Hallo KimLu.
Zunächst einmal herzlich willkommen bei den Kämpfern!
Einen der schwersten Schritte hast du schon geschafft; du bist hier und redest offen über dein Anliegen.
Im Prinzip hat Lothar schon das wichtigste gesagt.
Ich wollte mich aber dennoch persönlich hier melden, weil ich damals auch recht bewusst angefangen habe, zu rauchen.
In meinem Fall war es die bewusste Schädigung meines Körpers gegen den Willen anderer und letztendlich auch gegen mich selbst. Es war eine Trotzreaktion "Ich kann mit meinem Körper machen, was ich will. Selbst dann, wenn ich selbst es für unvernünftig halte!".
Das war in einer Zeit, in der ich mich neu definieren musste und keine Abgrenzung mehr spürte zwischen dem, was Familie und Gesellschaft von mir verlangt und dem, was ich selbst entscheiden wollte/ durfte/ konnte.
Warum höre ich jetzt auf? Weil meine kleine Tochter (6) mich darum gebeten und mir das Versprechen abgenommen hat. Meiner Meinung nach sollte man als Eltern unbedingt halten, was man verspricht.
Also höre ich jetzt auf, auch wenn diese Orientierungsphase noch immer nicht abgeschlossen ist.
Wie höre ich jetzt auf? Ich habe innerhalb weniger Tage meinen Zigarettenkonsum von Pi mal Daumen 20 auf etwa 5 am Tag reduziert. Dann habe ich das verfluchte Zeug ganz weggelassen. Wenn es jetzt zwischendurch mal hart wird, sehe ich mir immer wieder Bilder meiner Tochter an und greife auf verschiedene Skills zurück, die sich für mich bei Anspannungssituationen als hilfreich erwiesen haben.
Was ich dir noch auf jeden Fall mit auf den Weg geben möchte; dein persönlicher Weg in die Rauchfreiheit fängt in deinem Herzen an! Wenn du eine Lebensbejahende Einstellung entwickelt hast, wird das Rauchen nur noch ein Relikt, quasi der Blinddarm deiner persönlichen Entwicklung sein. Der Kölner würde sagen "fott damit!" (Fort damit).
Versuche, die Erinnerungen an die harte Zeit in Kindertagen nicht zu verdrängen, sondern nimm sie als einen Teil von dir an. Nun ist es an der Zeit, das Kapitel abzuschließen ohne es zu verteufeln. Mit dem Rauchen aufzuhören ist ein wichtiger Teil davon.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft für diesen Schritt. Vergiss nicht, dass hier viele Menschen sind, die dich gerne unterstützen wollen. Schreib uns einfach, egal, was dich gerade quält.
Liebe Grüße aus Köln, Jule