, erste Kaution, ein Bett, das niemand außer mir benutzt. Kann ich mich selbst versorgen? Ich entsperrte das Handy, scrollte durch meine Kontakte. Namen, die ich einmal festgehalten habe, zogen an mir vorbei. Ich blieb bei Harvey hängen. Ich schrieb nichts. Noch nicht. Dann scrollte ich weiter, bis die Nummer meines Bruders Blackrock auftauchte. Blut ist dicker als Wasser, dachte ich, und wiegt zugleich schwer. Ich öffnete das Nachrichtenfeld und schrieb: Hey. Ich weiß nicht, wie lange das mit uns noch hält. Falls es schiefgeht — könntest du mich für eine Weile aufnehmen? Nur bis ich Arbeit und eine Wohnung gefunden habe. Ich will nie-mandem zur Last fallen. Ich will nur kurz sicher sein. Ich starrte die Zeilen an. Fügte nichts hinzu. Kein Erklären, kein Rechtfertigen. Dann drückte auf Senden. Das Smartphone vibrierte weich in meiner Hand und kam zur Ruhe. Ich legte es auf den Oberschenkel, spürte sein Gewicht durch den Stoff und hörte wieder das Wasser. [i]Gleichmäßig, beharrlich, ohne zu erklären.[/i] Der Brustkorb zog sich zusammen, als legte sich eine alte Hand von innen auf mein Herz. Die Erinnerung kam ohne Bilder und trotzdem spitz: Klicken der Handschellen und das kalte Metall um die Handgelenke. Der kalte Geruch nach Desinfektion in der Zelle — Wände wie harte, rohe Finger, die sich um meinen Hals krallten. Das metallische Klicken einer dicken Stahltür, die nicht um Erlaubnis fragt. Es brodelte in mir wie ein Vulkan, der in der Stille weiterglüht. Ich öffnete den Browser auf meinem Display. [b]Pfefferspray legal kaufen.[/b] Sachliche Seiten. Zahlen, Distanzen, Sicherungen. Keine Heldengeschichte. Nur ein kleiner Abstandshalter in Dosenform. Ich wählte ein unauffälliges Modell, das in meine Tasche passt. Kein Neon, kein „Power“-Schriftzug. Bestellen. Wenige Sekunden später wurde die Bestellung bestätigt. Ich sah dem Fluss nach, wie er die nächste Biegung nahm, als wüsste er, was dahinter kommt. Vielleicht braucht es nicht immer Mut, dachte ich, vielleicht reicht am Anfang ein bisschen Vorbereitung. Die Zigarette war fast runtergeraucht. Ich drückte sie aus, steckte das Handy wieder ein und strich mit dem Zeigefinger über die Kante der Postkarte in der Tasche. [b]Zeit, die wir uns nehmen, ist Zeit, die uns etwas gibt.[/b] Ich stand auf. Der Wind war kühler geworden, aber er tat mir nichts mehr. Ich nahm meine Tasche und ging den Pfad zurück. Heute rufe ich niemanden an. Heute höre ich dem Wasser zu — und mir. Morgen kann ich Kurven nehmen. Heute lerne ich, an der nächsten zu stehen, ohne mich zu verlieren.
02.09.2025
10:39 Uhr
Liebe Anna_327, vielen Dank für dein Lob. Ja die Namen der Hauptpersonen sind etwas gewöhnungsbedürftig da gebe ich dir völlig Recht. Aber sie geben der manchmal überhaupt nicht märchenhaften Erzählung einen märchenhaften Touch. Die Namen sind wie Variablen in Mathematik. Sie können für jede beliebige Zahl stehen bzw. in diesem Fall - jeder könnte Snowwhite, Vater Totenschwarz, Schwester Weisrosa, Mutter Rosarot usw. sein. Deshalb tragen alle Familienangehörigen von Snowwhite und sie selbst solche Namen. Ich freue mich auf ein weiteres Feedback von dir. :butterflyflower
01.09.2025
17:27 Uhr
12 Weihnachten – Heilig Abend Die Nacht war still, als hätte der Himmel selbst den Atem angehalten. Schneeflocken taumel-ten schwerelos durch die Dunkelheit, setzten sich lautlos auf die Fensterbank. Im Wohnzim-mer brannten drei Kerzen – doch erst als ich das Streichholz entzündete und die vierte Kerze zum Leben erweckte, schien der Raum vollständig zu sein. Vier Flammen. Vier Versprechen. Hoffnung. Frieden. Freude. Liebe. Und ich – verloren zwischen ihnen. Die Wärme des Lichts erreichte mich nicht. Es war, als stünde ich draußen, im Frost, während andere um den Kranz herum saßen, lachten und sangen. Weihnachten – das Fest der Liebe. Für die einen Geborgenheit. Für mich nur ein Spiegel meiner Einsamkeit. Ich zog die Knie an die Brust, hielt mich an einer Zigarette fest, als wäre sie das letzte Stück Halt. Der Rauch legte sich wie eine zweite Haut über meine Lungen, während draußen in der Ferne Kirchenglocken das Gloria anstimmten. Ich blies den Rauch langsam aus, als wollte ich damit all die Worte vertreiben, die sich in mei-nem Hals stauten. Doch sie blieben. Dick, zäh, unausgesprochen. „Was ist aus uns geworden?