Guten Tag Grit,
und herzlich willkommen hier bei uns Aufhörwilligen! Ich finde es stark von Dir, trotz Deiner Bedenken den Rauchstopp anzugehen. Es ist in jedem Fall die richtige Entscheidung!
Indes: Bitte verwende nicht zuviel Energie in Deine Bedenken. Es ist klar und auch gut und richtig, daß Du Dir vorher Gedanken machst, dadurch kannst Du schon vorsorgen. Aber bitte sorge Dich nicht zu viel.
Ich lade Dich auch ein, ärztliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Damit vergibst Du Dir überhaupt nichts, im Gegenteil, es spricht für ein verantwortungsbewußtes und umfassendes Herangehen an die Sache. Du bist übrigens gar nicht allein, Depressionen und Rauchentzug sind vielfach ein Thema. Laß Dich von Deinem Arzt unterstützen, das ist völlig legitim.
Auch das Gewichtsthema treibt so manchen Aufhörer um. Gerade nach Deiner hammermäßigen Leistung kann ich das auch verstehen, daß Du diese konservieren möchtest - so viele Kilos, also mein Respekt ist Dir sicher! Ganz bestimmt weißt Du viel über Ernährung. Eine ausgewogene Ernährung ist ja grundsätzlich die Empfehlung. Trinke viel, viel Wasser während der Entwöhnung, um die Verdauung (wie auch den Kreislauf) stabil zu halten, die Entgiftung zu unterstützen, und außerdem hilft es auch gegen Verlangensattaken! Also Wasser ist immer gut in der Entwöhnung. Versuche auch Dir genügend Ballaststoffe zu erlauben, um die Verdauung zu unterstützen. Kannst Du Dich ein wenig bewegen, und wenn es bloß Spaziergänge sind (darf ich mir in dem Zusammenhang die Frage erlauben, warum Du krank geschrieben bist? Nur wenn Du antworten möchtest, natürlich, es wird hier niemand zur Herausgabe von Infos gezwungen!)? Es beugt auch der Gewichtszunahme vor. Und schließlich: könntest Du Dir eventuell vorstellen, eine kleine Zunahme zu tolerieren? Deinen Frieden mit ein paar Kilo zu machen, Dir erstmal die Zeit zu geben? Ein paar Kilo nehmen Dir die Vorteile vom Rauchstopp nämlich auch nicht weg, und die kannst Du hinterher auch wieder angehen. Was denkst Du, wäre das für Dich ein gangbarer Weg?
Ja, die Entzugserscheinungen... es gibt sie natürlich. Aber die gute Nachricht ist: Man kann dagegen angehen. Du bist ihnen in keinem Fall wehrlos ausgeliefert. Schau doch mal hier, da findest Du schon mal ein paar Tipps gegen so einige Eventualitäten:
http://www.rauchfrei-info.de/aufhoeren/tipps-fuer-ihren-rauchstopp/hilfe-bei-entzugserscheinungen/
Und falls Du irgendwelche Schieflagen verspürst, bleibe nicht allein damit. Trage sie her, erzähl uns davon, hier ist so viel Erfahrung versammelt, daß Du Dir gegen alle Schieflagen Tipps abholen kannst. Du mußt damit nicht allein bleiben. Hilft Dir diese Vorstellung ein wenig?
Und schließlich, was die Verlustängste angeht, so sind diese hier auch nicht unbekannt. Schließlich haben wir jahrelang in allen Lebenslagen geraucht, Langeweile, Frust, Streß kompensiert, Entspannung, Genuß und Freude damit verbunden. Auch unser Tagesablauf war davon bestimmt - alles eigentlich. Da kann einem doch schon mulmig werden, wenn man sich davon löst. Du wirst allerdings auch bald merken, daß diese Kompensation und dieser Genuß ein Mißverständnis, ein Trugbild der Sucht war, und daß wir durch sie komplett fremdgesteuert waren. Schöner Freund oder? Den zu verlieren soll unser Schaden nicht sein Grit, findest Du nicht?
Geh Deinen Entzug enspannt und unaufgeregt an Grit, komm jederzeit her und hol Dir Unterstützung. Gemeinsam geht es einfach leichter! Herzliche Grüße sendet Dir
Lydia