Hi Blackeven,
ja, das ist meiner Meinung nach eine ganz wichtige Einstellungsfrage: Ist ja nicht so, daß Du nicht mehr rauchen dürftest. Sag ich jetzt mal so ganz provokant. Verboten hat es Dir schließlich keiner, illegal ist es nicht, also hier geht´s nicht darum, etwas zu müssen. Oder nicht mehr zu dürfen.
Vielmehr willst Du den Ausstieg! Du setzt Dich in Deinem Kopf damit auseinander, weißt, daß Du Dir selbst einen Riesengefallen damit tust, fieberst den Vorteilen entgegen - welche sind es für Dich? Eigentlich bist Du froh, wenn Du dieser Geißel entkommst. Du _willst_ aufhören! Und jetzt wird mal gemacht, was Du willst, und nicht mehr, was die blöde Sucht will. Einverstanden?
Vielen Aufhörern hilft bei Schmacht der Gedanke bzw. die Artikulation desselben: "Nein, ich möchte jetzt nicht rauchen." Da stecken zwei Aspekte drin: Erstens nicht "ich darf nicht", sondern "ich möchte nicht", und zweitens "jetzt". Das ist nicht so beängstigend und unüberschaubar wie "Ich darf nicht! Nie mehr!", damit kommen viele Aufhörer nicht so gut klar. Aber mit "jetzt nicht" kann man die Schmacht erstmal aufschieben, die Sucht beruhigen - und das bei jedem Schmachter. Vielleicht hilft Dir diese Denkweise ja auch?
Wir erleben es hier ab und an mal, daß Raucher eher unsensibel auf die Ausstiegspläne oder den bereits erfolgten Absprung von Aufhörern reagieren. Da kannst Du auch nur drüberstehen, denn das ist vielmehr eine Angstreaktion, weil sie ja eigentlich wissen, daß es von Vorteil wäre, wenn sie auch aufhören würden, und weil sie sich Aufhörern gegenüber damit in einer schwächeren Position fühlen und sich ihre "Stärke", ihre Kontrolle, ihre Oberhand mit markigen Sprüchen zurückzuholen hoffen (eher unbewußt all das, natürlich). Solche "Vorwürfe", wie Du sie hörst (ich hab die auch gehört), solltest Du nicht bewerten. Alles was zählt, ist Dein Wille, Dein Projekt, für niemand anderen tust Du es, nur für Dich. Schau mal, hier stelle ich Dir einen Link zum Einlesen über den Umgang mit dem Umfeld ein:
http://www.rauchfrei-info.de/aufhoeren/tipps-fuer-ihren-rauchstopp/der-umgang-mit-anderen/
Ganz toll finde ich ja, daß Du Unterstützung Deines Freundes und Deiner Kinder erfährst. Sprich ruhig mit ihnen über den Entzug, auch darüber, daß Du während dieser Zeit möglicherweise einen kleinen Vorschuß an Nachsicht brauchen könntest: Es kann bekanntlich manchmal zu ein wenig höherschlagenden Entzugswellen kommen, zu denen man nicht unbedingt sonnig und ausgeglichen ist, das mußt Du als Aufhörer dann manchmal einfach aussitzen. Aber es ist für Dich und alle in Deinem näheren Umfeld leichter, wenn man das angesprochen hat und alle wissen, daß es nicht persönlich zu nehmen ist und auch wieder vergeht. Was meinst Du, würde Dir das zusätzlich eine Last nehmen?
Soweit scheint´s ja wirklich gut zu laufen mit den Vorbereitungen, was hast Du für ein Gefühl? Wenn wir nochwas dazu tun oder Fragen beantworten können, immer her damit. Soweit erstmal viele Grüße von
Lydia