“ flüsterte ich in die Stille. Aus einer Ehe, die einmal Wärme versprach, war ein Gefängnis geworden. Kein offener Streit, keine Scherben am Boden – nur dieses unsichtbare Gitter zwischen uns. Seit der Klinik sehe ich ihn nicht mehr als meinen Mann. Ich sehe den Mann, der die Nummer gewählt hat. Den Mann, der mich ausgeliefert hat wie ein Päckchen voller Wahnsinn. Und vielleicht hat er geglaubt, er tut das Richtige. Vielleicht dachte er, er rettet mich. Aber wer rettet eine Frau, indem er sie verrät? Wer reicht sie fremden Händen, die Spritzen setzen und Türen verriegeln? Ich hörte ihn sagen: „Es ist zu deinem Besten.“ Worte, die kälter waren als jede Zelle. Seitdem kann ich ihn nicht mehr ansehen, ohne den Schlüssel in seiner Hand zu sehen. Den Schlüssel, der nicht zu unserem Zuhause gehörte, sondern zum Schloss einer Klinik. Er war mein Halt, und jetzt ist er der Riss, der alles zerbrechen lässt. Vertrauen – das Fundament einer Ehe. Meines liegt in Schutt und Asche. Ich liebe ihn noch, oder das, was von ihm übrig ist. Vielleicht hasse ich ihn schon. Ich weiß nur: Wir sind zwei Körper im selben Raum, aber längst keine Seelen mehr, die einander er-kennen. Mein Blick fiel auf die Akten, verstreut über den Tisch, auf die Notizen, die ich wie ein Mantra in die Nacht geschrieben hatte. Klinik. Diagnose. Wut. Verrat. Mein Mann hatte mich ausgelie-fert – und die, die mich heilen sollten, hatten mich eingesperrt. Seit jenem Tag war unsere Ehe nur noch eine Fassade aus Scherben. Ich hatte einen Anwalt genommen. Herr Müller hörte mir zu – oder tat wenigstens so. Heute, an diesem Abend, vertraute ich ihm das Dunkelste an, das ich je ausgesprochen hatte: dass ich damals eine Waffe transportiert hatte. Eine schwarze Sporttasche, schwerer als mei-ne sechzehn Jahre. Ich wusste nicht, wer damit getötet worden war. Nicht wo. Nicht wann. Aber ich wusste, wem sie gehört hatte – und wem ich sie gebracht hatte. Schwarzgolds Fami-lie in Eisrosenthal in der Nähe der Hauptstraße, Ecke Mozartweg. „Sie müssen mir glauben“, hatte ich Müller gesagt, und meine Stimme war brüchiger als das Wachs, das an der Kerze hinabtropfte. „Das war keine Halluzination. Es ist die Wahrheit. Und wenn jemand gestorben ist, dann darf mein Schweigen nicht das letzte Wort bleiben.“ Die Glocken verklangen. Nur die Kerzen brannten weiter, ihre Flammen zitterten wie in Erwar-tung. In diesem Moment fasste ich meinen Entschluss. Ich würde nicht länger stillhalten. Ich würde meinen Vater aufsuchen. Ihn in Gespräche verwickeln. Ihn reden lassen – und jedes Wort aufnehmen. Ein Beweis, dass mein Schweigen all die Jahre nur Schutz gewesen war. Ein Beweis, dass das, was in der Klinik wie Wahn klang, nichts anderes war als die nackte Wahrheit. Ich legte die Zigarette in den Aschenbecher, erhob mich und streifte mir einen Pullover über. Die Flammen des Adventskranzes warfen lange Schatten an die Wand, als wollten sie mich aufhalten. Hinter mir blieb der Kranz zurück – vier Kerzen, die gemeinsam leuchteten. Und ich, eine einzige dunkle Silhouette, die sich von ihrem eigenen Licht abwandte. Draußen peitschte der Wind, kalt und gnadenlos. Ich zog die Tür hinter mir zu. Schloss die Fenster im Schlafzimmer und zog mich um. Heiligabend. Ein Abend, an dem andere zu ihren Familien heimkehren. Und ich – ich plante den Aufbruch, um das Dunkel meiner eigenen ans Licht zu zerren. Als ich in meiner Nachttischschublade kramte, fiel mir ein vergilbtes Stück Papier in die Hän-de. Ich drehte es in meinen Fingern. Eine alte Weihnachtskarte, tiefrot, mit goldenem Glanz. Sie war an meinen Vater gerichtet – von Mutter Rosarot vor zwanzig Jahren geschrieben. Auf der Vorderseite stand in geschwungenen Lettern: „Warum Weihnachten feiern? Es wird doch jeden Tag ein Mann geboren, der sich für Gott hält!“ Ich blinzelte, lächelte. Die Worte brannten wie Eis in meinen Augen. Auf der Rückseite, ihre krakelige Schrift: „Wir sind geschieden – sag deiner Mutter, sie soll endlich aufhören.“ Ich hielt die Karte im Licht der vierten Kerze. Zwei Sätze, die alles erklärten und doch nichts. Zwei Sätze, die eine ganze Familie zerrissen hatten – und deren Splitter ich bis heute in meiner Haut trug.
01.09.2025
11:38 Uhr
11 Sechs Monate zuvor – bei Snowwhite Zuhause Es klingelte an der Tür. Für einen Augenblick hielt ich den Atem an. Kein Martinshorn, kein Blaulicht, nur das dumpfe Echo dreier schwerer Schritte im Treppenhaus. Mein Mann war bleich, als er den Riegel zu-rückschob. Statt des ersehnten Rettungswagens standen drei Polizeibeamte vor uns – Uni-form, Handschuhe, starre Mienen. Endlich jemand, der mir zuhören würde. Mein Mann stand zwischen ihnen, blass, die Lippen bebten. „Ich habe um Hilfe gebeten…“ Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. „…und ihr schickt die Polizei?“ Einer der Beamten nickte knapp. „Guten Abend. Wir haben einen Einsatz wegen häuslicher Gewalt.“ „Wir sind hier, um die Situation unter Kontrolle zu bringen.“ Unter Kontrolle. Das Wort schnitt mir durch den Kopf wie eine kalte Klinge. Ich zog die Trai-ningsstange enger an mich, als wäre sie mein letzter Halt. „Snow… bitte, leg das Ding weg“, flehte mein Mann. Tränen liefen über sein Gesicht, die Schulter, die ich getroffen hatte, hing schief. „Sie wollen nur helfen.“ „Helfen?“ Ich lachte schrill, ein Laut, der selbst mir fremd klang. „Die verdrehen mir alles im Mund! Kei-ner will hören, was ich weiß. Die Waffe… Schwarzgold… er ist hier, er tötet…“ Ich spürte die Blicke der Beamten, spürte ihre Anspannung. Langsam, fast tastend, setzten sie Schritte nach vorn. Ihre Stimmen klangen nüchtern, fast beiläufig, als wäre dies eine alltäg-liche Routine. Doch für mich war es das Ende. Ich stand barfuß im Wohnzimmer, die Trainingsstange in den Händen, zwischen den Scher-ben der Tasse, dem Chaos der Zettel und dem Rauch, der wie ein grauer Schleier in der Luft hing. Mein Herz hämmerte, meine Schläfen pochten, als wäre mein Kopf eine Trommel. „Snow… bitte…“, flehte mein Mann leise. Seine Hände zitterten, als wollte er mich zurückholen in eine Welt, die schon längst nicht mehr meine war. „Hände hoch, legen Sie die Stange ab!“, rief einer der Beamten mit fester Stimme. Ich lachte heiser. „Glaubt ihr, ich lasse mich von euch auch noch betäuben? Ihr steckt doch alle unter einer Decke!“ Die Polizisten warfen sich schnelle Blicke zu. Keiner machte einen Schritt zu viel, als würden sie ein verletztes Tier einkreisen. „Niemand will Ihnen etwas antun. Wir sind nur hier, um Ihnen zu helfen.“ „Helfen?!“ Mein Schrei brach wie Glas. „Ich weiß, was ihr vorhabt. Ihr bringt mich zum Schweigen!“ Ein Polizist nutzte die Sekunde, in der mein Blick abdriftete. Ein schneller Griff, ein Ruck, und die Stange entglitt meinen Händen. Ich schrie, trat, schlug um mich, doch meine Bewegungen waren schwach, fahrig. Zwei Arme umklammerten mich, hielten mich fest, während mein Kör-per zitterte wie in Fieberkrämpfen. „Lassen Sie mich! Ihr bringt mich um! Ich bin nicht verrückt!“ Meine Stimme überschlug sich, bis sie nur noch ein heiseres Krächzen war. Die Handschellen klickten. Hartes Metall, das meine Haut anschnitt. Mein Mann presste die Hände gegen sein Gesicht. „Gott, Snow… was ist nur mit dir passiert…“ Sie führten mich hinaus, die Treppe hinunter, vorbei an den Nachbarn, die hinter ihren Türen lauschten. Kein Blaulicht, kein Tatütata. Nur der warme, schweigende Tag. Der Wagen roch nach Plastik und Schweiß, als sie mich hineinsetzten. Ich sah meinen Mann draußen stehen, hilflos, klein, verloren. „Du wirst mich vergessen!“, rief ich, bis mir die Stimme versagte. „So wie ihr Marc vergessen habt!“ Die Fahrt war kurz. Oder lang. Zeit hatte längst ihre Bedeutung verloren. Als ich die Augen öffnete, lag ich auf einem kalten Boden, von hellen Neonröhren über mir geblendet. Die Wän-de waren nackt hart und kalt – es fühlte sich an wie ein Gefängnis. Die Stahltür ließ sich nicht öffnen und ich hämmerten mit den Fäusten dagegen, doch jeder Schlag versickerte lautlos im Universum. Die Zelle schluckte meine Wut, mein Weinen, selbst mein Atem hallte dumpf zu-rück. „Hallo?!“, schrie ich. „Lasst mich raus! Ich bin nicht krank! Ich bin nicht verrückt!“ Nur Stille. Dann ein leises Klirren von Schlüsseln draußen auf dem Gang. Stimmen, gedämpft, unverständlich. Ich sank auf den Boden, zog die Knie an die Brust und presste die Stirn dage-gen. Alles drehte sich. Nur ein Gedanke blieb, schneidend wie eine Rasierklinge: Das Schweigen hier drinnen war lauter als draußen. Ein metallisches Klacken an der Tür. Ein kleiner Spalt, Licht aus dem Flur dringt herein. Schrit-te, vorsichtig, fast bedächtig. Ein Mann im weißen Kittel, daneben eine Pflegerin in hellgrüner Kleidung. In den Händen ein Tablett: Wasser, ein Teller, eine kleine Schale, daneben zwei weiße Tabletten. „Frau White“, sagt der Arzt, mit ruhiger, bestimmender Stimme, „Sie sind hier in Sicherheit. Sie brauchen Ruhe. Nehmen Sie bitte diese Medikamente, sie helfen Ihnen, zu schlafen.“ Sicherheit. Wieder dieses Wort. Wie oft hatte man mir schon versprochen, ich sei in Sicher-heit? Bei Totenschwarz. Bei Schwarzgold. Bei der Polizei. Jetzt hier? Ein höhnisches Lachen stieg in mir auf, kratzend, wie Glas im Hals. „Schlafen?“, höhnte ich. „Ihr wollt mich doch nur ruhigstellen! Damit ich nichts mehr sage!“ Der Arzt seufzte, senkte den Blick, und reichte mir das Wasser. „Niemand will Ihnen etwas Böses. Bitte, vertrauen Sie mir.“ Ich schlug mit der Faust gegen das Tablett. Wasser spritzte, die Tabletten kullerten über den Boden, der Teller zersprang in Scherben. Die Pflegerin zuckte zurück, ihre Augen weit, der Arzt hob beschwichtigend die Hände. „Frau White, bitte…“, murmelte er. Aber mein Schrei schnitt durch den Raum: „Ihr vergiftet mich!“ Die Pflegerin tastete nach einem Notknopf, der Arzt sprach weiter, mit leiser, eindringlicher Stimme: „Niemand will Sie vergiften. Sie müssen uns glauben. Sie sind erschöpft, Sie haben zu lange nicht geschlafen. Lassen Sie uns helfen.“ Doch die Worte prallten an mir ab. Die Wände rückten näher, die Stimmen verzerrten sich, und in meinem Kopf hallte nur ein einziger Gedanke: Wenn ich schlafe, vergesse ich. Ein dumpfer Kloß steckte mir in der Kehle. Immer wieder schrie ich: „Ich habe das Recht auf einen Anwalt!“ Doch jeder Schrei versickerte in den dicken, rissigen Betonwänden. Kein Echo, kein Wider-hall, als hätte die Zelle selbst beschlossen, meine Stimme zu verschlucken. Und dann stach der Gedanke in mich hinein wie eine Nadel: Vielleicht war mein Mann es, der all das wollte. War es nicht er, der die Polizei gerufen hatte? War es nicht er, der Tränen in den Augen hatte – aber vielleicht nicht aus Liebe, sondern aus Schuld? „Du wolltest doch, dass ich schweige…“ flüsterte ich in die Leere. Ein bitteres Lachen stieg in mir auf, brüchig, verzerrt. Vielleicht liebte er mich nie. Vielleicht wollte er mich einfach loswerden, so wie man ein lästiges Geheimnis vergräbt. Einsperren. Mundtot machen. Mich vergessen. Meine Brust zog sich zusammen. Alles in mir schrie nach Nähe, nach Halt – und doch glaubte ich plötzlich, dass seine Arme nichts weiter waren als ein Käfig.
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